Die Versorgungslage mit Trinkwasser im Gazastreifen ist erneut Gegenstand widersprüchlicher Darstellungen geworden. Während das UN-Hilfswerk UNRWA laut israelischen Medien von gravierenden Engpässen spricht, weist eine israelische Behörde diese Einschätzung entschieden zurück und verweist auf laufende Infrastrukturmaßnahmen.
Nach Angaben des israelischen Koordinators für Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) gelangen derzeit täglich mehr als 70.000 Kubikmeter Wasser in den Gazastreifen. Bei zwei Millionen Einwohnern wäre dies mehr als ausreichend. Um den in Deutschland üblichen Wasserverbrauch pro Person für die Einwohner Gazas zu decken, wären nur 40.000 Kubikmeter pro Tag erforderlich.
COGAT reagierte damit auf UNRWA-Aussagen, wonach die Frischwasserversorgung als »eingeschränkt und verschmutzt« sei. Ursache sei demnach unter anderem ein Zusammenbruch der Abwasserinfrastruktur.
Die israelische Behörde widerspricht dieser Darstellung und spricht von »falschen Narrativen«. Man habe zuletzt schnell auf Probleme reagiert: »Die Fakten sprechen für sich. Als vergangene Woche ein Problem an einer Wasserleitung gemeldet wurde, haben wir umgehend eine Reparatur koordiniert, um die volle Funktionsfähigkeit wiederherzustellen.«
Nach israelischen Angaben führen derzeit vier Leitungen Wasser in den Gazastreifen: Nahal Oz, Bani Suheila, Birkat Sa’id sowie eine von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte Leitung. Trotz der Belastungen durch den anhaltenden Konflikt werde weiter an der Instandhaltung gearbeitet.
Gleichzeitig räumt die Behörde ein, dass die lokale Grundwasserversorgung weiterhin vor erheblichen Herausforderungen steht. Dennoch werde die Infrastruktur auch unter Kriegsbedingungen instand gesetzt, um die Zivilbevölkerung mit sicherem Trinkwasser zu versorgen, hieß es. im