Israel

Waze wehrt sich gegen Vorwürfe

Die beliebte Navigations-App Waze weist alle Vorwürfe zurück: Am Dienstag hatten sich zwei Soldaten der israelischen Armee verfahren und waren – angeblich durch Waze – in das palästinensische Flüchtlingslager Kalandia geführt worden. Ein Mob attackierte das Fahrzeug der Soldaten mit Steinen und Molotowcocktails, Unruhen brachen aus. Die Armee musste anrücken, um die beiden zu retten. Dabei wurden ein Palästinenser getötet und fünf israelische Grenzpolizisten verletzt.

Die Soldaten gaben an, sie seien gegen elf Uhr in Kalandia angekommen, nachdem sie durch eine Angabe von Waze eine falsche Abzweigung genommen hätten. Angeblich hatten sie die Einstellung »kürzeste Strecke« gewählt, die durch das feindliche Gebiet geführt hat. Ein Militärsprecher erklärte im Armeeradio, es müsse untersucht werden, wie sie dorthin gelangt sind. »Es geht um die Qualität von Waze und die Schwierigkeiten, die bei der Nutzung entstehen können.«

blockiert Die Firmenleitung von Waze, die vor einer Weile von Google aufgekauft worden war, ist jedoch der Ansicht, die Soldaten hätten die Situation selbst verursacht. »Waze verfügt über eine spezielle Einstellung, die Wege blockiert, die als gefährlich gelten, oder Gebiete, in denen Israelis der Zutritt untersagt ist«, heißt es in einer Erklärung der Firma.

»Doch in diesem Fall war diese Einstellung deaktiviert. Außerdem wich der Fahrer von der vorgeschlagenen Route ab und fuhr daraufhin in das verbotene Gebiet. An den Straßen sind rote Schilder aufgestellt, die auf das Palästinensergebiet hinweisen. Es ist die Verantwortung eines jeden Fahrers, sich daran zu halten«, erläuterte Waze.

Verteidigungsminister Mosche Yaalon indes kommentierte, es habe zwar offenbar Schwierigkeiten mit der Technologie gegeben – doch das wahre Problem sei der palästinensische Hass.

Israel

Herzog ruft Israels Politiker zu Kompromissbereitschaft auf

Der Präsident mahnt die Parteichefs zur Flexibilität bei den Koalitionsgesprächen und warnt vor Neuwahlen. Am Mittwoch beginnen die Beratungen in seinem Amtssitz

 01.11.2026

Regierungsbildung

Israels Oppositionschefs treffen sich zu Gesprächen

Avigdor Liberman soll sich mit Gadi Eisenkot getroffen haben, Yair Golan sprach mit der Gemeinsamen Liste. Der Likud schließt unterdessen eine Rotation im Amt des Ministerpräsidenten aus

 01.11.2026

Gadi Eisenkot spricht in der Wahlnacht vor Anhängern

Regierungsbildung in Israel

Eisenkot nennt vier Bedingungen für mögliche Koalitionspartner

Der Yashar-Chef will die neue Knesset-Mehrheit rasch nutzen und lädt jeden Abgeordneten zur Zusammenarbeit ein, der seine Grundsätze akzeptiert

 01.11.2026

Jair Golan, Vorsitzender der Demokraten in Israel, im Porträt

Nahost

Opposition warnt vor neuem Krieg mit Iran unter Netanjahu

Angesichts wachsender Spannungen mit dem Iran stellt ein führender Oppositionspolitiker die politische Legitimation Netanjahus für eine neue militärische Auseinandersetzung infrage

 01.11.2026

Isaac Herzog spricht beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Regierungsbildung

Israels Präsident kündigt Gespräche zur Regierungsbildung an

Keines der politischen Lager in Israel erreicht die erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen. Nun liegt die Initiative bei Präsident Herzog. Wer erhält den ersten Auftrag zur Regierungsbildung?

 01.11.2026

Jerusalem

Wahlsieger ohne Mehrheit

Das endgültige Wahlergebnis liegt vor. Benjamin Netanjahus Likud hat mehr Sitze als alle anderen Parteien. Nützt ihm das etwas?

 30.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will Wehrpflichtgesetz und Untersuchung zum 7. Oktober vorantreiben

Der Vorsitzende der zentristischen Partei Yashar erklärt, er arbeite bereits an entsprechenden Gesetzesvorlagen. Ob er wirklich eine Regierung bilden kann, bleibt aber unklar

 30.10.2026

Umfrage

Mehrheit der Oppositionswähler befürwortet Regierungskoalition mit arabischer Partei

Befragt wurden Anhänger von Yashar, B’Yachad, der Demokraten sowie Yisrael Beitenu. Was denken diese Wähler?

 30.10.2026

Natur

Gefährliche Ameise

Die invasive Afrikanische Großkopfameise breitet sich schnell aus und kann Ökosysteme sowie die Landwirtschaft schädigen – jetzt wurde sie in Haifa gefunden

von Sabine Brandes  29.10.2026