USA

Antisemitische Ärztin entschuldigt sich

Suspendierte Lara Kollab: die Cleveland Clinic in Ohio Foto: imago

Sie hoffte, »dass Allah die Juden töten wird«. In ihren Tweets schrieb sie, dass der Holocaust eine »Übertreibung« sei und »völlig aufgebauscht«. Sie war der Überzeugung, dass alle »jüdischen Siedler in Palästina Nachkommen der Nazis sind«. Und weiter: »Ich würde absichtlich allen Juden die falschen Medikamente geben.«

Als vergangene Woche bekannt wurde, dass eine junge amerikanisch-palästinensische Medizinerin im Internet massiv gegen Juden hetzte, war der Aufschrei groß. Journalisten aus aller Welt berichteten über die 27-Jährige und ihre Tiraden. In den Tagen darauf tauchte Kollab ab und stand für Presseanfragen nicht zur Verfügung – ihre Social‐Media‐Accounts löschte sie umgehend.

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PRINZIPIEN Jetzt hat sich Lara Kollab doch noch zu Wort gemeldet – und sich für ihre antisemitische Hetze entschuldigt. »Diese Worte stehen nicht für meine Persönlichkeit und die Prinzipien, für die ich heute stehe. Ich möchte mich aufrichtig und unmissverständlich für die beleidigende und verletzende Sprache entschuldigen, die in diesen Posts enthalten ist.«

Sie besuche Israel und die palästinensischen Gebiete schon seitdem sie eine Jugendliche war und habe sich bloß »über das Leiden der Palästinenser unter der israelischen Besatzung geärgert«. Ihre antisemitischen Posts seien Ausdruck ihrer »intensiven Gefühle infolge dessen, was ich in meinem Land meiner Vorfahren erlebt habe«, versicherte sie.

»Diese Worte stehen nicht für meine Persönlichkeit«, versichert die 27-Jährige.

Die judenfeindlichen Beiträge hatte Kollab im Laufe der vergangenen Jahre veröffentlicht. Die Canary Mission – eine Art Media‐Watchgroup, die im Internet Hass auf Israel im Allgemeinen und Juden in den Vereinigten Staaten im Besonderen dokumentiert – hatte die Posts gesammelt und darüber berichtet.

MEDIKAMENTE Zu den Posts, die am meisten Beachtung fanden, gehörte ein Tweet aus dem Jahr 2012, als Kollab Medizinstudentin war. Darin heißt es: »Hahha, ewww.…. Ich würde absichtlich allen Juden die falschen Medikamente geben …«

Darüber hinaus forderte sie Gewalt gegen Juden, bezeichnete diese mehrfach als »Hunde«, relativierte die Schoa, verglich Israel mit dem Naziregime und beschuldigte »die Zionisten«, die amerikanischen Medien und Schulen zu kontrollieren. Dabei bediente sich die junge Frau der arabischen Bezeichnung »Yahood« für Juden.

»Ich würde Juden falsche Medikamente geben«, gehört noch zu den »harmlosen« Posts.

Kollab arbeitete von Juli bis September 2018 in der Cleveland Clinic in Ohio. Das Krankenhaus hatte Anfang vergangener Woche erklärt, dass Kollab nicht mehr für das medizinische Zentrum arbeite; die Klinik lehnte jedoch die Nennung eines Grundes ab.

ÜBERPRÜFUNG Später wies die Klinik darauf hin, dass Kollab wegen ihrer Social-Media-Posts gefeuert wurde. »Als wir von den Social-Media-Veröffentlichungen erfuhren, haben wir sofort gehandelt, eine interne Überprüfung durchgeführt und sie freigestellt«, hieß es in einer neuen Stellungnahme.

Ein weiteres pikantes Detail: Lara Kollab hatte ausgerechnet am Touro College für osteopathische Medizin in New York studiert, einer jüdisch geprägten Hochschule, die sich traditionell stark dem Gedanken der Vielfalt verpflichtet fühlt.

Dort zeigte man sich mehr als entsetzt. »Wir sind erschüttert, dass einer unserer Absolventen Kommentare verfasst hat, die absolut diametral zu den Werten unserer Einrichtung stehen sowie zum hippokratischen Eid.«  ppe

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