Zürich

Der Angreifer wollte »alle Juden töten«

Foto: picture alliance/KEYSTONE

Eineinhalb Tage nach einem Angriff auf einen orthodoxen 50-jährigen Juden in Zürich verdichten sich die Hinweise darauf, dass es sich um ein antisemitisch motiviertes Verbrechen gehandelt haben könnte. Dies gehe aus Aussagen von Familienmitgliedern des Opfers hervor.

Der Mann war am Samstagabend von einem Jugendlichen mit einer Stichwaffe attackiert worden, wie die Sicherheitsbehörden in Zürich mitteilten. Mit lebensgefährlichen Verletzungen sei das Opfer später in ein Krankenhaus gebracht worden.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der 15-jährige Täter wurde von Passanten festgehalten und konnte daher noch am Tatort festgenommen werden. Dieselben Passanten sollen den Angreifer davon abgehalten haben, dem Opfer noch mehr Stichwunden zuzufügen.

»Teil der Al-Aksa-Brigaden«

Die Publikation »20 Minuten« berichtet, die Frau hätte mit ihren Kindern am Samstagabend ihre eigenen Eltern besucht. Der 50-jährige Familienvater habe nachkommen wollen. Er klingelte, erschien aber nicht in der Wohnung seiner Schwiegereltern. Der Schwiegervater, so die Online-Zeitung, habe aus dem Fenster geschaut, den Schwiegersohn sitzen sehen. Daraufhin sei der 14-jährige Sohn des Opfers hinuntergegangen. Als klar war, dass etwas Schreckliches passiert sein musste, eilte die ganze Familie hinunter.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Laut »Blick«, einer weiteren Publikation in der Schweiz, drohte der Täter der Familie. Er sagte, er sei Teil der Al-Aksa-Brigaden. Es sei seine Aufgabe, »alle Juden zu töten«.

»Erschüttert und schockiert«

Bisher haben die Ermittlungsbehörden ein antisemitisches Verbrechen nicht bestätigt, es aber auch nicht ausgeschlossen. Die Kantonspolizei Zürich und die Jugendstaatsanwaltschaft sind mit Ermittlungen beschäftigt.

Für den Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) erklärte dessen Generalsekretär Jonathan Kreutner gegenüber dem SRF, er sei »ziemlich erschrocken«, denn physische Übergriffe gegen Juden passierten in der Schweiz eher selten. Allerdings hätten Angriffe seit dem 7. Oktober 2023 zugenommen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Laut Kreutner ist die jüdische Gemeinschaft erschüttert und schockiert darüber, dass ein Gemeindemitglied brutal angegriffen und verletzt worden sei. Der Angriff habe einen Versuch dargestellt, das Opfer »vielleicht auch umzubringen«.

»Vorsichtiger und besonnener«

Die gute Nachricht sei, dass das Opfer überlebt habe, sagte Kreutner dem SRF. Für den SIG mahnte er Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft, »vorsichtiger und besonnener in der Öffentlichkeit aufzutreten.«

Am Sonntag kam es in Zürich zu einer Demonstration gegen Judenhass. Die Teilnehmer solidarisierten sich mit dem Opfer der Attacke. im

Irak

»Ich wurde von Idioten entführt«

903 Tage lang war die russisch-israelische Wissenschaftlerin Elizabeth Tsurkov als Geisel in der Gewalt pro-iranischer Terroristen. Dies ist ihre persönliche Feldstudie zur Brutalität autoritärer Regime

von Elizabeth Tsurkov  20.03.2026 Aktualisiert

New York

Zohran Mamdani missbraucht St. Patrick’s Day für Anklage gegen Israel

Elisha Wiesel wirft dem Bürgermeister vor, an dem irischen Feiertag »eine bösartige Ritualmordlegende gegen Juden« verbreitet zu haben, indem er behauptete, sie hätten in Gaza einen »Genozid« begangen

 19.03.2026

Interview

»Die Toleranz gegenüber kontroversen Filmen ist seit dem 7. Oktober gesunken«

Die 11. Ausgabe des jüdischen Filmfestival Yesh! will das Judentum in seiner ganzen Vielfalt und Widersprüchlichkeit zeigen

von Nicole Dreyfus  18.03.2026

Karin Prien

»Meine Großmutter war für die Nazis genau so eine Frau«

Die Bildungsministerin begegnet beim Besuch des Holocaust-Museums in Washington der Erinnerung an ihre eigene Familie. Und sie zieht Schlüsse für ihre heutige Aufgabe

 15.03.2026

Rotterdam

Brandanschlag auf Synagoge: Vier Personen festgenommen

Die niederländische Polizei hat am Freitag vier Personen im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf eine Synagoge festgenommen

 14.03.2026

Amsterdam

Explosion an jüdischer Schule

Nach einem nächtlichen Angriff auf eine jüdische Schule betonen Stadt und Regierung: Antisemitismus darf keinen Platz haben. Die Überwachung jüdischer Einrichtungen bleibt verstärkt

 14.03.2026

Rotterdam

Wieder Brandanschlag auf Synagoge - diesmal in Holland

Erneuter Terrorakt gegen die jüdische Gemeinschaft: Am Freitagmorgen wurde am Eingang des Gotteshauses der jüdischen Gemeinde Rotterdam ein Feuer gelegt

 13.03.2026

Michigan

Anschlag auf Synagoge: »Gezielter Gewaltakt gegen die jüdische Gemeinschaft«

Der Täter fährt mit einem Fahrzeug in die Synagoge »Temple Israel«. Dort wird er erschossen, bevor er Gemeindemitglieder ermorden kann

 13.03.2026

Trondheim

Vorfall vor Synagoge in Norwegen

Im norwegischen Trondheim drang ein bewaffneter Mann in die Synagoge ein. Die Polizei konnte ihn festnehmen

 13.03.2026 Aktualisiert