Tagung

220 Rabbiner in Berlin

Am Sonntagmittag hat in Berlin die 28. Mitgliederversammlung der Europäischen Rabbinerkonferenz (CER) begonnen. Aus Anlass des 75. Jahrestages der Pogromnacht tagen bis Dienstag rund 220 orthodoxe Rabbiner aus 33 Ländern in einem Hotel im Norden der Stadt. Der Besuch sei »ein Vertrauensbeweis in eine jüdische Zukunft in Deutschland«, sagte der CER-Präsident, Moskaus Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, im Vorfeld der Tagung.

Motto Die Vollversammlung beschäftigt sich mit einer Reihe drängender Fragen, darunter die Beschränkung religiöser Freiheiten (Beschneidung und Schächten), die Rechte jüdischer Frauen sowie Kaschrut-Entwicklungen. Außerdem soll es um den Aufbau lebendiger jüdischer Gemeinden in Europa gehen. Das Treffen steht unter dem Motto »Die Familie – Der Rabbiner – Die Gemeinde«. Bei der Eröffnung hob Oberrabbiner Goldschmidt die Bedeutung der Familie hervor: »Sie ist der Fels der Gemeinde«, sagte er.

Der Oberrabbiner von Kiew und der Ukraine, Yaakov Bleich, moderierte die Eröffnungsveranstaltung. Er dankte dem Zentralrat der Juden in Deutschland sowie Rabbiner Joshua Spinner vom Berliner Rabbinerseminar für die Unterstützung. Rabbiner Yitshak Ehrenberg von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin äußerte sich erfreut darüber, dass die europäischen Rabbiner diesmal in seiner Stadt zusammenkommen. Bei der Eröffnung sagte er in einem Grußwort zu seinen Kollegen und deren Ehefrauen: »Dass ihr gekommen seid, stärkt das Judentum in Berlin und in Deutschland.« Weitere Grußworte hielten der neue aschkenasische Oberrabbiner von Israel, David Lau, und der Vizepräsident des Rabbinical Council of America (RCA), Moshe Dratch.

Gedenken Am Sonntagnachmittag wollen die Rabbiner in der Berliner Brunnenstraße an die Opfer der Pogromnacht erinnern. Dort befindet sich das orthodoxe Rabbinerseminar, das in der NS-Zeit geschlossen und erst vor zehn Jahren wiedereröffnet wurde. An der Gedenkveranstaltung werden unter anderem der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, Zentralratspräsident Dieter Graumann und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich teilnehmen.

Auf der Gästeliste der Mitgliederversammlung steht auch der neue sefardische israelische Oberrabbiner Yitzchak Yosef. Einer der Höhepunkte des Treffens wird am Montagabend ein Gala-Dinner im Berliner Jüdischen Museum sein. Als Ehrengast erwarten die Rabbiner Thorbjørn Jagland, den Generalsekretär des Europarates. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, sollen mit einer Videobotschaft zugeschaltet werden. ja

Lesen Sie mehr zur Europäischen Rabbinerkonferenz in unserer Print-Ausgabe am kommenden Donnerstag.

Auszeichnung

Olaf Scholz bekommt die Leo-Baeck-Medaille

Das in New York ansässige Leo-Baeck-Institut würdigt den Altbundeskanzler. Laudator soll der frühere US-Außenminister Antony Blinken sein

 10.04.2026

Ukraine

Selenskyj: »Pessach handelt vom Sieg der Freiheit«

Der ukrainische Präsident empfängt zu Pessach Rabbiner in Kyjv und wendet sich mit einer Grußbotschaft an Juden in der gesamten Welt

von Eugen El  07.04.2026

Netflix-Dokumentation

Der Mann, der die Chili Peppers Red Hot machte

Man kann ohne weiteres behaupten, dass die Rockwelt ohne Hillel Slovak weniger bunt wäre. Eine Streaming-Doku hat dem in Israel geborenen ersten Gitarristen der Chili Peppers ein Denkmal gesetzt

von Richard Blättel  07.04.2026

Großbritannien

Brandanschlag in London: Untersuchungshaft für Verdächtige

Mehrere Krankenwagen eines jüdischen Rettungsdienstes in Golders Green werden in Brand gesetzt. Vor Gericht erschienen nun drei Verdächtige

 04.04.2026

Meinung

Hoffentlich wird Viktor Orbán abgewählt

Am 12. April stehen in Ungarn Wahlen an. Unter seinem langjährigen Ministerpräsidenten ist das Land zu einem russischen U-Boot in der Europäischen Union geworden

von Joshua Schultheis  04.04.2026

USA

So wild wie Doja Cat

Sie ist der einzige weibliche jüdische R&B-Superstar – und eine der erfolgreichsten Rapperinnen unserer Zeit

von Sarah Thalia Pines  04.04.2026

London

Jüdische Londoner fühlen sich von Aktivisten eingeschüchtert

Rund 40 Personen seien in ein jüdisch geprägtes Wohngebiet gezogen, hätten Parolen wie »Völkermord« skandiert und gefordert, der Staat Israel müsse verschwinden, sagen Augenzeugen

 01.04.2026

Nepal

Sederabend auf Rekordniveau

Wie Kathmandu zur Bühne einer der größten Pessachfeiern der Welt wurde

von Matthias Messmer  31.03.2026

Winnipeg

Jüdischer Anti-Zionist wird Chef der sozialdemokratischen NDP

Avi Lewis delegitimiere einen wesentlichen Teil jüdischer Identität, sagen jüdische Organisationen in Kanada

 31.03.2026