Trauer um Auschwitz-Zeitzeugin Dorota Flug

Dorota Flug mit ihrem Mann Noach und Bundespräsident Horst Köhler (2009) Foto: dpa

Die Auschwitz-Überlebende Dorota Flug, Witwe
des langjährigen Präsidenten des Internationalen Auschwitz Komitees
Noah Flug, ist tot. Die 94-jährige Kinderärztin sei am 1. Mai in
Jerusalem gestorben, eine Woche vor dem 75. Jahrestag der Befreiung
am 8. Mai, teilte das Internationale Auschwitz Komitee am Freitag in
Berlin mit. In den 80er Jahren lebte sie eine Zeitlang in
Deutschland, als ihr Ehemann als israelischer Diplomat dorthin
versetzt wurde.

Dorota Flug wurde den Angaben zufolge 1925 im polnischen Lodz als
Dorota Tugendreich in einer jüdischen Familie geboren. Sie überlebte
das Lodzer Ghetto, das Vernichtungslager Auschwitz, das Lager
Bergen-Belsen und andere Lager. Mit 19 Jahren wurde sie am 14. April
1945 gemeinsam mit ihrer Mutter in Salzwedel befreit und kehrte
danach nach Polen zurück. Mit ihrem Ehemann, der als kommunistischer
Widerstandskämpfer ebenfalls Auschwitz überlebte, ging sie 1958
angesichts wachsender antisemitischer Stimmungen von Polen nach
Israel.

Das Ehepaar sei vielen Menschen in Deutschland freundschaftlich
verbunden gewesen, betonte der Exekutiv-Vizepräsident des
Auschwitz-Komitees, Christoph Heubner: »Beide hofften darauf, dass
die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und das
Wissen um die eigene Mitverantwortung auf Dauer in den Köpfen und
Herzen der Deutschen verankert sein würde.« Als engagierte und
lebenskluge Beobachter der politischen Verhältnisse hätten Dorota und
Noah Flug darauf vertraut, dass die Menschen in Deutschland aus
diesem Wissen um die eigene Verantwortung auch ein Bewusstsein ihrer
Befreiung entwickeln.

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