Interview

»Wir werden für Ruhe sorgen«

Herr Shalicar, wie reagieren die israelischen Verteidigungsstreitkräfte auf den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen?
Wir greifen aus der Luft und vom Meer aus an, nehmen dabei ganz präzise Raketenabschussstellungen, Waffenlager und andere strategische Ziele ins Visier. Diese Ziele haben wir aufgrund genauester militärischer Informationen ausgewählt, die wir in den vergangenen Monaten und Jahren gesammelt haben.

Wer steckt hinter den Raketenattacken auf Israel?
Für uns ist ganz klar, dass die Hamas die Verantwortung trägt. Es gibt im Gazastreifen noch andere Terrororganisationen, aber die Hamas hat dort das Sagen – und für den Raketenbeschuss hat sie auch schon die Verantwortung übernommen.

Ist die dschihadistische Terrororganisation ISIS an den Aktionen beteiligt?
Unseren Erkenntnissen zufolge ist dies noch nicht der Fall. Die unterschiedlichen Terrororganisationen sind in verschiedenen Regionen des Nahen Ostens aktiv: die Hamas im Gazastreifen, die Hisbollah im Libanon und Syrien, die ISIS eher in anderen Gebieten.

Welche Strategie hat Israel?
Es gibt zwei Ziele: die Infrastruktur der Hamas zu schädigen oder zu zerstören und die Ruhe für die Menschen in ganz Israel wiederherzustellen. Der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen wird unterbunden werden.

Ist eine Bodenoffensive wahrscheinlich?
Alle Optionen sind offen, die Sicherheitslage wird ständig neu bewertet. Wir sind auf alle Szenarien vorbereitet.

Haben Sie Erkenntnisse über das Waffenarsenal der Hamas?
Wir haben Informationen über verschiedene Waffen, die im Gazastreifen in letzter Zeit angesammelt wurden. Sie lagern in Depots und Tunneln, werden zum Teil auch in Wohnungen und anderen zivilen Einrichtungen versteckt. Je nachdem, welche Waffen die Hamas verwendet, haben wir die entsprechenden Antworten.

Es heißt, die israelische Armee versuche, die Zivilbevölkerung im Gazastreifen vor Schäden zu bewahren. Wie geschieht das?
Wir haben genaueste Informationen über unsere Ziele und verfügen über äußerst präzise Waffensysteme. Beispielsweise haben wir am Dienstag ein Bürogebäude in Rafah im Süden des Gazastreifens angegriffen, in dem ein hoher Funktionär der Hamas sein Büro hatte. Das Büro wurde zerstört, andere Teile des Hauses blieben unbeschädigt. Zudem informieren wir die unbeteiligten Bewohner, bevor wir mit dem Beschuss beginnen.

In der Regierung gab es Streit über die Härte der Reaktion auf den Raketenbeschuss. Wie geht die Armee damit um?
Wir haben ungeachtet der politischen Diskussionen einen klaren operativen Auftrag: der Hamas so schnell wie möglich deutlich zu machen, dass sich Terror nicht auszahlt, und den jüdischen Staat und dessen Bevölkerung zu schützen.

Das Interview mit dem Sprecher der israelischen Armee führte Philipp Peyman Engel.

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