Film

Trauer um Ronit Elkabetz

Ronit Elkabetz (1964–2016) Foto: dpa

Ronit Elkabetz ist tot. Die bekannte israelische Schauspielerin, Regisseurin und Filmbuchautorin starb in der Nacht zum Dienstag im Alter von 51 Jahren an Krebs, wie die israelische Tageszeitung »Haaretz« berichtete.

Ronit Elkabetz war für ihre Rollen in Sh’Chur von Hanna Asoulay Asfari und Shmuel Asfari (1994) – einem Drama, das in der Gesellschaft jüdischer Einwanderer aus Marokko spielt – zum ersten Mal mit dem israelischen Filmpreis Ophir Award als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet worden. Zwei weitere Ophir Awards als beste Hauptdarstellerin erhielt sie für Hochzeit wider Willen von Dover Koshashvili (2001) und Die Band von nebenan von Eran Kolirin (2007).

karriere Elkabetz wurde 1964 als Tochter marokkanischer Einwanderer in Beer Sheva geboren. Ihre Karriere begann sie als Model. Die erste Filmrolle hatte sie 1990 als 26-Jährige in dem Film Hameyu’ad von Daniel Wachsmann. 1997 zog Ronit Elkabetz nach Paris, um dort bei Ariane Mnouchkine Theater zu studieren. Als Schauspielerin wurde sie auch für Rollen in französischen Filmen besetzt.

2004 debütierte sie als Regisseurin gemeinsam mit ihrem Bruder Shlomi Elkabetz mit dem Drama VeLakahta Lekha Isha (Getrennte Wege) – ein halb autobiografisches Werk über eine unglückliche Ehe. Für ihre Regie wurde sie für den Ophir Award als beste Regisseurin nominiert. Es folgten zwei Fortsetzungen des Dramas: Shiva (2007) und Get – Der Prozess der Viviane Amsalem (2014). Alle Filme wurden bei internationalen Filmfestivals gezeigt. 2015 war Ronit Elkabetz Präsidentin der Critics Week bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes.

reaktionen Der Regisseur Amos Gitai sagte am Dienstag im israelischen Armeesender: »Es ist kein Wunder, dass sie die Aufmerksamkeit der Welt auf sich gezogen hat. Alle liebten sie … sie war einfach spektakulär.«

Israels früherer Staatspräsident Schimon Peres äußerte sich gegenüber israelischen Medien am Dienstag: »Sie war eine außergewöhnliche Kulturbotschafterin für den Staat Israel«. Elkabetz habe das Land und seine Bürger »mit großem Stolz, Kreativität und Schönheit« repräsentiert. Sie sei eine »spezielle Persönlichkeit« gewesen, die Schreib- und Schauspieltalent mit ihrer »einzigartigen Handschrift« kombiniert habe, so Peres weiter. Ronit Elkabetz hinterlässt ihren Mann und ihre drei Jahre alten Zwillinge.

Israel

Schönheit mit Narben

Designer entwerfen Kleidung für kriegsversehrte Soldaten, um im öffentlichen Raum auf ihre Schicksale aufmerksam zu machen. Zu Besuch bei einer Modenschau in Tel Aviv

von Sabine Brandes  23.06.2026

Terrorgefahr

Schin Bet warnt vor möglichem Angriff auf Eilat im Stil des 7. Oktobers 

Der Chef des Inlandsgeheimdienstes soll führende Mitarbeiter der Behörde angewiesen haben, mögliche Angriffsszenarien für die Hafenstadt im Süden zu untersuchen

 23.06.2026

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026

Jerusalem

Israel-Libanon-Gespräche: Netanjahu kündigt Verbleib der Armee im Südlibanon an

»Die IDF wird weiterhin entschlossen handeln, um Bedrohungen für unsere Soldaten und Zivilisten abzuwehren«, sagt die israelische Regierung

 23.06.2026

Jerusalem

Netanjahu: Israel hat iranische Bombe verhindert

Israels Premier bezeichnete den Angriff auf den Iran als »größte Luftoperation« in der Geschichte des Landes

 22.06.2026

Bildung

Israel setzt auf Künstliche Intelligenz im Englischunterricht

Der Start des Programms fällt in eine Phase, in der die Schulen des jüdischen Staates mit erheblichen Problemen beim Sprachenunterricht kämpfen

 22.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

Süd-Libanon

Israelische Armee entdeckt Hisbollah-Tunnel mit Raketenstellungen

IDF: Die Raketenschächte sind durch Luftangriffe nur sehr schwer oder gar nicht zerstörbar

 22.06.2026

Absichtserklärung

Trumps Frieden – Irans Sieg

Während der US-Präsident das Memorandum mit Teheran als Durchbruch feiert, warnen Experten in Israel vor Zugeständnissen bei der Atomfrage und im Libanon

von Sabine Brandes  21.06.2026