Maccabiah 2013

»Wir können stolz auf uns sein«

Makkabi-Sportchef Isaak Lat Foto: aliceforberg.de

Maccabiah 2013

»Wir können stolz auf uns sein«

Makkabi-Sportchef Isaak Lat über die Leistungen des deutschen Teams, jüdischen Spirit und Kritik an der Organisation der Spiele

von Philipp Peyman Engel  25.07.2013 16:07 Uhr

Herr Lat, mehr als die Hälfte aller Wettbewerbe bei der Maccabiah sind vorbei. Wie bewerten Sie das bisherige Abschneiden des deutschen Teams?
Äußerst positiv. Was unsere Sportler hier geleistet haben, ist wirklich beachtlich. Man merkt, dass es für jeden etwas Besonderes ist, an der Maccabiah teilzunehmen. Entsprechend groß ist der Ehrgeiz der Athleten. Das zeigt auch ein Blick auf den Medaillenspiegel. Wir haben hier schon öfter ganz oben auf dem Treppchen gestanden als bei der Maccabiah vor vier Jahren. Wir können stolz auf uns sein.

Was war für Sie bis jetzt der Höhepunkt der Spiele?
Für mich ist jeder Teilnehmer ein Sieger und zeigt fantastische Leistungen. Ganz besonders beeindruckt hat mich jedoch der Fechter Peter Marduchajew. Auf welch hohem Niveau er seinen Sport immer noch betreibt, ist bemerkenswert. Ich freue mich sehr über seine zwei Gold- und zwei Bronzemedaillen. Großartig waren auch unsere »Golden Girls«, Michal Nassi und Alisa Podporin, vom Tischtennis-Juniorinnen-Team, die ebenfalls Gold gewonnen haben. Auf jeden Genannten kommen aber auch fünf andere Sportler, die ich hätte aufzählen können.

Was erhoffen Sie sich von der zweiten Hälfte der Maccabiah?
Zunächst einmal, dass die Stimmung in unserem Team weiterhin so gut bleibt. Wir feiern hier gemeinsam den Sport, unser schönes Land Israel und das Judentum. Am Israel Chai – besser könnte man diesen Spirit nicht auf den Punkt bringen. Sportlich gesehen hoffe ich, dass es so weiter geht wie bisher. Und angesichts der noch ausstehenden Wettbewerbe sieht es ja auch vielversprechend aus.

An welche Sportart denken Sie?
Da ist zum einen unsere Futsal-Mannschaft, die bisher ein sensationelles Turnier gespielt hat. Im Schach sind wir auch noch sehr gut dabei. Gespannt bin ich zudem auf die ausstehenden Basketball-Spiele unserer einzelnen Teams. Generell hat jeder, der jetzt noch im Wettbewerb ist und im Viertel- oder Halbfinale steht, gute Chancen. Im zweiten Teil einer Maccabiah kann erfahrungsgemäß noch viel passieren.

Sie haben bereits an vielen Maccabiot teilgenommen. Was hat sich im Laufe der Jahre geändert?
Das Event wird von Mal zu Mal größer. Es nehmen immer mehr Athleten teil. Zugleich wachsen auch die sportlichen Ansprüche. Jeder will Spaß haben und Israel erleben – aber eben auch möglichst gute Leistungen erzielen. Darüber hinaus ist mein Eindruck, dass die Veranstalter versuchen, mit der Zeit zu gehen, modern zu sein.

Manche Delegationen kritisieren die Organisation der Spiele. Zu Recht?
Es gibt vereinzelt Schwierigkeiten, in der Tat. Die Busshuttles zum Beispiel funktionieren nicht immer reibungslos. Und auch bei den Wartezeiten könnte man noch einiges verbessern. Im Vergleich zu früher ist jedoch vieles besser und professioneller geworden. Bei einem Großereignis mit über 9000 Sportlern aus über 80 Ländern wird es meiner Ansicht nach immer Dinge geben, die nicht perfekt sind. Am Ende des Tages ist die Maccabiah nicht weniger als ein kleines Wunder – Abzüge in der B-Note hin oder her.

Mit dem Vizepräsidenten von Makkabi Deutschland sprach Philipp Peyman Engel.

Isaak Lat wurde 1958 in Riga geboren, hat zwei Kinder und lebt als Zahnarzt in Berlin. Er ist seit 1974 Mitglied bei TuS Makkabi Berlin und seit 2001 im Vorstand. Seit Sommer 2012 ist Lat Vizepräsident und verantwortlich für den Bereich Sport.

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