EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Beschuss aus Gaza

»Wir halten es nicht mehr aus«

In größter Sorge: Bewohner Süd-Israels Foto: Flash90

Viele Bewohner des israelischen Südens haben genug. Nach den 39 Raketen, die am vergangenen Wochenende aus dem Gazastreifen abgeschossen wurden, demonstrierten sie nun Anfang der Woche in Tel Aviv und blockierten kurzzeitig den Cargo-Grenzübergang Kerem Schalom, um ihrem Unmut Luft zu machen.

In Tel Aviv waren es um die 100 Demonstranten, am Grenzübergang kaum mehr als ein Dutzend. »Wir halten es nicht mehr aus«, erklärte eine der Organisatorinnen, Liana Peretz. »Es ist unvorstellbar, dass meine Kinder in der Nacht aufwachen, in die Sicherheitsräume rennen müssen und neuerdings auch Angst vor Ballons und Drachen haben.« Peretz bezog sich damit auf die fliegenden Brandbomben, die aus Gaza abgeschickt werden und Felder und Landstriche der Gegend in schwarze verbrannte Erde verwandeln.


Sicherheit Es war der schwerste Beschuss seit August. Die Luftwaffe flog daraufhin Vergeltungsangriffe auf rund 80 Ziele der Hamas. Die Gefahr eines Krieges wächst trotz der Vermittlungsversuche seitens der Ägypter nach wie vor stetig. Israelische Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die Raketen die Folge eines Machtkampfes innerhalb der Gaza-Fraktionen Hamas und Islamischer Dschihad sind und der Iran hinter allem steckt.

Die Terrorgruppe Islamischer Dschihad hat in der vergangenen Zeit große Teile der Organisation der Massenproteste an der Grenze zu Israel übernommen und will auf diese Weise ihren Anteil an einem vermeintlichen Abkommen mit Israel einfordern, so Experten. Sie sind zudem überzeugt, dass die iranischen Revolutionären Garden den generellen Befehl zum Raketenbeschuss gegeben haben. Der Islamische Dschihad wird von Teheran finanziert.

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hatte zuvor bestätigt, dass Öllieferungen aus Katar in die Enklave genehmigt werden. UN-Sonderkoordinator für Nahost, Nikolay Mladenow, schrieb daraufhin, dass die dritte Turbine im Elektrizitätswerk von Gaza laufe und die Menschen im Gazastreifen nun acht Stunden Strom hätten. In den letzten Monaten waren es oft nicht mehr als vier gewesen.

»Die Gelegenheit sollte genutzt werden, um zu deeskalieren, alle humanitären Probleme zu bewältigen und die Palästinenser in einer demokratischen, nationalen Regierung zu vereinen«, so Mladenow.

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber wehren sich mit dem Stimmzettel gegen den Sicherheitsminister – und könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel steckt mal wieder im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026

Jerusalem

Vorfälle bei Parlamentswahl

Für die große Mehrheit der Israelis verlief der Wahltag friedlich. Es gab jedoch Einschüchterungsversuche und sogar Angriffe

 28.10.2026

Jerusalem

Benjamin Netanjahu bei Wahl vorn - aber ohne Mehrheit

Bleibt der heutige Ministerpräsident an der Macht? Oder kommt es zum Regierungswechsel? Der Politikveteran gibt sich in der Wahlnacht trotz unklarem Ausgang siegesgewiss

 28.10.2026 Aktualisiert