Israel

Waze wehrt sich gegen Vorwürfe

Die beliebte Navigations-App Waze weist alle Vorwürfe zurück: Am Dienstag hatten sich zwei Soldaten der israelischen Armee verfahren und waren – angeblich durch Waze – in das palästinensische Flüchtlingslager Kalandia geführt worden. Ein Mob attackierte das Fahrzeug der Soldaten mit Steinen und Molotowcocktails, Unruhen brachen aus. Die Armee musste anrücken, um die beiden zu retten. Dabei wurden ein Palästinenser getötet und fünf israelische Grenzpolizisten verletzt.

Die Soldaten gaben an, sie seien gegen elf Uhr in Kalandia angekommen, nachdem sie durch eine Angabe von Waze eine falsche Abzweigung genommen hätten. Angeblich hatten sie die Einstellung »kürzeste Strecke« gewählt, die durch das feindliche Gebiet geführt hat. Ein Militärsprecher erklärte im Armeeradio, es müsse untersucht werden, wie sie dorthin gelangt sind. »Es geht um die Qualität von Waze und die Schwierigkeiten, die bei der Nutzung entstehen können.«

blockiert Die Firmenleitung von Waze, die vor einer Weile von Google aufgekauft worden war, ist jedoch der Ansicht, die Soldaten hätten die Situation selbst verursacht. »Waze verfügt über eine spezielle Einstellung, die Wege blockiert, die als gefährlich gelten, oder Gebiete, in denen Israelis der Zutritt untersagt ist«, heißt es in einer Erklärung der Firma.

»Doch in diesem Fall war diese Einstellung deaktiviert. Außerdem wich der Fahrer von der vorgeschlagenen Route ab und fuhr daraufhin in das verbotene Gebiet. An den Straßen sind rote Schilder aufgestellt, die auf das Palästinensergebiet hinweisen. Es ist die Verantwortung eines jeden Fahrers, sich daran zu halten«, erläuterte Waze.

Verteidigungsminister Mosche Yaalon indes kommentierte, es habe zwar offenbar Schwierigkeiten mit der Technologie gegeben – doch das wahre Problem sei der palästinensische Hass.

Knesset

Armeedienst und Torastudium sollen gleichgestellt werden

Trotz des Widerstands der Opposition und einiger Koalitionsmitglieder geht der kontroverse Gesetzesvorschlag durch die erste Lesung

von Sabine Brandes  12.06.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

Pride Parade findet trotz Sicherheitsbedenken statt

Erstmals seit den Zeiten vor den Hamas-Massakern vom 7. Oktober 2023 kehrt das Großereignis zurück

 12.06.2026

Wehrpflicht

Massenproteste: Charedim legen Verkehr in Zentralisrael lahm

Die Demonstration richteten sich gegen die Festnahme von 19 Wehrdienstverweigerern nach Ausschreitungen vor dem Haus des stellvertretenden Präsidenten des Obersten Gerichts

 12.06.2026

Studie

KI-Modelle reproduzieren antisemitische Vorurteile

Zwei israelische Forscher sagen, ihre Analyse zeige, wie »ein uraltes Vorurteil durch komplexe Muster von Eigenschaftszuschreibungen und kultureller Codierung in modernen technologischen Systemen fortbesteht«

 12.06.2026

Krieg gegen den Terror

Israel bereitet offenbar Vorstoß auf Hisbollah-Hochburg Nabatieh vor

»Die Hisbollah zieht sich zurück, hält aber an der Linie von Nabatieh fest«, sagt ein ranghoher IDF-Offizier

 12.06.2026

Iran

Krieg auf Eis gelegt

Die direkte Konfrontation zwischen Israel und dem Mullah-Regime ist gestoppt. Doch die Spannungen in der Region bleiben unverändert hoch

von Sabine Brandes  11.06.2026

Gesellschaft

Erste Frau in IDF-Eliteeinheit Sayeret Matkal

Seit 2024 dürfen auch Frauen in die geheimnisvolle Einheit aufgenommen werden. Nun hat erstmals eine Israelin die harte Aufnahmeprüfung bestanden

von Sabine Brandes  11.06.2026

Jerusalem

Bericht: Regierung will Hunderte Millionen für 61 Siedlungen bereitstellen

Nach Informationen des Journalisten Barak Ravid will das Kabinett noch heute über einen Plan abstimmen, der die praktische Umsetzung der Projekte im Westjordanland ermöglichen würde

 11.06.2026

Meeressäuger

Pottwale vor der Küste Ashdods gesichtet

Der Fund gelingt einem Wisschenschaftlerteam, kurz bevor es seine Forschungsfahrt wegen iranischer Angriffe abbrechen muss

 11.06.2026