Israel

Waze wehrt sich gegen Vorwürfe

Die beliebte Navigations-App Waze weist alle Vorwürfe zurück: Am Dienstag hatten sich zwei Soldaten der israelischen Armee verfahren und waren – angeblich durch Waze – in das palästinensische Flüchtlingslager Kalandia geführt worden. Ein Mob attackierte das Fahrzeug der Soldaten mit Steinen und Molotowcocktails, Unruhen brachen aus. Die Armee musste anrücken, um die beiden zu retten. Dabei wurden ein Palästinenser getötet und fünf israelische Grenzpolizisten verletzt.

Die Soldaten gaben an, sie seien gegen elf Uhr in Kalandia angekommen, nachdem sie durch eine Angabe von Waze eine falsche Abzweigung genommen hätten. Angeblich hatten sie die Einstellung »kürzeste Strecke« gewählt, die durch das feindliche Gebiet geführt hat. Ein Militärsprecher erklärte im Armeeradio, es müsse untersucht werden, wie sie dorthin gelangt sind. »Es geht um die Qualität von Waze und die Schwierigkeiten, die bei der Nutzung entstehen können.«

blockiert Die Firmenleitung von Waze, die vor einer Weile von Google aufgekauft worden war, ist jedoch der Ansicht, die Soldaten hätten die Situation selbst verursacht. »Waze verfügt über eine spezielle Einstellung, die Wege blockiert, die als gefährlich gelten, oder Gebiete, in denen Israelis der Zutritt untersagt ist«, heißt es in einer Erklärung der Firma.

»Doch in diesem Fall war diese Einstellung deaktiviert. Außerdem wich der Fahrer von der vorgeschlagenen Route ab und fuhr daraufhin in das verbotene Gebiet. An den Straßen sind rote Schilder aufgestellt, die auf das Palästinensergebiet hinweisen. Es ist die Verantwortung eines jeden Fahrers, sich daran zu halten«, erläuterte Waze.

Verteidigungsminister Mosche Yaalon indes kommentierte, es habe zwar offenbar Schwierigkeiten mit der Technologie gegeben – doch das wahre Problem sei der palästinensische Hass.

Kultur

Wer ist »Michelle«? Das Geheimnis hinter Israels ESC-Song

Noam Bettans Lied klingt wie eine Trennungsgeschichte – doch viele interpretieren den Text anders: Als die komplizierte Beziehung des jüdischen Volkes zu Europa

von Sabine Brandes  19.05.2026

Israel

Frühstart für Quallen-Saison: Erste große Schwärme vor der Küste

Problem am Badestrand: Zwischen Nahariya und Aschkelon werden bereits zahlreiche glibberige Nesseltiere gesichtet

 19.05.2026

Umfrage

Viele Gaza-Bewohner denken über Auswanderung nach

Laut einer israelischen Erhebung sind fast 80 Prozent der Befragten an Informationen über Möglichkeiten zur Ausreise in Drittstaaten interessiert

 19.05.2026

Jerusalem

Umfrage: Mehrheit der Israelis will Regierung ohne Netanjahu 

Die israelische Regierung wackelt. In jüngsten Umfragen käme die aktuelle Koalition bei weitem nicht auf eine Mehrheit. Auch die politische Zukunft von Regierungschef Netanjahu scheint ungewiss

von Andrea Krogmann  19.05.2026

Gaza

Neue Studie: Hamas plante 7. Oktober über Jahre

Forschungen der Hebräischen Universität zeigen auf, dass das verheerende Massaker Teil einer langfristigen Strategie zur Destabilisierung Israels war

von Sabine Brandes  19.05.2026

Washington

Trump: Geplanter Angriff auf Iran vorerst gestoppt

»Wenn wir ein Abkommen mit Iran erreichen können, ohne sie in Grund und Boden zu bombardieren, wäre ich sehr glücklich«, so der US-Präsident

 19.05.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« erhält Tacheles-Preis

Der Tacheles-Preis wird alle zwei Jahre an Personen oder Organisationen verliehen, die sich für die Sicherung einer jüdischen Zukunft in Deutschland einsetzen. Die Laudatio hält der neue WELT-Chefredakteur Helge Fuhst

 18.05.2026

Mittelmeer

Israel stoppt neue Gaza-Flotte

Ende April war die »Global Sumud Flotilla« bereits in internationalen Gewässern gestoppt worden. Die Aktivisten stachen daraufhin noch einmal von einem Hafen in der Türkei in See. Jetzt wurde die Flotte erneut von Israel abgefangen

 18.05.2026

Wirtschaft

Energiezentrum in Nahost

Die Gasfelder im östlichen Mittelmeer könnten für mehr Stabilität in der Region sorgen – gäbe es keine kriegsbedingten Ausfälle

von Sabine Brandes  18.05.2026