Ukraine

Attacke am Schabbat

Brodsky-Synagoge in Kiew: Von hier aus hatten die Täter den Lehrer bis zu seiner Wohnung verfolgt. Foto: imago

In Kiew ist am Samstagnacht ein aus Israel stammender Hebräischlehrer brutal zusammengeschlagen worden. Wie Vertreter der jüdischen Gemeinde berichteten, stürzten sich vier Männer aus dem Hinterhalt auf Hillel Wertheimer, als er seine Wohnung betreten wollte. Sie seien ihm von der Synagoge gefolgt, sagte Joseph Zissels, Vorsitzender der Vereinigung jüdischer Organisationen und Gemeinden in der Ukraine.

Angreifer Wertheimer sei nicht schwer verletzt worden, weil ein Nachbar ihn hatte schreien hören und ins Treppenhaus gekommen sei, um nach dem Rechten zu sehen, sagte Zissels. Er glaubt, dass es sich um eine antisemitische Tat handelte, denn die Angreifer hätten nicht nach Geld gefragt und hatten ihr Opfer offenbar bereits vor der Synagoge ausgesucht.

Wertheimer erstattete am Montag Anzeige. Die Polizei sucht nach den Tätern. Der Geschäftsführer des Jüdischen Weltkongresses (WJC), Robert Singer, nannte den Angriff »einen abscheulichen Akt, der bestraft werden muss«. Er sagte, der WJC werde die Ermittlungen im Auge behalten. jta

München

Oberrabbiner Goldschmidt: »Wir können nicht immer wegrennen«

Jüdisches Leben in Europa hat eine Zukunft, aber nicht von allein. Dafür braucht es nach den Worten des Oberrabbiners Pinchas Goldschmidt Partner in den Regierungen und in der Zivilgesellschaft

von Barbara Just  16.10.2026

Großbritannien

Universität Bath sagt Seminar mit Hochschule in Gaza ab

Eine Dozentin hatte britische Studenten aufgefordert, palästinensische Darstellungen des Nahostkonflikts nicht infrage zu stellen. Die Universität entschuldigte sich für die Vorgaben.

von Nicole Dreyfus  15.10.2026

Statistik

Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich bleibt auf hohem Niveau

Der Ausnahmezustand sei zum Alltag geworden, beklagt eine Antisemitismus-Meldestelle in Österreich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden erneut Hunderte einschlägige Fälle gezählt

 15.10.2026

»The Social Reckoning«

Empörungsköder

Der Whistleblower-Thriller zeigt die neue Weltordnung à la Facebook – und was Menschen nicht dagegen tun

von Sophie Albers Ben Chamo  15.10.2026

New York

Magische Juden

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

von Eva C. Schweitzer  15.10.2026

Irland

Ausgerechnet eine Antisemitismuskonferenz fällt dem Judenhass zum Opfer

In Dublin fand eine Tagung von Antisemitismusbeauftragten und jüdischen Vertretern statt. Ein Hotel verweigerte die Unterbringung. Für Irlands Gemeindevorsitzenden zeigt das, wie Antisemitismus sich immer wieder neu manifestiert

von Maurice Cohen  14.10.2026

USA

Süß und gut zu werfen

»Sunkist Fruit Gems« gehören in vielen Gemeinden zum Feiern. Ihr angekündigtes Aus sorgte für Aufregung – nun kommen sie zurück

von Sophie Albers Ben Chamo  13.10.2026

»Imanuels Interpreten« (26)

Paul Simon: Der Brückenbauer

Seit den 60er Jahren schreibt und spielt der New Yorker Künstler Musik, deren Texte durchweg stark sind. Mehrere Generationen haben zugehört. Heute wird das jüdische Talent 85 Jahre alt

von Imanuel Marcus  13.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026 Aktualisiert