EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Knesset

Urteile vor der Wahl

Balad-Abgeordneter Abu Shehadeh (2.v.r.) Foto: Flash90

Der Wahlkampf in Israel ist in vollem Gange. Wenige Tage, bevor die Menschen wieder einmal ihre Stimme für eine neue Knesset abgeben, war die politische Zukunft einiger Parteien und Abgeordneter Thema für den Obersten Gerichtshof.

Er hob Entscheidungen des Wahlausschusses gegen die arabisch-nationalistische Balad-Partei und den ehemaligen Abgeordneten Amichai Chikli von der rechten Partei Jamina auf und erlaubt ihnen damit, bei den bevorstehenden Wahlen zu kandidieren.

berufung Balads Berufung wurde eingereicht, nachdem der Zentrale Wahlausschuss Ende September dafür gestimmt hatte, die Partei von der Kandidatur auszuschließen und eine Petition anzunehmen, in der behauptet wurde, die Partei negiere die Existenz des Staates Israel. Während der Debatte äußerten Richter scharfe Kritik an der Entscheidung des Wahlausschusses. »Hier gibt es eine oberflächliche Anfrage, ohne Beweise. Die Frage des Ausschlusses einer Partei ist zu ernst für diese Art von Urteil«, so Richterin Anat Baron. Das Urteil war einstimmig.

Umfragen zufolge wird Balad kaum die 3,25-Prozent-Hürde überschreiten.

Umfragen zufolge wird Balad kaum die 3,25-Prozent-Hürde überschreiten. Ihr Scheitern könnte dann zum Wegfall einer erheblichen Anzahl arabischer Stimmen führen und eine Schlüsselrolle bei der vorhergesagten Pattsituation zugunsten des rechts-religiösen Blocks unter Führung von Likud-Chef Benjamin Netanjahu spielen.

wahlausschuss Die Richter hoben auch einstimmig die Entscheidung des Wahlausschusses gegen Chikli auf. Chikli und der Likud hatten seine Disqualifikation als Justizirrtum und »Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit«, verurteilt.

Ein Gutachten des Generalstaatsanwaltes Gali Baharav bescheinigt Ex-Premierminister Naftali Bennett, dass er auch nach den Knessetwahlen weiterhin als stellvertretender Premierminister in der Übergangsregierung fungieren darf, bis eine neue Regierung vereidigt werde, auch wenn dies erhebliche Zeit in Anspruch nehme oder die Wahl am 1. November nicht schlüssig sei und ein weiterer Urnengang notwendig wäre. Das Thema ist von großer Bedeutung, denn solange Bennett stellvertretender Premierminister ist, hat er ein gewisses Vetorecht.

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel steckt mal wieder im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026

Jerusalem

Vorfälle bei Parlamentswahl

Für die große Mehrheit der Israelis verlief der Wahltag friedlich. Es gab jedoch Einschüchterungsversuche und sogar Angriffe

 28.10.2026

Jerusalem

Benjamin Netanjahu bei Wahl vorn - aber ohne Mehrheit

Bleibt der heutige Ministerpräsident an der Macht? Oder kommt es zum Regierungswechsel? Der Politikveteran gibt sich in der Wahlnacht trotz unklarem Ausgang siegesgewiss

 28.10.2026 Aktualisiert

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026