Jerusalem

Streit um Übernahme von Beschneidungskosten

Israels Oberstes Gericht in Jerusalem Foto: Flash 90

Wer nach orthodoxer Art in Israel zum Judentum übertritt, muss die Kosten für seine Beschneidung nicht selbst tragen. Ein Ende dieser »Diskriminierung« und eine Ausweitung der staatlichen Finanzierung von Beschneidungen auch für Konvertiten nicht-orthodoxer Strömungen fordert nun das reformjüdische Israel Religious Action Center (IRAC), wie die Zeitung »Haaretz« berichtet. Eine entsprechende Petition kam am Mittwoch vor das oberste israelische Gericht.

Die Kosten für den Eingriff liegen laut Bericht in Israel bei umgerechnet rund 815 Euro. Übernommen werden sie derzeit für jene Konvertiten, deren Religionsübertritt nach orthodoxen Regeln im vom Oberrabbinat anerkannten staatlichen System erfolgt.

Von Reform- und konservativen Konvertiten werde verlangt, »aus eigener Tasche« für »ein Ritual zu bezahlen, das ihren Eintritt in das jüdische Volk symbolisiert, während orthodoxe Konvertiten durch das staatliche System finanziert werden«, wird IRAC-Anwältin Nicole Maor zitiert. Diese »eklatante Diskriminierung« müsse sofort beendet werden.

Die Organisation argumentiert, dass Konversionen der nichtorthodoxen Strömungen im Sinne des sogenannten Rückkehrgesetzes vom Staat anerkannt würden. Daher müsse es für sie auch Anspruch auf gleiche Leistungen geben.

Auf den Staat kämen bei einer Ausweitung der Regelung keine hohen Kosten hinzu; die Zahl der männlichen Konvertiten der Reform- und konservativen Bewegung belaufe sich in Israel auf lediglich rund 25 jährlich. kna

Wirtschaft

Israel hofft auf mehr Touristen

Kriege und Konflikte in der Region haben den Israel-Tourismus einbrechen lassen. Nun hofft das staatliche Tourismusbüro auf steigende Nachfrage. Es wertet aktuelle Zahlen als positiven Trend

 13.01.2026

Verkehr

Eine Stadt tritt auf die Bremse

Im Kampf gegen Staus führt Tel Aviv die 30er-Zone fast im gesamten Stadtgebiet ein

von Sabine Brandes  13.01.2026

Ehemalige Geiseln

»Es war ganz und gar unmenschlich«

David Cunio wusste zwei Jahre lang nicht, ob seine Brüder noch leben. In einem Interview erzählt er jetzt ausführlich über den Horror in Gaza

von Sabine Brandes  13.01.2026

Meinung

Die Hamas muss sich entscheiden: Deal or no deal?

Die Terrororganisation hält sich nicht an das Waffenstillstandsabkommen mit Israel und verzögert so dessen Umsetzung. Der Druck auf die Hamas muss nun unbedingt erhöht werden

von Sarah Cohen-Fantl  13.01.2026

Jerusalem

Ehemalige Geisel warnt: Die Hamas gibt nicht auf

»Sie sind regelrecht besessen von uns – das ist der Sinn ihres Lebens«, sagt Eitan Mor

 13.01.2026

Hintergrund

Hamas will angeblich Verwaltung in Gaza abgeben

Die Terrorgruppe signalisiert Bereitschaft zur Übergabe von zivilen Einrichtungen – doch weigert sich nach wie vor, die Waffen niederzulegen

von Sabine Brandes  12.01.2026

Beerscheba

Plünderer vom Nova-Festival zu Haftstrafen verurteilt

Nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 gab es viele Beispiele von Mut und Solidarität. Drei Männer dagegen plünderten am Schauplatz des Massakers. Nun gibt es ein Urteil

 12.01.2026

Kommentar

Wir müssen unsere Kinder schützen

In Israel wurde ein 14-jähriger Junge bei Protesten gegen die Wehrpflicht von einem Bus erfasst und getötet. Hier reflektiert ein orthodoxer Rabbiner aus Jerusalem, was sich ändern muss

von Rabbiner Raphael Evers  12.01.2026

Nahost

Rubio telefonierte mit Netanjahu über mögliche US-Intervention

Vor dem Hintergrund der Proteste wächst in Israel die Sorge vor einer regionalen Eskalation

von Sabine Brandes  12.01.2026