Streitpunkte beigelegt

Israel wieder »herzlich willkommen« in EU-Forschungsprogramm

Die Seakura Farm in Israel wurde bereits in der Vergangenheit für ihre Forschung zu Algen mit EU-Geldern gefördert. Foto: imago images/ZUMA Wire

Der jüdische Staat wird künftig Teil des knapp 96 Milliarden Euro schweren EU-Forschungsförderprogramms Horizon Europe sein. Am Montag unterzeichneten die für das Programm zuständige Kommissarin Mariya Gabriel und Israels Botschafter bei der Europäischen Union, Haim Regev, das im Oktober ausgehandelte Abkommen.

Demnach soll Israel gleichberechtigt mit den 27 EU-Mitgliedsstaaten in den kommenden Jahren Anspruch auf Gelder aus Horizon Europe haben, allerdings auch in den Topf einzahlen. Ausgenommen sind jedoch Forschungseinrichtungen in israelischen Siedlungen im Westjordanland, da diese von der EU nicht als Teil Israels anerkannt werden.

AUSZEICHNUNG »Ich heiße Israel in Horizon Europe herzlich willkommen«, erklärte Gabriel. Sie hoffe, dass durch die Partnerschaft die europäischen Innovationskapazitäten in den Bereichen Digitales und Klimaschutz gesteigert und die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern in der Region verbessert werden könne, so die aus Bulgarien stammende Kommissarin.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Bereits seit 1996 nimmt Israel an gemeinsamen EU-Projekten im Bereich von Wissenschaft und Forschung teil. Rund 5000 Kooperationen zwischen israelischen und europäischen Einrichtungen wurden bereits gefördert. Vor kurzem bekam die israelische Medizinerin Daphne Haim-Langford für ihre Forschung zur Heilung bestimmter Augenkrankheiten einen EU-Preis.

Vom Vorgängerprogramm Horizon 2020 wurden unter anderem israelische Entwicklungen wie ein tragbarer Sensor zur Erkennung von Krebserkrankungen mittels einer Atemuntersuchung oder die Entwicklung von Nano-Verpackungsmaterial zur Verringerung von Lebensmittelabfällen finanziell gefördert.

MEINUNGSVERSCHIEDENHEITEN Insgesamt habe Israel bei innovativen Entwicklungen im Rahmen von Horizon 2020 regelmäßig auf den vorderen Plätzen gelegen, erklärte die EU-Kommission, vor allem in den Bereichen Biotechnologie, Energieforschung und der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Allerdings gab es in jüngster Zeit Streit darüber, inwieweit auch Einrichtungen in israelischen Siedlungen in die Förderung eingeschlossen werden können. Die EU lehnte dies mit Verweis auf ihre Position, dass seit 1967 von Israel besetzte Gebiete nicht Teil des israelischen Staatsgebiets seien, strikt ab. Nun einigte man sich auf eine Klausel im Vertrag, derzufolge Israel die europäische Position ausdrücklich nicht akzeptiert, aber hinnimmt, dass Einrichtungen in den Siedlungen nicht aus Horizon Europe gefördert werden.

QUANTENFORSCHUNG Ein weiterer Zankapfel war bis zuletzt der israelische Zugang zur Quantenforschung sowie zu EU-Weltraumprojekten. Hier wollte Brüssel generell Nicht-EU-Mitgliedsstaaten die Teilnahme verwehren. Nach intensiven Verhandlungen gestattete man Israel nun eine Teilnahme an Projekten im Bereich der Quantenforschung.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Außerdem wurde vereinbart, dass Israel mehr als zwei Milliarden Euro in den Forschungsfördertopf einzahlen wird. Allerdings war das Land in dem vergangenes Jahr abgelaufenen Programm Horizon 2020 ein Nettoempfänger von Geldern und erhielt insgesamt 360 Millionen Euro mehr, als es einzahlte. Zudem wird gerade in Israel anerkannt, dass Horizon Europe von großem Nutzen für die lokale Wirtschaft ist, der weit über diesen finanziellen Vorteil hinausgeht.

Im Gegensatz zu Israel wird die Schweiz vorerst nicht mehr an Horizon Europe beteiligt sein. Grund ist ein Streit zwischen Bern und Brüssel über die Assoziierungsabkommen der Schweiz mit der EU. »Europa nimmt die Wissenschaft als Geisel!« wetterte Bundespräsident Guy Parmelin am Wochenende im Schweizer Fernsehen. Man werde sich daher künftig in diesem Bereich enger mit außereuropäischen Ländern verbünden. Einer der laut Parmelin geeigneten Partner ist Israel.

Kommentar

Eure Masche zieht nicht mehr!

Zum Glück hat es sich mittlerweile selbst im Kulturbetrieb herumgesprochen, dass die Bigotterie der sogenannten pro-palästinensischen Aktivisten allzu durchschaubar ist, wenn Menschenrechte gepredigt und im gleichen Atemzug »Genozid« und »Boykott« geschrien wird

von Sophie Albers Ben Chamo  22.02.2026

Kino

Wegen israelfeindlicher Propaganda-Rede bei Berlinale: SPD-Minister verlässt die Preisverleihung 

 21.02.2026

Berlinale

»Free Palestine« auf der Bühne

Filmemacher Abdallah Alkhatib wirft der Bundesregierung vor: »Sie machen mit beim Genozid Israels in Gaza«

von Katrin Richter  21.02.2026

Meinung

Endlich kehrt Ehrlichkeit in die Debatte über die UNRWA ein!

Der CDU-Antrag bringt auf den Punkt, was seit Jahren verdrängt wurde: Palästinensische Gewalt darf natürlich nicht als politisches Instrument akzeptiert werden

von Daniel Neumann  21.02.2026

Berlinale

David Cunio: »Als ich nicht sprechen konnte, habt ihr mir eine Stimme gegeben«

Die israelische Ex-Hamas-Geisel bedankte sich an einem ebenso denkwürdigen wie emotionalen Abend im Babylon-Kino bei Regisseur Tom Shoval für den Film »A Letter To David«

von Ayala Goldmann  21.02.2026

Parteitag

»Die UNRWA ist nicht reformierbar«: CDU will Zahlungsstopp

Einmütig haben die Delegierten des CDU-Bundesparteitags in Stuttgart beschlossen, dass es künftig striktere Auflagen für deutsche Zuschüsse an die Palästinenser geben soll

von Michael Thaidigsmann  21.02.2026

Militär

Bundeswehr und IDF wollen enger zusammenarbeiten

Bei einem Besuch in Israel vereinbaren Vertreter der Bundeswehr eine engere Kooperation mit Israels Armee. Deutschland will dabei auch etwas über die Integration von Frauen ins Militär lernen

 20.02.2026

Nahost

Tucker Carlson blamiert sich in Israel

Der rechte Moderator hatte behauptet, er sei am Flughafen Ben-Gurion festgesetzt worden. Doch Videoaufnahmen zeigen ein anderes Bild

 20.02.2026

Jerusalem

Staatskontrolleur kritisiert unvollständige Aufarbeitung der Versäumnisse vom 7. Oktober

Die Öffentlichkeit und die Knesset hätten bislang nur ein fragmentarisches Bild von den Versäumnissen im Zusammenhang mit dem Hamas-Angriff erhalten, sagt Matanyahu Englman

 20.02.2026