Marketing

»Vergast alle Juden«

Foto: Screenshot

Eine PR-Aktion des Sportartikelherstellers Adidas ist gründlich in die Hose gegangen – obwohl es sich um Trikots handelte. Wie der Londoner »Guardian« berichtete, trauten Twitter-Nutzer ihren Augen nicht, als sie am Montag sahen, wie die britische Website des Unternehmens das neue Trikot des englischen Fußball-Erstligisten FC Arsenal vorstellte: Da stand kein Spielername auf der Rückseite, sondern »Vergast alle Juden«.

Die Marketing-Experten von Adidas hatten sich etwas Besonderes für die Fans einfallen lassen: Das Unternehmen postete das neue Trikot bei Twitter, Fans und Follower sollten darauf reagieren und Retweets absetzen. Wenn also jemand mit dem Hashtag #DareToCreate retweetete, erhielt er eine persönliche Widmung. Die bestand darin, dass Adidas automatisch ein Bild mit dem neuen Arsenal-Trikot und dem Namen des Twitter-Users auf der Rückseite tweetete.

MISSBRAUCH Viele Fans und Twitter-User freuten sich darüber und nahmen an der Aktion teil. Einige jedoch missbrauchten sie, so der User »GasAllJewss«. Offenbar bemerkte der Sportartikelhersteller dies nicht und teilte den antisemitischen Beitrag.

Wie der »Guardian« berichtete, sei das Teilen automatisch passiert. Der Konzern hat den Tweet inzwischen gelöscht und die Funktion eingestellt. Ein Unternehmenssprecher erklärte, man sei auf den Missbrauch aufmerksam gemacht worden. »Wegen einer Minderheit, die diese Funktion missbrauchte, haben wir sie jetzt geschlossen.«

Auch der FC Arsenal nahm zu dem Vorfall Stellung: »Wir verurteilen diesen Missbrauch, der keinen Platz in unserer Gesellschaft hat«, hieß es in einer Erklärung.  ja

Frankreich

43 Jahre nach Anschlag auf jüdisches Lokal: Verdächtiger Palästinenser ausgeliefert

Der Anschlag auf das »Chez Jo Goldenberg« in der französischen Hauptstadt am 9. August 1982 erschütterte das Land und seine jüdische Gemeinschaft schwer

 17.04.2026

New York

Die Tiger der Tora

Einst feierten jüdische Fußballclubs in der Bronx das Leben, und sogar Marilyn Monroe kickte den Ball. Schwarz-weiße Erinnerungen zur Einstimmung auf die WM in den USA, Kanada und Mexiko

von Helmut Kuhn  16.04.2026

Ungarn

Wer ist Péter Magyar?

Viktor Orbán hat die Wahl verloren. Sein Nachfolger strebt weitreichende Veränderungen an. Doch bei vielen Themen setzt auch Magyar auf Kontinuität

von Michael Thaidigsmann  15.04.2026

Rom

Auch die »Trump-Flüsterin« Meloni fällt in Ungnade

Eigentlich gilt Italiens Ministerpräsidentin Meloni als Politikerin mit gutem Draht zu US-Präsident Trump. Nun attackiert er sie scharf. Der Schlagabtausch könnte für Meloni jedoch von Nutzen sein

von Robert Messer  15.04.2026

Statistik

Knapp 111.000 Holocaustüberlebende leben in Israel

Sie sind alt und sie werden weniger: Heute leben noch etwa 111.000 Holocaustüberlebende in Israel. Fast ein Drittel von ihnen ist über 90 Jahre alt, fast zwei Drittel von ihnen sind Frauen

 15.04.2026

München/Budapest

Europäische Rabbiner gratulieren Magyar zum Wahlsieg in Ungarn

»Das ungarische Volk hat eine klare Entscheidung für Demokratie, für Erneuerung und für ein zukunftsorientiertes Ungarn getroffen«, sagt Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt

 15.04.2026

Polen

Rechtsradikaler Politiker schockiert mit israelischer Hakenkreuzfahne

Am Holocaustgedenktag warf Konrad Berkowicz Israel im Sejm vor, das neue Dritte Reich zu sein

 14.04.2026

Warschau

Absage an Antisemitismus: Polnische Bischöfe besuchen Synagogen

Vor 40 Jahren umarmte Papst Johannes Paul II. in Roms Hauptsynagoge den dortigen Oberrabbiner. In Polen erinnern nun Bischöfe an diesen Meilenstein in den katholisch-jüdischen Beziehungen. Es gibt aber auch Misstöne

von Oliver Hinz  14.04.2026

Nordmazedonien

Brandanschlag auf Synagoge in Skopje

Zwei bislang unbekannte Täter verschafften sich Zugang zum Eingangsbereich des Gotteshauses und versuchten, ihn in Brand zu setzen

von Nicole Dreyfus  14.04.2026 Aktualisiert