Israel

Umweltminister zurückgetreten

Avi Gabbay gab am Freitagvormittag auf einer Pressekonferenz seinen Rücktritt bekannt. Foto: Flash 90

Eine Woche nach dem Rücktritt des ehemaligen israelischen Verteidigungsministers Mosche Yaalon hat nun auch der Umweltminister Avi Gabbay seinen Posten geräumt.

Bei einer Pressekonferenz am Freitagmorgen in Jerusalem begründete Gabbay von der gemäßigten »Kulanu«-Partei seinen Schritt mit der Ernennung von Avigdor Lieberman zum Verteidigungsminister und dem Eintritt von Liebermans nationalistischer Partei »Israel Beiteinu« in die Koalition von Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Die jüngste Kabinettsumbildung werde die Zerrissenheit innerhalb der israelischen Gesellschaft weiter verstärken, warnte Gabbay: »Die Öffentlichkeit will eine rechtsgerichtete Regierung. Es ist aber nicht richtig, eine extremistische Regierung zu etablieren«, sagte der ehemalige Umweltminister laut einem Bericht der Online-Ausgabe von »Haaretz«.

Gasdeal Es sei für ihn schwierig, Teil einer Regierung zu bleiben, die die Verbindungen mit den USA unterminiere, die Kluft innerhalb der israelischen Gesellschaft verstärke und versuche, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen, sagte Gabbay laut dem Bericht weiter.

Außerdem kritisierte er den Gasdeal, den die Regierung Anfang der Woche gebilligt hatte. Das Abkommen sei gekennzeichnet von »einem Mangel an Wissen und Grundverständnis von Finanzen und Verhandlungstechniken«, so der Politiker.

Letztlich habe ihn jedoch das Aus für Mosche Yaalon als Verteidigungsminister und die Ernennung Liebermans an dessen Stelle zu seinem Rücktritt veranlasst, betonte der Umweltminister: »Ein Verteidigungsminister in einem Land, das von Feinden umgeben ist, ist nicht irgendein Minister.« Er könne nicht damit leben, dass ein »professioneller und vernünftiger Verteidigungsminister«, der innerhalb eines Jahres die Gefahr eines palästinensischen Aufstandes gebannt habe, von seinem Posten entfernt werde, sagte Gabbay.

Netanjahu solle »aufwachen, bevor es zu spät ist«, forderte der Politiker. Avi Gabbay ist nicht Mitglied der Knesset. Sein Rücktritt tangiert daher nicht direkt die Regierungsmehrheit von Premier Netanjahu, dessen Koalition sich seit Liebermans Eintritt ins Kabinett auf 67 der 120 Knessetmandate stützt.

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026

Porträt

Nach der Musik das Essen

Der Norden war von Terror und Krieg besonders geschunden. Aber auch Absagen aus dem Ausland beendeten Shachar Bers Karriere als Drummer. Mit einer eigenen Aufstrich-Marke wagt er den Neuanfang

von Sabine Brandes  07.10.2026

Nachrichten

Massage, Kibbuz, Opposition

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kommentar

Wenn Chuzpe Leben rettet

Die bemerkenswerte Abwesenheit von Scham, Vorsicht und Selbstzweifel ist eine israelische Eigenart. Im Fall des Flydubai-Fluges half sie, eine Katastrophe zu verhindern

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kfar Aza

»Die Angst steckt noch immer im Rucksack«

Shachar Tzuk überlebte das Hamas-Massaker. Drei Jahre später hat sie ein Zuhause, eine Verlobte und ein neues Leben – aber noch immer eine gepackte Fluchttasche

von Sabine Brandes  07.10.2026

Terror

Flydubai-Copilot wollte offenbar Tel Aviver Flughafen treffen

Was war das Ziel des mutmaßlichen Angreifers beim Flydubai-Flug nach Tel Aviv? Die Ermittlungen dazu laufen noch, doch immer mehr Informationen sickern an die Öffentlichkeit

 07.10.2026

Libanon

Hisbollah bezeichnet Hamas-Massaker als »Akt des Widerstandes«

Die Hisbollah hält am dritten Jahrestag an ihrer Rechtfertigung des Angriffs vom 7. Oktober 2023 fest. Seitdem haben die Kämpfe auch im Libanon Tausende Menschen das Leben gekostet

 07.10.2026

Krieg

Israels Armee hat seit Hamas-Massakern 100.000 Ziele angegriffen

Vor drei Jahren ermordeten Hamas-Terroristen rund 1.200 Menschen in Israel. Der Überfall löste den Gaza-Krieg aus. Israel hat seither Zehntausende Ziele in der Region angegriffen

 07.10.2026

Jahrestag der Massaker

Israel gedenkt der Opfer des 7. Oktober

Drei Jahre nach den blutigen Massakern im Süden Israels gedenkt das Land der Opfer. Präsident Herzog findet berührende Worte. Am Abend sollen Zehntausende in Tel Aviv zusammenkommen

 07.10.2026 Aktualisiert