Anschlag in Jerusalem

Zwei verwundete Polizisten gestorben

Sicherheitskräfte am Tempelberg Foto: Flash 90

Die zwei Grenzpolizisten, die bei dem Anschlag am Freitagmorgen in der Jerusalemer Altstadt schwer verletzt wurden, sind tot. Ha’il Satawi (30) aus Maghar und Kamil Schnaan (22) aus Hurfeish erlagen ihren schweren Verletzungen im Hadassah-Krankenhaus. Ein dritter Beamter wurde von Schrapnellen leicht verwundet.

Satawi war erst vor drei Wochen Vater geworden. Israelische Medien veröffentlichten ein Foto, auf dem er sein neugeborenes Baby in den Armen wiegt. Satawi war bereits während seines Armeedienstes bei der Grenzpolizei und begann 2012, fest für die Einheit zu arbeiten, die den Zugang zum Tempelberg bewacht. Schnaan ist der Sohn des ehemaligen drusischen Knessetabgeordneten Schachiv Schnaan. Er fing vor sieben Monaten bei der Einheit an.

ZAKA Einer der Volontäre der Rettungskräfte ZAKA, Schimi Grossman, beschrieb die Szene: »Es war eine schreckliche Situation. Als ich auf meinem Motorrad ankam, waren zwei der Verwundeten in kritischem Zustand. Sie wurden sofort ins Krankenhaus eingeliefert, und andere Freiwillige kümmerten sich darum, die Gegend zu säubern. Eine zweite Gruppe von uns barg die drei erschossenen Terroristen auf dem Tempelberg.«

Obwohl Polizeipräsident Roni Alscheich eine Nachrichtensperre über den Fall verhängte, wurde die Identität der drei Terroristen mittlerweile veröffentlicht: Es handelt sich um zwei 19-Jährige und einen 29-Jährigen aus der arabischen Stadt Um-Al-Fachem. Alle drei Männer waren israelische Staatsangehörige. Nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes war keiner von ihnen zuvor auffällig geworden oder der Polizei bekannt.

Präsident Reuven Rivlin zeigte sich erschüttert: »Diese mörderische Attacke auf dem Tempelberg wurde von den mutigen israelischen Polizisten gestoppt. Sie warfen sich in den Weg und verhinderten damit eine noch größere Tragödie. Wir erlauben den Vertretern des Mordens, die den Namen Gottes entweihen, nicht, uns in einen blutigen Krieg zu zerren. Wir werden mit allen Kräften gegen den Terror vorgehen.« Rivlin forderte die arabischen Führungen in Israel und im Ausland auf, diese Attacke zu verurteilen. »Wir schulden den Söhnen, die wir verloren haben, unser Leben. In unseren Herzen sind wir in dieser schwierigen Zeit bei den Familien der Opfer.«

Terror Politiker aller Strömungen in Israel verurteilten den Anschlag aufs Schärfste. Minister Zeev Elkin äußerte sich entsetzt: »Dieser zynische Gebrauch des Tempelberges als quasi Immunzone für Aufwiegelung und Terror muss aufhören. Wir schicken nicht gerne Sicherheitskräfte auf das Gelände, doch wenn wir es müssen, dann tun wir es.« Sicherheitsminister Gilad Erdan erklärte, dieser Anschlag habe »alle Grenzen überschritten«. Gleichzeitig forderte er alle verantwortlichen Offiziellen auf, die Lage zu beruhigen und für eine Entspannung in Jerusalem zu sorgen.

Einige Politiker verlangen jetzt eine Änderung des Status quo auf dem Tempelberg. Dort ist es lediglich Muslimen erlaubt, zu beten und Rituale zu vollziehen. Juden können die Anhöhe zwar besuchen, dürfen dort jedoch keine religiösen Handlungen vornehmen.

Das Büro von Premierminister Benjamin Netanjahu erwiderte klar und deutlich: »Der Status quo wird geschützt.« Er hatte sich zuvor zu einer Dringlichkeitssitzung mit Verteidigungsminister Avigdor Lieberman, dem Sicherheitsminister und dem Chef der Streitkräfte, Gabi Eizenkot, getroffen, um über die Situation zu beraten.

löwentor Am Freitagmorgen seien die Angreifer nach Polizeiangaben vom Tempelberg gekommen und in Richtung Löwentor gelaufen. Dort hätten sie begonnen, auf Passanten zu schießen.

Danach flohen die zwei Täter wieder in Richtung Tempelberg und wurden schließlich von Sicherheitskräften in dem Komplex erschossen. Nach deren Angaben wurden zwei Gewehre und eine Pistole bei den Toten gefunden. Zum ersten Mal seit vielen Jahren ist der muslimische Freitagsgottesdienst daraufhin abgesagt worden, das Gelände des Tempelberges wurde geräumt.

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