Purim

Zombies und Süßes

Auf dem Mahane-Yehuda-Markt in Jerusalem am Montagmorgen Foto: Flash 90

Israel tanzt auf den Straßen. Seit Tagen ist das Land von Königinnen Esther, Superhelden, überdimensionalen Kuscheltieren, Fantasiefiguren aller Art und jeder Menge Zombies bevölkert. Die Menschen beschenken sich mit Süßigkeiten-Päckchen und vertilgen Tonnen von Hamantaschen, um die Geschichte der Befreiung der Juden in Persien zu feiern.

Beim jährlichen Zombie-Walk in Tel Aviv trafen sich am Samstagabend Hunderte (kunst-)blutverschmierte Gestalten und brachten den Spaziergängern das Gruseln bei. Besonders beliebt in diesem Jahr war die Horror-Hochzeit, bei der die Untoten als Frischvermählte samt Brautkleid und Blumenstrauß durch die Straßen schlichen.

parade Bei der traditionellen Purimparade »Adlojada« in Holon flogen am Sonntag die Bonbons von den knallbunten Wagen. 200.000 Besucher bestaunten die meterhohen Karikaturen von Donald Trump, Schneekönigin Elsa, Pippi Langstrumpf, den Beatles und anderen vom Straßenrand aus. Dies ist bereits das 25. Jahr, in dem die Purimparade durch die Straßen zieht.

Der Präsident persönlich überbrachte Mischloach Manot, zumeist mit Süßigkeiten und Hamantaschen gefüllte Tüten, die an dem Feiertag verschenkt werden. Reuven Rivlin überreichte sie Soldaten und Grenzpolizisten in der Nähe von Ramallah zusammen mit einem handgeschriebenen Brief von ihm und seiner Frau Nechama.

soldatinnen Besonders lobte er dabei die Soldatinnen. »Meine Lieben, wir sind gekommen, um Mischloach Manot zu bringen und ihnen zu sagen, wie sehr wir ihren Dienst anerkennen und wie stolz wir auf sie sind.« Während Rivlin die Kommentare von Igal Levinstein nicht erwähnte, so war doch deutlich, dass er sich darauf bezog.

Der kontroverse Rabbiner der militärischen Vorbereitungsakademie Eli hatte in der vergangenen Woche gesagt: »Die Armee macht unsere Mädchen verrückt« und sich abfällig über Soldatinnen geäußert. Rivlin aber machte deutlich: »Sie sind der Grund dafür, dass wir Purim in Frieden und Sicherheit feiern können. Neben jedem männlichen Kämpfer steht eine wundervolle weibliche Kämpferin.«

Oktoberfest

Wiesn am Mittelmeer

Die bayerische Festtradition wird in Israel neu interpretiert

von Sabine Brandes  13.10.2026

Glosse

Wir stehen zum Existenzrecht Pakistans!

Absurder als im rot-rot-grünen Berlin wird’s nicht mehr

von Philip Fabian  13.10.2026

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit dem Völkerrecht erstaunlich ungenau

von Leeor Engländer  13.10.2026

Medien

Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum

Diaspora-Ministerium: »Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuß in das Land setzen«

 13.10.2026

Israel

Ein Toter und 24 Verletzte bei Explosion von Blindgänger

Ein mutmaßlicher Blindgänger explodiert in Nordisrael. Es gibt ein Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Berichten zufolge waren Schüler und ein Lehrer in der Gegend gewandert

 12.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026

Korruption

Bestechungsring in der Vorstadt

Umschläge voller Bargeld, Luxusuhren und teure Autos: Der Bürgermeister von Kfar Saba und seine Frau sollen Geschäftsleuten gegen Zahlungen lukrative Aufträge verschafft haben. 17 Verdächtige wurden festgenommen

von Sabine Brandes  12.10.2026

Gesellschaft

Herzog: Gewalt übersteigt Kapazitäten der Polizei

Israels Präsident nennt die Kriminalität in arabischen Gemeinden eine Katastrophe. Die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten liegt bei nur zwölf Prozent

von Sabine Brandes  12.10.2026

Avi Gil (in Uniform), links von Benjamin Netanjahu

Explosives Interview

»Die Geiseln hätten früher zurückkehren können«

Der ehemalige Militärsekretär des Premiers, Avi Gil, erhebt schwere Vorwürfe: Warnungen vor dem 7. Oktober seien ignoriert, Abkommen aus politischen Gründen verhindert und Protokolle manipuliert worden. Netanjahu weist die Anschuldigungen zurück

von Sabine Brandes  11.10.2026