Beschuss aus Gaza

»Wir halten es nicht mehr aus«

In größter Sorge: Bewohner Süd-Israels Foto: Flash90

Viele Bewohner des israelischen Südens haben genug. Nach den 39 Raketen, die am vergangenen Wochenende aus dem Gazastreifen abgeschossen wurden, demonstrierten sie nun Anfang der Woche in Tel Aviv und blockierten kurzzeitig den Cargo-Grenzübergang Kerem Schalom, um ihrem Unmut Luft zu machen.

In Tel Aviv waren es um die 100 Demonstranten, am Grenzübergang kaum mehr als ein Dutzend. »Wir halten es nicht mehr aus«, erklärte eine der Organisatorinnen, Liana Peretz. »Es ist unvorstellbar, dass meine Kinder in der Nacht aufwachen, in die Sicherheitsräume rennen müssen und neuerdings auch Angst vor Ballons und Drachen haben.« Peretz bezog sich damit auf die fliegenden Brandbomben, die aus Gaza abgeschickt werden und Felder und Landstriche der Gegend in schwarze verbrannte Erde verwandeln.


Sicherheit Es war der schwerste Beschuss seit August. Die Luftwaffe flog daraufhin Vergeltungsangriffe auf rund 80 Ziele der Hamas. Die Gefahr eines Krieges wächst trotz der Vermittlungsversuche seitens der Ägypter nach wie vor stetig. Israelische Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die Raketen die Folge eines Machtkampfes innerhalb der Gaza-Fraktionen Hamas und Islamischer Dschihad sind und der Iran hinter allem steckt.

Die Terrorgruppe Islamischer Dschihad hat in der vergangenen Zeit große Teile der Organisation der Massenproteste an der Grenze zu Israel übernommen und will auf diese Weise ihren Anteil an einem vermeintlichen Abkommen mit Israel einfordern, so Experten. Sie sind zudem überzeugt, dass die iranischen Revolutionären Garden den generellen Befehl zum Raketenbeschuss gegeben haben. Der Islamische Dschihad wird von Teheran finanziert.

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hatte zuvor bestätigt, dass Öllieferungen aus Katar in die Enklave genehmigt werden. UN-Sonderkoordinator für Nahost, Nikolay Mladenow, schrieb daraufhin, dass die dritte Turbine im Elektrizitätswerk von Gaza laufe und die Menschen im Gazastreifen nun acht Stunden Strom hätten. In den letzten Monaten waren es oft nicht mehr als vier gewesen.

»Die Gelegenheit sollte genutzt werden, um zu deeskalieren, alle humanitären Probleme zu bewältigen und die Palästinenser in einer demokratischen, nationalen Regierung zu vereinen«, so Mladenow.

Diplomatie

Lebendiges Netzwerk

30.000 Euro für die deutsch-israelische Zusammenarbeit: Botschafter Ron Prosor zeichnet vier wegweisende Initiativen aus

 03.06.2026

Flugverkehr

Maschine von Israir die Landung verweigert – angeblich aus politischen Gründen

Die Maschine der israelischen Airline musste nach Kroatien ausweichen. Jerusalem wirft den slowenischen Behörden politische Diskriminierung vor.

von Sabine Brandes  03.06.2026 Aktualisiert

Beirut

Hisbollah: Angriffe auf Tel Aviv bei neuen Attacken Israels

Terror-Funktionär Mahmud Komati droht dem jüdischen Staat auf dem katarischen TV-Sender Al Araby

 03.06.2026

Jerusalem

Israel verweigert US-Aktivistin Linda Sarsour die Einreise

»Israel wird seine Tore nicht länger für diejenigen öffnen, die daran arbeiten, es zu zerstören«, schreibt Diaspora-Minister Amichai Chikli

 03.06.2026

Tel Aviv/Gaza

Israel tötet Hamas-Terroristen, der am 7. Oktober Geiseln verschleppte

Youssef Ayesh Awad Ramadan soll Hersh Goldberg-Polin, Alon Ohel, Eliya Cohen und Or Levy aus einem Schutzbunker nahe Re’im verschleppt haben

 03.06.2026

Judenhass

Bayerisches Hotel verschickt antisemitische Nachricht an Israeli

»Tut uns leid, in unserem Hotel sind keine Juden erlaubt«: Diese Nachricht erhielten israelische Touristen vom Hotel »Zum Hirschen« in der Ortschaft Lam

von Imanuel Marcus  03.06.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Roman Gofman neuer Leiter von Israels Geheimdienst Mossad

Ein Mann aus dem Militär und Berater Netanjahus wird nun Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes. Dem umstrittenen Wechsel an der Spitze des Mossad war ein Rechtsstreit vorausgegangen

 02.06.2026

Erwiderung

An allem sind ... oder, Herr Ahmetović?

Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetović macht keinen Hehl daraus, wen er zum Hauptverantwortlichen für nahezu sämtliche Probleme, Konflikte und Krisen in Nahost erklärt

von Sacha Stawski  02.06.2026

Film

Die Entwirrung der UNRWA

Eine neue Dokumentation beleuchtet Geschichte, Auftrag und politische Rolle des Palästinenserhilfswerks

von Maria Ossowski  02.06.2026