Maccabiah

»Wettbewerb mit großem Herzen«

Für ihren feierlichen Einzug ins Teddy-Stadion in Jerusalem hatte sich die deutsche Delegation etwas ganz Besonderes überlegt: Die Sportlerinnen und Sportler in schwarz-weißen Sportanzügen und mit schwarzen, roten sowie goldenen Bandanas liefen in geschlossener Formation bis zur Mitte des Spielfelds. Plötzlich blieb die Gruppe stehen, bildete eine Gasse und ging in die Knie.

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In dem Moment, in dem einer der Athleten mit Flick-Flacks an ihnen vorbeiturnte, sprangen sie wieder auf und zündeten einer nach dem anderen eine Konfetti-Kanone, so lange, bis die ganze Gruppe schließlich in einer bunten Wolke verschwand.

JUBEL Die deutsche Delegation war eine von über 60 aus der ganzen Welt, die am Donnerstagabend feierlich die Eröffnung der 21. Maccabiah begingen. Über 10.000 Sportlerinnen und Sportler liefen unter großem Jubel in das zweitgrößte Stadions Israels ein, das insgesamt 34.000 Menschen fasst und nach dem legendären Jerusalemer Bürgermeister Teddy Kollek sel. A. benannt ist.

In diesem Jahr stellt Makkabi Deutschland die größte Delegation seiner Geschichte.

Unter den Tausenden Zuschauern waren auch der israelische Präsident Isaac Herzog, der israelische Premierminister Yair Lapid sowie Joe Biden, der Präsident der Vereinigten Staaten. Biden befindet sich zurzeit auf Staatsbesuch in Israel und ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, an der Eröffnung der Maccabiah, nach der Olympiade und den Paralympics die drittgrößte Sportveranstaltung der Welt, teilzunehmen.

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Im Vorfeld hatte der US-Präsident einige der amerikanischen Sportler, die in Israel antreten, für ein Gespräch getroffen. Mit 1400 Athletinnen und Athleten stellen die USA die mit Abstand größte Delegation außerhalb Israels. Auch wenn das deutsche Team mit 240 Teilnehmern deutlich kleiner ist, stellten sie mit ihrer Performance alle anderen in den Schatten. So spektakulär wie sie lief sonst kein Team ins Stadion ein. Angeführt wurden die deutschen Sportler von mehreren »Makkabären«, Athleten im Bärenkostüm, und ihren Fahnenträgern.

STIMMUNG Die Makkabi-Flagge hielt die jüngste Teilnehmerin, die Tennisspielerin Kristina Sachenko (13), zusammen mit der ältesten, Schwimmerin Beatrice Feicht (68). Die schwarz-rot-goldene Deutschland-Fahne schwenkte Jonathan Ben-Shlomo, der Vorstandsmitglied von Makkabi Deutschland ist und als Schwimmer den deutschen Rekord für die meisten Maccabiah-Medaillen hält.

Zu den kleinsten Delegationen zählen unter anderem die der Cayman Islands mit zwei Athleten und die japanische, die aus einem einzigen Sportler besteht.

Für Stimmung sorgte auch das australische Team, das trotz der längsten Anreise aller Delegationen besonders laut und munter war. Die australischen Sportlerinnen und Sportler nennen sich selbst »Shwamy Army«, was so viel wie »coole Armee« bedeutet, und stellen mit 509 Teilnehmern eine der größeren Delegationen.

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In einer ähnlichen Größenordnung bewegt sich auch die brasilianische Delegation, zu der auch ein Schwimmer gehört, der bereits 74 Jahre alt ist. Zu den kleinsten Delegationen zählen unter anderem die der Cayman Islands mit zwei Athleten und die japanische, die aus einem einzigen Sportler besteht.

LABRADORE Den Abschluss des Einzugs ins Stadion bildete wie immer die israelische Delegation, die in Sachen Größe außer Konkurrenz läuft. Zehn Minuten dauerte es, bis alle israelischen Teilnehmer ihren Auftritt hatten. Ganz am Ende des israelischen Teams liefen auch zwei unerwartete Teilnehmer mit: zwei Labrador-Hunde, die ihren blinden Herrchen den Weg über den Laufsteg quer über das Spielfeld bis zu ihren Plätzen auf der Tribüne bahnten. Dort hatten schließlich alle Maccabiah-Sportler Platz genommen, und die Eröffnungsshow konnte beginnen.

»Zündet die Fackel an!«, rief Israels Staatspräsident Isaac Herzog.

Den Anfang machte die israelische Pop-Sängerin Eden Ben Zaken mit einem stimmungsvollen Song mit Disco-Beats, begleitet von einer aufwendigen Licht- und Laser-Show und unter Einsatz jeder Menge Feuerwerks. Im Anschluss wandte sich Isaac Herzog an seine »Brüder und Schwestern aus der ganzen Welt«, wie er die Maccabiah-Sportlerinnen und -Sportler nannte.

Herzog hieß sie alle bei der 21. Maccabiah, »ein Wettbewerb mit einem großen Herzen«, willkommen und wünschte ihnen »jede Menge Rekorde« und »viel Glück«. Schließlich gab er das Kommando: »Zündet die Fackel an!« – und die Maccabiah 2022 war offiziell eröffnet.

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Noch bis zum 26. Juli werden die 10.000 Makkabäer in 47 Disziplinen gegeneinander antreten. Dabei gibt es insgesamt über 2100 Medaillen zu gewinnen. Bei den letzten Spielen vor fünf Jahren brachten die deutschen Sportler 46-mal Edelmetall nach Hause.

In diesem Jahr stellen sie die größte Delegation in ihrer Geschichte und wollen ihren bisherigen Medaillenrekord noch einmal toppen. Bisher sieht es ganz gut aus: Seit zwei Tagen laufen die ersten Wettkämpfe, und die deutschen Athleten konnten bereits einige Siege einfahren.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserer nächsten Printausgabe.

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