Geburtstag

Vom Sinai nach Oslo

Yitzhak Rabin Foto: Flash 90

Vor 90 Jahren, am 1. März 1922, wurde Yitzhak Rabin in Jerusalem geboren. Soldat schon während der Staatsgründung 1948, gilt Rabin als jener, dem Israel 1967 den militärischen Sieg verdankte. Er eroberte die syrischen Golanhöhen, die Sinai-Halbinsel und die von Ägypten und Jordanien besetzten »palästinensischen Gebiete«.

Rabin, der erste im Lande geborene Ministerpräsident, hat die PLO und damit das palästinensische Volk anerkannt. Für einen vorläufigen »Friedensvertrag«, die Osloer Verträge, erhielt er mit Jassir Arafat den Friedensnobelpreis. Im November 1995 wurde Rabin in Tel Aviv von einem rechtsradikalen Israeli, Jigal Amir, ermordet.

Frieden Rabins Lebenslauf ist Vermächtnis. Die Eroberung Ostjerusalems mitsamt der Heiligen Stätten, der damals von aller Welt bewunderte Sieg des in seiner Existenz bedrohten jüdischen Staates 1967, die Besetzung »arabischen Landes« aber dann auch der »Frieden« mit Jassir Arafat haben vor allem die Sicht des arabisch-israelischen Konflikts grundlegend geändert. Seitdem ist nur noch von einem palästinensisch-israelischen Konflikt die Rede.

Der Mord an Rabin hat einen bis heute nicht verheilten Bruch in der israelischen Gesellschaft bewirkt. Rabins Vision eines Friedens mit den Palästinensern hat paradoxerweise zum Verfall der israelischen Linken geführt. Denn die vermeintlich alternativlose Zweistaatenlösung ist vor allem von der israelischen Rechten, darunter der jetzigen Regierung, angenommen worden. Benjamin Netanjahu hat in Folge der von Rabin ausgehandelten Verträge 1996 Hebron an die Palästinenser übergeben, und der »Hardliner« Ariel Scharon ließ 2005 den Gazastreifen räumen.

Berlin

Dieter Nuhr erhält den Leo-Baeck-Preis

Der Kabarettist ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden. Zentralratspräsident Josef Schuster würdigte den Kabarettisten für seinen entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus

von Detlef David Kauschke  10.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026

Nahost

Sexuelles Fehlverhalten

Strafgerichts-Chefankläger Karim Khan wurde suspendiert

von Sabine Brandes  10.06.2026

Iran

Angeblicher Israel-Spion: Mullahs beschlagnahmen Vermögen von Fußballheld Karimi

Der frühere Kapitän der Nationalmannschaft lebt im Exil in den USA und gehört zu den bekanntesten Kritikern des Regimes

von Sabine Brandes  10.06.2026

Meinung

So macht man Stimmung

Die deutsche Berichterstattung über den Krieg zwischen Israel und der Terrormiliz Hisbollah ist unterkomplex und einseitig. Über die wahren Interessen der Libanesen wird dabei hinweggegangen

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Umfrage

Vertrauen in Trumps Unterstützung für Israels Sicherheit nimmt deutlich ab

Der Grund für den Vertrauensverlust könnte in den laufenden Gesprächen zwischen Washington und Teheran liegen, von denen sich Israelis nicht viel erhoffen

 10.06.2026

Nahost

Nach Abschuss eines US-Hubschraubers: Washington greift Iran an

Die Hintergründe

 10.06.2026