Frankreich

»Attacke aus langer Weile«

Pétanque-Kugeln Foto: imago/Winfried Rothermel

Frankreichs Juden atmen auf. Der Angriff auf eine 79-jährige Jüdin am vergangenen Dienstag im Pariser 11. Arrondissement war offenbar keine dezidiert antisemitische Tat.

Wie französische Medien meldeten, war die Frau verwundet worden, als sie vor dem Centre Maayan, einer liberalen Synagoge in der Rue Mouffle, stand und ein Unbekannter ihr von oben eine Metallkugel gegen den Kopf warf. Zeugen sagten, sie hätten nicht gesehen, woher oder von wem die Kugel geschleudert wurde.

Das Opfer wurde mit Kopfverletzungen ins Lariboisière-Krankenhaus gebracht und nach umfangreichen neurologischen Untersuchungen wieder entlassen.

Pétanque-Ball Wie sich jetzt herausstellte, handelte es sich bei dem vermeintlichen Angreifer um einen 12-jährigen Jungen, der, wie er der Polizei sagte, »aus langer Weile« einen Pétanque-Ball aus dem Fenster geworfen hatte – der die Frau traf.

Er sei »ein Kind aus einer guten Familie«, berichtet die Pariser Boulevardzeitung »Le Parisien«. »Seine Eltern sind Lehrerin und Psychologe« – er habe aber »einige Schwierigkeiten«.

Der Präsident des Nationalen Büros für Wachsamkeit gegen Antisemitismus (BNVCA), Sammy Ghozlan, sagte im Gespräch mit Journalisten: »Die verwirrten Eltern des Jungen haben sich bei den Mitgliedern des Gemeindezentrums entschuldigt.« ja

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