Coronavirus

Studie: Israel am besten in der Krise

Vorbildliches Sicherheitsmanagement: Israel liegt seit einigen Wochen kontinuierlich auf Platz eins. Foto: Flash 90

Israel hat von allen Ländern weltweit das beste Sicherheitsmanagement in der Covid-19-Krise. Das zumindest hat eine von der Deep Knowledge Group (DKG) durchgeführte Studie ergeben.

Bei der DKG dreht sich alles um Künstliche Intelligenz (KI). Vor einigen Jahren machte der 2014 in Hongkong gegründete und in London ansässige Investmentfonds mit angegliedertem Thinktank Schlagzeilen, als ein Aufsichtsratsmandat an einen KI-Algorithmus vergeben wurde.

PARAMETER Auch bei der Covid-19-Studie, die fortlaufend aktualisiert wird, kommen Algorithmen zum Einsatz. Insgesamt 76 Parameter werden dabei betrachtet und verglichen. Neben klassischen Maßzahlen wie der Infektions- und Sterberate und den vorhandenen Kapazitäten in den Krankenhäusern bewertete die DKG auch die Effizienz verhängter Einschränkungen wie beispielsweise Kontaktsperren.

Ebenfalls in die Rangliste flossen der Einsatz technologischer Mittel und Faktoren wie die »soziale Disziplin« ein – beispielsweise in Bezug auf die Einhaltung der von den Regierungen verordneten Maßnahmen.

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Gerade weil Israel hier sehr streng ist, liegt das Land seit einigen Wochen kontinuierlich auf Platz eins beim »Safety Ranking«. Deutschland landet mittlerweile direkt dahinter auf dem zweiten Platz.

Für DKG-Chef Dimitry Kaminsky gibt es eine Erklärung: Israel agiere als Krisenmanager nicht nur so gut, weil es vergleichsweise klein und straff organisiert sei, sondern auch, weil dort technologische Mittel in Verwaltung und Gesundheitswesen sehr effizient eingesetzt würden.

ERFAHRUNG Und noch einen Grund nannte er: Israel habe durch den jahrzehntelangen Umgang mit externen Bedrohungen gelernt, schnelle Grenzschließungen durchzuführen, schnell Ressourcen zu mobilisieren und mögliche Konflikte zu bestehen, so Kaminsky gegenüber der japanischen Zeitung »Nikkei Asian Review«.

Im Falle Deutschlands lobt er, dass es hierzulande durch entschiedenes Handeln frühzeitig gelungen sei, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und die Sterberate niedrig zu halten, und das trotz anfänglich hoher Infektionszahlen. Langfristig sieht der DKG-Gründer jene Länder, die die Covid-19-Krise erfolgreich meistern, auch wirtschaftlich im Vorteil.

So führt Deutschland die DKG-Rangliste der »most supportive governments« an, also jener Länder, bei denen die Interventionen der jeweiligen Regierungen insgesamt sehr positiv bewertet werden.

GESUNDHEITSWESEN Laut DKG-Auswertung haben auch Österreich, Südkorea, China und Australien die Corona-Krise bislang vergleichsweise gut bewältigt – ganz im Gegensatz zu Ländern wie Italien oder Spanien, bei denen es spürbare Defizite im Gesundheitswesen gebe.

Im Sicherheitsranking weit abgeschlagen sind momentan auch die USA. Dort tobt die Corona-Epidemie besonders stark: Bis Donnerstag hatten sich fast 650.000 Menschen mit dem Erreger infiziert; rund 30.00 Amerikaner sind bereits an Covid-19 gestorben.

Auf die Bevölkerungszahl umgerechnet sind das mehr sechs Mal so viele wie in Israel. Allerdings bietet die DKG-Auswertung auch einen Lichtblick für die USA: Das Regierungshandeln wird deutlich positiver wahrgenommen, bei den »most supportive governments« kommen die USA hinter Deutschland auf Platz 2.

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