Jerusalem

Vereidigung von Israels Regierung wird verschoben

Foto: Flash90

Die Vereidigung der neuen Regierung in Israel ist auf Donnerstag verschoben worden. Der gegenwärtige Parlamentspräsident Benny Gantz habe die Knesset darüber informiert, berichteten israelische Medien am Montag.

Die Vereidigung war ursprünglich für Mittwoch angesetzt. An dem Tag besucht jedoch US-Außenminister Mike Pompeo Israel. Er wollte dabei Regierungschef Benjamin Netanjahu von der rechtskonservativen Likud-Partei und dessen neuen Koalitionspartner Gantz vom Mitte-Bündnis Blau-Weiß treffen.

Netanjahu hat sich mit Gantz auf die Bildung einer Regierung mit Rotation im Amt des Ministerpräsidenten geeinigt. Neben Netanjahus Likud und Blau-Weiß sollen auch die ultrareligiösen Parteien sowie die sozialdemokratisch Arbeitspartei Teil des Bündnisses werden.

Eine Mehrheit von 72 der 120 Abgeordneten im Parlament hatte am Donnerstag trotz einer Korruptionsanklage empfohlen, Benjamin Netanjahu erneut mit der Regierungsbildung zu beauftragen.

Israel hat binnen eines Jahres bereits drei Mal gewählt. Ein Patt zwischen dem rechts-religiösen und dem Mitte-Links-Block verhinderte lange eine Regierungsbildung.

Unterdessen bekommt die neue Regierung künftig auch Opposition von rechts. Die ultrarechte Jamina-Partei von Verteidigungsminister Naftali Bennett teilte am Sonntag mit, sie werde »der Öffentlichkeit aus der Opposition dienen und von dort für das nationale Lager kämpfen«.

Als Begründung nannte sie »die Zusammensetzung der Regierung und ihre sich abzeichnende Politik einer Linksregierung unter Leitung Netanjahus«. Jamina werde sich »auf die Zeit nach Netanjahu vorbereiten«. Aus Likud-Kreisen verlautete nach Medienberichten, der echte Grund für den Schritt Jaminas sei ein Streit über die Verteilung der Ministerposten.

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

TV-Tipp

Doku zeigt das Leben arabischer Transpersonen in Israel

Eine Arte-Dokumentation porträtiert Transpersonen aus Gaza, die im Exil in Tel Aviv den Traum ihrer sexuellen Selbstbestimmung zu verwirklichen versuchen

von Manfred Riepe  17.06.2026

Wonderwerk-Höhle

Forscher finden älteste Spuren gezielter Feuernutzung

Auch die israelische Wissenschaftlerin Liora Kolska Horwitz von der Hebräischen Universität Jerusalem ist an der bahnbrechenden Entdeckung beteiligt

 17.06.2026

Jerusalem

Likud verzichtet auf Wahlkampf mit Trump-Nähe als zentralem Thema

Parteistrategen meinen, dass Benjamin Netanjahus Verbindung zum amerikanischen Präsidenten dem Ministerpräsidenten keinen Vorteil verschaffen würde. Hintergrund ist der neue Iran-Deal

 17.06.2026

Tel Aviv

Israelischer Luftwaffenchef: Geplanter Großangriff auf Iran kurz vor Start gestoppt

Generalmajor Omer Tischler sagt, die Einsatzkräfte seien bereits vollständig für die Mission vorbereitet gewesen

 17.06.2026

Kommentar

Der Judenhass hat Platz genommen

Die neuen RIAS-Zahlen sind alarmierend. Und sie zeigen einmal mehr eindrücklich: Antisemitismus ist kein Minderheitenproblem und ganz sicher nicht nur ein Judenproblem. Er ist ein Demokratieproblem

von Nelly Eliasberg  17.06.2026

Dokumentation

Das Abkommen zwischen den USA und dem Iran im Wortlaut

Der saudische Sender »Al Arabiya English« hat das Memorandum of Understanding zwischen Teheran und Washington veröffentlicht

 17.06.2026

Westjordanland

Smotrich will Hebron-Abkommen kündigen – Außenministerium widerspricht

Seit 1997 regelt die Vereinbarung die Teilung der Stadt. Jetzt will der Finanzminister daran rütteln.

von Sara Lemel  16.06.2026

Nahostkonflikt

Donald Trump lobt sich selbst - und tadelt Israel

Beim G7-Gipfel im französischen Evian holte der US-Präsident erneut zu einem rhetorischen Rundumschlag aus. Anstelle von Benjamin Netanjahu lobte er Syriens Präsident Ahmed Al-Scharaa

 16.06.2026