Hadera

Zwei tote Polizisten bei Anschlag in Israel

Israelische Poizisten am Tatort nach dem Anschlag von Hadera am 27. März 2022 Foto: Flash 90

Bei einem neuen Anschlag in Israel sind am Sonntag zwei Polizisten getötet worden. Auch die beiden Attentäter wurden bei dem Vorfall in der Küstenstadt Hadera erschossen, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Nach Angaben von Sanitätern erlitten vier weitere Menschen Verletzungen, als zwei Männer an einer Straße plötzlich das Feuer eröffneten.

»Einige Grenzschützer saßen in einem nahe gelegenen Restaurant«, sagte der Polizeisprecher im israelischen Fernsehen. Sie seien zum Ort des Anschlags gelaufen und hätten die Angreifer erschossen. Unter den Verletzten waren den Angaben zufolge auch Polizisten.

Unterdessen hat die Polizei laut Radio sechs Verdächtige in der arabischen Stadt Umm al-Fahm im Norden des Landes festgenommen. Bei den beiden Attentätern handelt es sich um Cousins, israelische Araber aus dem Ort, wie der Rundfunk am Montag berichtete. Ministerpräsident Naftali Bennett bezeichnete die beiden als Unterstützer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS).

Bei den Toten in Hadera handelt es sich laut Rundfunk um zwei 19-jährige Grenzpolizisten. Auch bei den vier Verletzten handelt es sich demnach um Sicherheitskräfte.

GIPFELTREFFEN Der Anschlag ereignete sich kurz vor einem Gipfeltreffen Israels mit vier arabischen Staaten und US-Beteiligung. Die Außenminister Ägyptens, Bahrains, der Vereinigten Arabischen Emirate und Marokkos kommen an diesem Montag im Süden Israels mit ihrem israelischen Amtskollegen Yair Lapid und US-Außenminister Antony Blinken zusammen. Die Repräsentanten der vier arabischen Länder waren bereits am Sonntag angereist und feierlich in Empfang genommen worden.

Erst am Dienstag waren bei einem Terroranschlag in Beerscheva im Süden Israels vier Menschen getötet worden, zwei Männer und zwei Frauen. Der Attentäter, ein Beduine aus der Negev-Wüste, wurde von Passanten erschossen. Es war einer der schwersten Anschläge mit israelischen Opfern der vergangenen Jahre. Anfang 2017 hatte ein Palästinenser in Jerusalem seinen Lastwagen in eine Gruppe junger Soldaten gelenkt und vier von ihnen getötet.

Im Westjordanland sowie im Ostteil Jerusalems war es in den vergangenen Monaten vermehrt zu Attacken von Palästinensern gekommen. Es wird eine weitere Eskalation während des muslimischen Fastenmonats Ramadan befürchtet. dpa

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  19.04.2026

Gesellschaft

IDF: Drei Wochen Gefängnis fürs Grillen

In der Armee mehren sich Strafen wegen des Nichteinhaltens »religiöser Disziplin«. In der Bevölkerung sorgt dies für Empörung über Ungleichbehandlung

von Sabine Brandes  19.04.2026

Eurovision Song Contest

Mehr als 1000 Prominente verteidigen Israels ESC-Teilnahme

Helen Mirren, Amy Schumer und Co: Internationale Persönlichkeiten unterzeichnen einen offenen Brief

von Sabine Brandes  19.04.2026

Eurovision Song Contest

»Der Künstler aus Israel kann per se natürlich nichts dafür, dass er aus Israel kommt, aber …«

Der deutsche Sänger und frühere ESC-Teilnehmer Michael Schulte ruft Israel zum freiwilligen Verzicht auf seine Teilnahme am Eurovision Song Contest auf

 19.04.2026

Nahost

»Der Iran ist sehr geschwächt«

Wie Experten die Entwicklung und Folgen des Krieges derzeit einschätzen

von Sabine Brandes  19.04.2026

Iran

Iran macht Öffnung der Straße von Hormus rückgängig

Keine 24 Stunden nach der Zusage des Iran, die Straße von Hormus zu öffnen, wurde sie wieder zurückgenommen.

 19.04.2026

Kommentar

Hätte er doch einfach geschwiegen

Michael Schulte ist der erfolgreichste deutsche Teilnehmer des ESC der letzten Jahre. Und Schulte ist ein geschichtsbewusster Künstler. Umso befremdlicher sind seine Einlassungen zu Israel

von Daniel Killy  18.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Wir Juden sollten uns nicht verstecken. Wir sollten offen, laut und stolz sein - auch und insbesondere auf den jüdischen Staat

von Daniel Neumann  17.04.2026

Medien

Ex-»Welt«-Chefredakteur Burgard bei Springer künftig für Nahost zuständig

Burgard folgt auf Constantin Schreiber, der ab dem 1. Mai von Deutschland aus arbeitet

 17.04.2026