Nach EuGH-Urteil

USA »zutiefst besorgt«

Blick in einen Supermarkt Foto: dpa

Die USA haben ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Kennzeichnung von Produkten aus israelischen Siedlungsgebieten kritisiert.

Der EuGH hatte am Dienstag entschieden, dass exportierte Lebensmittel aus israelischen Siedlungen im Westjordanland und anderen 1967 besetzten Gebieten in der Europäischen Union besonders markiert werden müssen.

Druck Die Vorgabe diene lediglich dazu, Boykotte gegen Israel zu fördern, erklärte das US-Außenministerium am Mittwoch. Die USA seien »zutiefst besorgt« über die Kennzeichnungspflicht und stellten sich gegen jegliche Bemühungen, Israel wirtschaftlich unter Druck zu setzen, zu isolieren oder anderweitig zu delegitimieren.

Israel hatte 1967 im Sechstagekrieg unter anderem das Westjordanland, Ost-Jerusalem und die zu Syrien gehörenden Golanhöhen erobert. Die Vereinten Nationen stufen die Gebiete als besetzt ein.

Verbraucher Eine Kennzeichnung von Produkten aus diesen Gebieten sei verpflichtend, um Verbraucher nicht in die Irre zu führen, erklärte der Gerichtshof die politisch brisante Entscheidung. Sie erlaube es Käufern, eine fundierte Wahl zu treffen, auch unter ethischen Erwägungen. Während Israel die Entscheidung verurteilte, begrüßten die Palästinenser sie.

Die Palästinenser möchten im Gazastreifen, dem Westjordanland und in Ost-Jerusalem einen eigenen unabhängigen Staat ausrufen. Derzeit leben im Westjordanland und Ost-Jerusalem 600.000 israelische Siedler. 2005 zog Israel aus dem Gazastreifen ab.  dpa

Kulinarisch

Ein Michelin-Stern für die Safta

Tränen, Konfetti und ein Stück Geschichte: Das Restaurant »Mutra« des Israelis Raz Shabtai erhält als erstes koscheres Lokal weltweit die legendäre Auszeichnung

von Sabine Brandes  31.05.2026

Krieg gegen die Hisbollah

Israelische Armee nimmt Burg Beaufort im Südlibanon ein

Die strategische Höhenfestung galt einst als Symbol des Libanonkriegs – nun steht sie wieder unter israelischer Kontrolle

von Sabine Brandes  31.05.2026 Aktualisiert

Blick in die Zukunft

Ehemalige Geisel sucht nach der Hölle die Liebe

Nach 738 Tagen in der Gewalt der Hamas baut Eitan Horn sein Leben neu auf – und wünscht sich Frau und Familie

von Sabine Brandes  31.05.2026

Kommentar

Tote Juden stören nicht

Unsere Erinnerungskultur liebt Stolpersteine, aber stolpert nicht über den Antisemitismus vor der eigenen Haustür. Wie der Kampf gegen Judenhass am Nekrosemitismus scheitert

von Nelly Eliasberg  31.05.2026

Libanon

Israel stellt sich auf mehr Angriffe der Hisbollah ein

Am Wochenende griff die Hisbollah Kiriat Schmona im Norden Israels in vier Wellen an. Die israelische Armee bereitet sich auf einen verstärkten Raketenbeschuss vor und weitet ihre Bodeneinsätze im Südlibanon aus

 31.05.2026

Hintergrund

Israel über Guterres: »Sind mit diesem Generalsekretär fertig«

Die Beziehungen zwischen Israel und dem bald aus dem Amt scheidenden UN-Generalsekretär António Guterres sind auf einem neuerlichen Tiefpunkt. Dabei hatte alles ganz anders begonnen

von Michael Thaidigsmann  29.05.2026

Tourismusbranche

Trotz anhaltender Konflikte: Israel wirbt wieder verstärkt um Touristen

Eine Werbeoffensive in Nordamerika soll ausländische Urlauber zurückholen

 29.05.2026

Spendensammlung

Nova-Massaker: Gedenkstätte bei Re’im bittet um Spenden für Fertigstellung

Täglich kommen Tausende Menschen zu der provisorischen Anlage nahe der Gaza-Grenze. Der Gedenkort für 378 von Terroristen ermordete Menschen soll nun ausgebaut werden

 29.05.2026

Jordantal

Netanjahu: Israel wird 70 Prozent des Gazastreifens kontrollieren

Auch bestätigt der Ministerpräsident erstmals öffentlich, israelische Bodentruppen hätten während der jüngsten Operationen im Südlibanon den Litani-Fluss überschritten

 29.05.2026