Jerusalem

Trauer um Terroropfer

Es war der schlimmste Terroranschlag seit 15 Jahren. Sieben Israelis sind bei dem Attentat am Freitagabend in Jerusalem ermordet worden. Das jüngste Opfer war der 14-jährige israelische Jugendliche Asher Natan.

Nach dem Schabbatessen zu Hause wollte Natan in der Synagoge Freunde treffen - dort wurde er von dem Palästinenser getötet. Als die Beter die Synagoge verließen, eröffnete der Täter, am Abend des Internationalen Holocaust-Gedenktags, das Feuer.

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Unter großer Anteilnahme wurde Natan nun in Jerusalem auf dem jüdischen Friedhof des Ölbergs beerdigt. »Ich wollte immer so sehr, dass es dir gut geht. Jetzt bist du für immer an einem guten Ort«, sagte Asher Natans Vater Aharon bei der Beerdigung. »Asher ist nicht gestorben. Seine Seele ist ewig.«

Laut dem israelischen Nachrichtenportal Ynet sagte der Vater zudem: »Es tut mir leid, dass ich dich manchmal verletzt habe - und das Gute in dir nicht gesehen habe.«

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Auch das israelische Ehepaar Eli und Natali Mizrahi, das bei dem Angriff getötet wurde, ist am Wochenende beerdigt worden. Elis Vater Shimon sagte auf dem Friedhof in der Nähe von Beit Shemesh, dass das Ehepaar Verletzten helfen wollte, dabei dann aber selbst ins Visier des Täters geriet.

»Ich habe ihnen zugerufen, dass sie nicht herausgehen sollen, aber sie haben nicht reagiert. Sie hörten die Schüsse und gingen hinaus, um zu helfen«, so Elis Vater bei der Beerdigung.

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Nach Auskunft der israelischen Behörden handelt es sich bei den anderen Terroropfern um Ilya Sosansky (26), Rafael Ben Eliyahu (56), Shaul Hai (68) und Irina Korolova (59).

KONSEQUENZEN Als Reaktion auf den Anschlag hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unterdessen eine Politik der harten Hand angekündigt. »Wir suchen keine Eskalation, aber wir sind auf alle Möglichkeiten vorbereitet«, sagte der Chef der neuen Regierung am Sonntag in Jerusalem. »Unsere Antwort auf Terror ist eine harte Hand und eine starke, schnelle und gezielte Reaktion.«

Der Angriff auf die Besucher der Synagoge in Jerusalem war der palästinensische Anschlag mit den meisten Todesopfern seit 2008. Der 21 Jahre alte Attentäter aus Ost-Jerusalem wurde von Polizisten am Tatort erschossen.

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Auf den Anschlag vor der Synagoge reagierten Palästinenser im Gazastreifen und im Westjordanland mit Freudenfeiern.

Am Samstag kam es dann zu weiteren Terroranschlägen auf Israel: Ein 13-jähriger Palästinenser verletzte zwei Israelis in Jerusalem. Einer von ihnen schoss auf den Jungen, der anschließend medizinisch versorgt wurde. In der Siedlung Kedumim im nördlichen Westjordanland konnte ein Palästinenser bei einer Messerattacke erschossen werden, bevor er Menschen verletzte.

ENTSCHEIDUNG Israelische Sicherheitskräfte versiegelten in der Nacht zum Sonntag das Haus des Attentäters in Ost-Jerusalem. Damit wurde eine nur wenige Stunden alte Entscheidung des israelischen Sicherheitskabinetts umgesetzt: Die Wohnungen oder Häuser von Attentätern sollen künftig sofort versiegelt und dann zerstört werden.

Premier Netanjahu kündigte zudem an, Angehörigen von Attentätern, die Terror unterstützten, soziale Rechte zu entziehen. Weitere mögliche Schritte seien der Entzug israelischer Identitätskarten und des Aufenthaltsrechts.

Auf Entscheidung des Sicherheitskabinetts sollen Israelis zudem leichter Lizenzen für Schusswaffen bekommen. Die Armee beschloss am Sonntag, zur Verstärkung der Polizei zwei Kompanien nach Jerusalem und in Ortschaften nahe des Westjordanlands zu verlegen. Aus Sorge vor neuen Anschlägen gilt bei der Polizei höchste Alarmbereitschaft. ja/dpa

Lesen Sie mehr dazu in unserer Printausgabe am Donnerstag.

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