Jerusalem

»Tag der Störungen«: Angehörige von Geiseln fordern Abkommen und Kriegsende

Israelis demonstrieren am Mittwochfrüh für ein Ende des Krieges und die Freilassung der Geiseln. Foto: copyright (c) Flash90 2025

In Jerusalem haben mehrtägige Protestaktionen begonnen, die von Familien israelischer Geiseln organisiert werden. Sie kündigten an, ihre Demonstrationen über drei Tage hinweg fortzusetzen, um den Druck auf die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu erhöhen. Heute war von einem »Tag der Störungen« die Rede.

Schon am Morgen kam es zu Spannungen in der Nähe von Netanjahus Residenz. Demonstranten setzten Müllcontainer in Brand. Zudem fing ein geparktes Auto Feuer. Im Stadtteil Givat Ram, unweit der Knesset, kletterten Dutzende Aktivisten auf das Dach der Nationalbibliothek. Dort entrollten sie riesige Banner mit dem Konterfei des Regierungschefs und dem Schriftzug: »Du hast sie im Stich gelassen und getötet!«

Polizisten stiegen ebenfalls auf das Gebäude, um mit den Aktivisten zu verhandeln, die sich weigerten, das Dach zu verlassen. Nach Angaben der Behörden hatten sie eine Rauchgranate gezündet und durch die Aktion sowohl sich selbst als auch andere gefährdet. Zugleich betonten die Sicherheitskräfte, dass die Kundgebungen auf dem Platz vor der Bibliothek weiterhin zugelassen seien.

Lesen Sie auch

Unter den Demonstranten machten erneut Angehörige von Geiseln auf ihr Schicksal aufmerksam. Anat Angrest, deren Sohn Matan seit Monaten in Gaza festgehalten wird, richtete sich auf X direkt an ihn: »Matan, mein Prinz, deine Mutter liebt dich. Ich bin auf dem Weg zum Haus des Ministerpräsidenten, um deine ungehörte Stimme hinauszurufen und zu sagen, wie sehr ich deine Stimme vermisse.«

Neben den Protesten in der Innenstadt machte sich auch ein Konvoi von Fahrzeugen auf den Weg in die Hauptstadt, der über die Schnellstraße Route 1 fuhr. Die Initiatoren der Kundgebungen erklärten, sie wollten mit den Aktionen sowohl ein Abkommen zur Befreiung der noch immer festgehaltenen Geiseln als auch ein Ende des Krieges erzwingen.

Während viele Familien von Geiseln einen sofortigen Deal mit der Hamas fordern, stehen andere hinter der Regierung. Diese hält militärischen Druck für die chancenreichste Strategie zur Befreiung aller in Gaza verbleibenden Geiseln. im

Teheran/Tel Aviv

Israel greift Chameneis unterirdischen Bunker an

Ein Bunker im Herzen Teherans, genutzt von Irans Elite - jetzt war er Ziel eines israelischen Angriffs. Damit will Israel laut eigenen Angaben Irans Führung und deren Fähigkeiten weiter schwächen

 06.03.2026

Jerusalem

Ministerin will Sanktionen gegen israelische Justiz von Trump

Die Leiterin des Umweltressorts, Idit Silman, wendet sich auf X an den US-Präsidenten

von Sabine Brandes  06.03.2026

Alltag

Die Sache mit dem Duschen im Krieg

Die Webseite »canishower.com« will berechnen, wann das Risiko eines Raketenalarms gering genug ist, das Wasser aufzudrehen

von Sabine Brandes  06.03.2026

Nord-Israel

»Wir lassen uns nicht unterkriegen«

Lior Shelef ist Tourguide im Norden Israels. Doch jetzt hat er wieder die Uniform angezogen und beschützt als Chef des Sicherheitsteams seinen Kibbuz und seine Familie

 06.03.2026

Interview

»Wir haben die Lufthoheit«

Oberstleutnant (Reserve) Oren Leshem über die Erfolge der israelischen Luftwaffe, die Herausforderung für die Piloten und die Ziele im Iran-Krieg

von Detlef David Kauschke  06.03.2026

Sicherheit

Israel sieht erhöhte Anschlagsgefahr für seine Bürger im Ausland

Tausende Israelis sind derzeit im Ausland gestrandet. In den vergangenen Tagen sollen bereits Anschläge auf israelische Staatsbürger verhindert worden sein. Das Land spricht deshalb nun Warnungen aus

 06.03.2026

Israel

Schulen bleiben geschlossen

Während Schüler online unterrichtet werden, dürfen Unternehmen wieder Präsenzarbeit zuzulassen – unter einer Bedingung

 06.03.2026

Tel Aviv

»Michelle«: Israel stellt seinen Eurovision-Song 2026 vor

Das von Noam Bettan gesungene Lied kann man nun auch hören

 06.03.2026

Jerusalem

Israel Katz: Entscheidung für Tötung Khameneis fiel im November

Der Zeitplan für die Operation sei beschleunigt worden, nachdem landesweite Anti-Regime-Proteste im Iran den strategischen Rahmen verändert hätten, sagt Israels Verteidigungsminister

 06.03.2026