Pessach

Israel genießt seine neugewonnene Freiheit

Erfolgreiche Impfkampagne und Festwoche locken ins Freie. Foto: Flash90

Die Ben-Amis genießen die Pessachferien – im eigenen Land. Gemächlich schlendern sie durch die Jerusalemer Altstadt, kaufen neue Keramik, lassen sich die arabischen Süßigkeiten schmecken. Die Israelis strömen in der Festwoche in die Städte, Naturparks, Museen und an die Strände von Nord bis Süd, um die neugewonnene Freiheit zu erleben. Währenddessen sinken die Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter.   

AUSLAND »Jedes Jahr waren wir zu dieser Zeit im Ausland, und im letzten Frühjahr saßen wird im Lockdown fest. Nach diesem schrecklichen Jahr sehen wir Ausflüge in Israel mit ganz anderen Augen«, meint Motti Ben-Ami aus Cholon. »Es muss wirklich nicht immer Paris oder London sein. Es ist wunderbar, hier Ferien zu machen.« Gemeinsam mit Ehefrau und zwei Töchtern hat er für drei Tage in einem Hotel in Jerusalem eingecheckt.  

Seine beiden Kinder sind über 16 Jahre alt und geimpft, ebenso wie er und seine Frau. In den Museen und im Hotel achte man besonders auf Hygiene und sozialen Abstand, erzählt er. »Und damit fühlen wir uns zu 100 Prozent sicher.«

In einigen Stätten musste die Parkbehörde dazu aufrufen, von einem Besuch abzusehen – wegen Überfüllung geschlossen.

Im vergangenen Jahr zu dieser Zeit befand sich das Land in einem strikten Lockdown, dem ersten seit dem Auftauchen des Coronavirus in Israel. Von Angst ist dieser Tage in Israel nur noch wenig zu spüren. Es zieht die Menschen in Massen ins Freie, Geschäfte, Cafés und Restaurants. Viele Lokale berichten, dass sie bereits Tage im Voraus ausgebucht sind. Für einen Platz im Innenbereich muss man derzeit geimpft sein, draußen jedoch dürfen alle Platz nehmen.

WETTER Mehr als 200.000 Menschen nutzten allein am Dienstag das schöne Wetter, um die Naturparks und Ausgrabungen im ganzen Land zu besuchen, gibt die israelische Natur und Parkbehörde an. Besonders beliebt waren Ein Gedi am Toten Meer, die Reservate Banias und Ein Afek im Norden sowie die historischen Orte Caesarea und Megiddo. Allerdings musste die Parkbehörde in einigen Stätten dazu aufrufen, von einem Besuch abzusehen – wegen Überfüllung geschlossen.

Auch die Museen, in denen man Eintrittskarten derzeit ausschließlich online reservieren kann, sind voll ausgebucht. Am See Genezareth tummelten sich zeitweise mehr als 25.000 Leute. Später mussten auch hier die Strände gesperrt werden.

RADWEGE Der Jüdische Nationalfonds – Keren Kayemeth LeIsrael (JNF-KKL e.V.) gab an, dass Hunderte von Radfahrern die verschiedenen Radwege nutzten. Viele waren mit ihren ganzen Familien gekommen, um sich sportlich zu betätigen.

Die Positivrate der Coronatests liegt derzeit bei nur noch einem Prozent, und auch die Zahl der schwerkranken Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern ist auf unter 400 gesunken, erklärte das Gesundheitsministerium am Mittwoch. Knapp 5,24 Millionen Bewohner sind mittlerweile geimpft worden, 51 Prozent erhielten bereits die zweite Spritze. In Israel sind insgesamt 833.000 Fälle des Coronavirus gemeldet worden.

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