Israel

»Wir bereiten uns auf einen Krieg vor«

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Foto: dpa

Nach den jüngsten Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen weiteren Krieg gegen Extremisten in dem Küstengebiet für unvermeidlich erklärt.

»Wir werden wahrscheinlich keine Wahl haben, als einen großen Feldzug anzuordnen, einen Krieg gegen die Terrorkräfte in Gaza«, sagte Netanjahu am Donnerstag im Radiosender Kan Reschet Bet. Zugleich versicherte er, für ihn sei Krieg nur das letzte Mittel, es gehe ihm nicht um Applaus.

WAHLEN »Ich werde ihn nicht eine Minute, bevor wir bereit sind, beginnen, und wir bereiten uns auf einen anderen Krieg vor«, sagte Netanjahu. Er steht kurz vor der Parlamentswahl am Dienstag in der Kritik, nicht hart genug auf Raketenangriffe aus Gaza zu reagieren, vor denen Israelis im Süden des Landes immer wieder in Schutzräume flüchten müssen. Netanjahu selbst musste sich am Dienstag während einer Wahlkampfkundgebung in Sicherheit bringen, als Raketen auf die Gegend abgefeuert wurden.

Zuvor hatte er mit dem Versprechen für Aufsehen gesorgt, im Falle eines Wahlsieges das Jordantal zu annektieren, das die Palästinenser für einen künftigen Staat beanspruchen. UN-Sprecher Stéphane Dujarric sagte, ein solcher Schritt wäre eine ernste Verletzung internationalen Rechts und könne zerstörerisch auf Friedensmöglichkeiten mit den Palästinensern wirken.

Jordanien verurteilte Netanjahus »katastrophale« Ankündigung. »Es wird nicht nur die Zwei-Staaten-Lösung untergraben, die die ganze Welt als einzigen Weg zur Lösung des Konflikts betrachtet, es wird den gesamten Friedensprozess töten«, sagte Außenminister Ajman al-Safadi. Auch Saudi-Arabien hat den Plan kritisiert.

Belgien

Außerhalb des Völkerrechts

Die belgische Regierung verweigert einer Staatsangehörigen die konsularische Betreuung, weil sie in einer von Brüssel nicht anerkannten israelischen Siedlung lebt

 09.01.2026

Westjordanland

Israelische Siedler attackieren Palästinenser bei Deir Scharaf

Die Randalierer schlugen unter anderem mit Knüppeln auf einen am Boden knieenden Mann ein

 09.01.2026

Interview

»Hoffnung nach der Katastrophe«

Ayman Fakhr al-Din über seine Tochter Alma, die 2024 von einer Rakete der Hisbollah auf den Golanhöhen getötet wurde

von Ayala Goldmann  09.01.2026

Alija

Sprunghafter Anstieg: Mehr Juden sagen Frankreich Adieu

2025 hat sich die Zahl der jüdischen Auswanderer nach Israel fast verdoppelt. Experten machen dafür vor allem den wachsenden Antisemitismus verantwortlich

 08.01.2026

Entführungsfall

Jugendamts-Zeugin im Block-Prozess: »Unglaubliche Belastung«

In dem Hamburger Prozess geht es eigentlich um die Entführung der Block-Kinder. Die hat aber eine jahrelange Vorgeschichte. Eine Jugendamts-Mitarbeiterin schildert eine wichtige Wende im Sommer 2021

von Stephanie Lettgen, Bernhard Sprengel  08.01.2026

Fußball

England als neue Chance? Daniel Peretz verlässt Hamburger SV

Nach der missglückten Leihe zum Hamburger SV geht es für Bayern-Torhüter Daniel Peretz in England weiter. Dort trifft er auf einen deutschen Trainer

 08.01.2026

Gesellschaft

»Habaita« – das Wort des Jahres in Israel

Ein simpler hebräischer Ausdruck aus drei Silben bezeichnet das Gefühl eines ganzen Landes

von Sabine Brandes  08.01.2026

Gesellschaft

Eine Milliarde für Schulen ohne Kernfächer

Der Oberste Gerichtshof in Israel kritisiert die Regierung scharf für den Transfer an ultraorthodoxe Schulen

von Sabine Brandes  08.01.2026

Nachrichten

Wetter, Katargate, Bevölkerung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  08.01.2026