Pandemie

Warum Israel Impfungen für alle zwölf- bis 18-jährigen Kinder ermöglicht

Sollen auf Antikörper getestet werden: Schüler in Israel Foto: Flash 90

Um die Impfkampagne gegen das Coronavirus unter Jugendlichen voranzutreiben, impft der israelische Rettungsdienst seit Dienstag auch an Schulen. Alle 12- bis 18-Jährigen könnten in Begleitung ihrer Eltern kommen oder mit einer schriftlichen Genehmigung der Erziehungsberechtigten, bestätigte ein Sprecher von Magen David Adom.

Die Jugendlichen bräuchten dafür keinen Termin. Bisher haben laut Gesundheitsministerium rund 36 Prozent der 10- bis 19-Jährigen eine Impfung mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff erhalten, rund 24 Prozent bereits die zweite.

Landesweit betreibt der Rettungsdienst demnach rund 30 Impfstationen an Schulen und Gemeindezentren. In Israel haben bereits die Sommerferien begonnen. Viele Kinder und Jugendliche gehen allerdings auch während des Sommers für eine Ferienbetreuung in die Schulen.

In Israel steigt trotz einer hohen Impfquote seit gut zwei Wochen die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen deutlich an. Am Montag wurden laut Gesundheitsministerium 501 Personen positiv getestet. Zuletzt wurden im März mehr als 500 Corona-Neuinfektionen an einem Tag festgestellt. Der größte Teil der Neuinfektionen steht im Zusammenhang mit der Delta-Variante, die zuerst in Indien nachgewiesen wurde. Viele der Infizierten sind jüngere Menschen.

Ministerpräsident Naftali Bennett drängt Eltern, Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren impfen zu lassen. Dies sei nur noch bis 9. Juli möglich, weil Ende Juli die in Israel gelagerten Impfdosen ablaufen würden, sagte er mehrfach. Wer spätestens am Freitag seine erste Dosis des Biontech/Pfizer-Impfstoffs bekomme, könne bis Ende des Monats die zweite Dosis erhalten.

Die Zahl der schwer an Covid-19 Erkrankten sank laut Gesundheitsministerium am Montag leicht auf 33. Seit rund zwei Wochen ist kein Todesfall mehr im Zusammenhang mit dem Virus registriert worden.

Israel gilt wegen seiner erfolgreichen Impfkampagne als Vorzeigeland im Kampf gegen das Coronavirus. Von rund 9,3 Millionen Einwohnern haben 5,7 Millionen Menschen die erste Impfung erhalten, davon sind 5,2 Millionen vollständig geimpft. Dies entspricht 56 Prozent der Bevölkerung.

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