Iran

Verhandlungen über Atom-Deal

Benjamin Netanjahu warnte vor dem US-Kongress vor einem schlechten Deal mit dem Iran. Foto: Flash90

Möglicherweise werden die Sanktionen gegen die Islamische Republik Iran bald aufgehoben. Am Dienstag läuft die Frist für die Aushandlung eines umfassenden Abkommens aus.

Zwar sind noch nicht alle Fragen im Streit um das iranische Atomprogramm geklärt, aber am Wochenende schien es so, als würden sich die Außenminister der UN-Vetomächte (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) sowie Deutschland in ihren Gesprächen mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif auf eine Einigung zubewegen.

Zusammenbruch Was sich bei den Gesprächen in Wien abzeichne, sei jedoch kein Durchbruch, sondern ein Zusammenbruch, sagte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. Die Weltmächte würden dem Iran viel zu viele Konzessionen machen.

Ein Abkommen würde es dem Iran erlauben, in Zukunft »sehr viele Atombomben« zu bauen, warnte Netanjahu. Das Abkommen und ein damit verbundener Wegfall der Sanktionen würden dem Iran zudem Hunderte Millionen Dollar einbringen, mit dem er seine Terrorkampagnen finanzieren könnte.

Die Wiener Verhandlungen der 5+1-Gruppe mit Teheran haben zum Ziel, dass dem Iran die zivile Nutzung der Kernkraft ermöglicht wird, ohne dass er in den Besitz einer Atombombe kommt. Im Gegenzug sollen die westlichen Sanktionen nach und nach aufgehoben werden.

Veto Am Sonntag feilten US-Außenminister John Kerry und sein iranischer Amtskollege Sarif an dem Abkommen. Kerry warnte jedoch vor überzogenen Erwartungen. »Ich möchte ganz klar sagen: Wir sind bei mehreren der schwierigsten Themen noch nicht da, wo wir sein müssen«, sagte er der Presse in Wien.

Israelische Politiker hatten bis zuletzt versucht, Einfluss auf das Abkommen zu nehmen. So führte etwa Energieminister Juval Steinitz Gespräche mit Vertretern aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien, um sie auf Schwachpunkte in dem Vertragsentwurf aufmerksam zu machen. Jerusalem möchte nun die Mitglieder des US-Kongresses davon überzeugen, dem Iran-Deal nicht zuzustimmen. Wenn eine Mehrheit im Kongress das Abkommen ablehnt, kann Barack Obama ein Veto gegen diese Entscheidung einlegen; dann kann der Kongress nur mit einer Zweidrittelmehrheit das Präsidenten-Veto umgehen.

Die Chancen, die Kongress-Abgeordneten umzustimmen, werden selbst in Israel nicht allzu hoch eingeschätzt. Unversucht lassen will die Regierung Netanjahu die diplomatische Initiative dennoch nicht. ja

Tel Aviv

»Ihr habt versagt – jetzt übernehmt Verantwortung!«

Angehörige der Opfer des Hamas-Massakers vom 7. Oktober klagen die Regierung an. Bei einer Massendemonstration fordern sie eine unabhängige Untersuchung

von Sabine Brandes  25.10.2026

Wahlwerbung mit Benjamin Netanjahu über einer Fußgängerbrücke

Knessetwahl

Netanjahu macht Wahlkampf mit Bild von Atompilz über Tel Aviv

Im Wahlkampf setzt der israelische Regierungschef auf ein angsteinflößendes Bild. Scharfe Kritik daran kommt von Netanjahus Hauptrivale Gadi Eisenkot

 25.10.2026

Nahost

Experten warnen Netanjahu vor Folgen möglicher Sanktionen

Nach Netanjahus Überlegungen, mögliche internationale Bankensanktionen mit Hilfe von Kryptowährungen zu umgehen, warnen Experten vor enormem Schaden für Israels Wirtschaft

 25.10.2026

Schicksalswahl in Israel

Israels Militär vor Parlamentswahl in Alarmbereitschaft

Vor der richtungsweisenden Parlamentswahl am Dienstag sind Israels Streitkräfte in erhöhter Alarmbereitschaft. Zehntausende Soldaten sind im Einsatz, die Luftabwehr wurde verstärkt

 25.10.2026

Nachrichten

Lied, Spende, Festnahmen

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  25.10.2026

Sanktionen

Netanjahu erwägt Kryptowährungen gegen mögliche Sanktionen

Aus Sorge vor weltweiten Bankensanktionen sucht Israel laut Ministerpräsident Netanjahu nach Alternativen. Die Zentralbank kritisiert seine Idee

 25.10.2026

Westjordanland

Israels Armee: Lockdown im Westjordanland am Wahltag

Israels Armee setzt ihre Offensive im Westjordanland fort. An Israels Wahltag wird es Zugangssperren für Palästinenser geben. In Israel kommt es derweil zu Massenprotesten gegen die Regierung

 25.10.2026

Prognosen

Wende, Patt oder Weiter so?

Die Knessetwahl stellt dem Land eine neue Regierung in Aussicht - doch die Koalitionsbildung könnte erneut zum Machtpoker werden

von Sabine Brandes  24.10.2026

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt kommende Woche über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  24.10.2026