Jerusalem

Wiedersehen in Yad Vashem

Sie dachten, ihre gesamte Familie sei während der Schoa ermordet worden. Nun haben zwei israelische Geschwister, die aus Polen stammen, sich das erste Mal mit ihren beiden Cousins ersten Grades getroffen – in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Das berichtete die Nachrichtenagentur Jewish Telegraphic Agency (JTA).

Die Geschichte begann, als Fania Band Blakay in der Datenbank von Yad Vashem eine Zeugenaussage entdeckte, die ihren Vater betraf. Die Aussage stammte vom Schwager ihres Vaters. Blakay war davon ausgegangen, dass dieser ermordet worden war. In Wirklichkeit aber, so JTA weiter, hatte der Schwager die Schoa überlebt und war mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern nach Israel ausgewandert, wo auch Fania Band Blakay und ihr Bruder Gennadi Band leben.

traum Am Dienstag trafen Blakay und Band zum ersten Mal mit ihren Cousins Henia Borenstein Moskowitz und Rywka Borenstein Patchnik zusammen. »Ich bin sehr gerührt und sehr glücklich«, sagte Blakay laut einer Pressemitteilung. »Mein Vater hat immer nach Mitgliedern seiner Familie gesucht und davon geträumt, sie zu finden. Er war ganz alleine. Doch endlich, bei diesem heutigen Treffen, ist sein Traum wahr geworden.«

Henia Moskowitz erklärte, sie habe die Nachricht nicht glauben können, als der Anruf von Yad Vashem kam: »Ich dachte zuerst, das sei ein Irrtum. Aber als wir uns heute getroffen haben, habe ich auf den ersten Blick eine Verbindung gespürt. Über Nacht ist meine Familie größer geworden. Dank Yad Vashem haben wir entdeckt, dass wir nicht alleine sind.«

Die Familie stammte ursprünglich aus Warschau. Laut dem Bericht von JTA stellte sich heraus, dass alle vier Cousins, die zwischen 1924 und 1942 geboren sind, und ihre Eltern während des Zweiten Weltkriegs in die Sowjetunion geflohen waren.

Gadi Eisenkot spricht an einem Rednerpult vor einer israelischen Flagge

Israel

Eisenkot will Israel aus der Krise führen

Nach dem Auftrag zur Regierungsbildung ruft der frühere Generalstabschef zu einer Notstandsregierung auf und streckt allen Parteien die Hand aus

 08.11.2026

Kuscheltiere und Puppen auf dem Rabin-Platz, eine Puppe ist mit einem Seil gefesselt

Ariel

Kinderkrippe des Grauens

Drei Betreuerinnen wird systematische Gewalt an Babys und Kleinkindern vorgeworfen. Die Polizei spricht von einem der schwerwiegendsten Missbrauchsfälle der vergangenen Jahre

von Sabine Brandes  08.11.2026

Krieg gegen den Iran

Die Mullahs schossen Raketen – Bat Yam schickt die Rechnung

Die israelische Stadt will Schadensersatz in Millionenhöhe von Teheran. Für die Zustellung der Klage musste der Bürgermeister einen iranischen Vertreter durch die Straßen von Manhattan verfolgen

von Sabine Brandes  08.11.2026

Israels Präsident Izchak Herzog

Nach der Parlamentswahl

Israels Präsident beauftragt Eisenkot mit Regierungsbildung

Dem Oppositionspolitiker Eisenkot fehlen 13 Mandate für eine eigene Regierungsmehrheit. Arabische oder ultraorthodoxe Parteien könnten ihm helfen. Doch beide Optionen bergen großes Konfliktpotenzial

 08.11.2026 Aktualisiert

Befreiung von der Schuld: Wenn Claudia Roth plötzlich wie Björn Höcke klingt

Eine Einordnung von Georg M. Hafner

 07.11.2026

Berlin

Merz fordert Ausreise bei Judenhass unter Muslimen

Bei einem Empfang jüdischer Sportler äußert sich der Kanzler deutlich zum Antisemitismus unter muslimischen Einwanderern

 07.11.2026

Nach den Wahlen

Streit um Regierungsbildung in Israel eskaliert

Israels amtierender Ministerpräsident Netanjahu fordert eine breite Koalition unter Einschluss der Rechtsextremisten. Oppositionspolitiker Eisenkot weist das Angebot umgehend als PR-Manöver zurück

 07.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  07.11.2026

Jerusalem

Israels Präsident vergibt Auftrag zur Regierungsbildung

In Israel beginnt der Countdown zur Regierungsbildung. Präsident Herzog vergibt den Auftrag wahrscheinlich an den Oppositionspolitiker Eisenkot

 07.11.2026