Baumaßnahme

Streit um den Strand

Bedroht: Strand von Herzliya Foto: Flash 90

Die Sommerferien sind da, und die Israelis strömen an die Strände. Doch über einem Küstenstreifen braut sich ein städtisches Unwetter zusammen. Die Stadtverwaltung von Herzliya, nördlich von Tel Aviv, will eine Promenade bauen lassen, um mehr Menschen Zugang zu Badefreuden zu verschaffen. Doch die meisten wollen die gar nicht.

Ein Teil des Weges war bereits vor einem Jahr fertiggestellt worden und hatte niemanden aufgeregt. An dieser Stelle war der Strand so breit, dass niemand Anstoß genommen hatte. Die jetzige Planung aber sieht die Verlängerung auf einem Stück von 700 Metern vor, das wegen der Hotels ohnehin relativ schmal ist. Umweltverbände und Anwohner legten Beschwerde ein mit der Begründung, dass durch die Baumaßnahmen der Anteil des Badestrandes stark verringert werden würde. Obwohl die Arbeiter bereits angerückt waren, ließ die Stadtverwaltung die Bauarbeiten daraufhin stoppen.

Wesentlicher Kritikpunkt ist, dass eine zehn Meter breite Promenade ein großes Stück Strand »auffressen« würde. Zudem würden mit der Zeit große Teile des Sandes weggespült, wenn sich die Wellen am Bau brechen, argumentieren Naturschützer.

Umweltschutz »Ist der Strand einmal kaputt, wer repariert ihn dann?«, fragt Mosche Perlmutter von der Gesellschaft zum Schutz der Natur. Es sei bekannt, welchen Schaden der Hafen von Herzliya angerichtet habe. »Und bis heute ist nichts geschehen, um die Gegend wieder instand zu setzen.« Zudem sorgen sich Umweltschützer um ein natürliches Kliff, das durch die Arbeiten beschädigt werden könnte. Die Stadtverwaltung aber erklärte, die Promenade solle auf einem Erdwall angelegt werden, die vor Jahren beim Bau der Hotels aufgeschüttet wurde. Sie will weiterbauen: »Dies ist ein öffentlicher Strand. Und wir dürfen nicht nur an die Leute denken, die hier barfuß herumlaufen können.«

Auch der Architekt des Weges, Natanel Ben-Itzhak, wies Gefährdungen zurück: »Nur ein kleines Stück unserer Promenade wird den Sand überhaupt erreichen. Und dann auch nur auf einer Breite von etwa zweieinhalb Metern. Kein Stück mehr.« Ohnehin sei eine Terrassenform geplant, damit die Wellen nicht mit voller Wucht gegen die Steine klatschen und den Boden aushöhlen. »So wird der Strand keinen Schaden nehmen«, so Ben-Itzhak.

Tel Aviv

Die arabische Stimme der israelischen Streitkräfte

Major Ella Waweya übernimmt die Funktion der IDF-Sprecherin für arabische Medien. Schon zuvor war sie keine Unbekannte

von Imanuel Marcus  05.02.2026

Gewalt

Dreifacher Mord im Norden: Herzog spricht von nationalem Notstand

Der Vorfall ist Teil einer alarmierenden Gewaltwelle in arabischen Gemeinden Israels. Der Präsident sieht einen sieht einen »nationalen Notstand«

 05.02.2026

Luftfahrt

Bau eines neuen Flughafens in der Negev-Wüste soll beschlossen werden

Zu den Zielen gehört eine wirtschaftliche Stärkung der Region und eine erforderliche Entlastung des Ben-Gurion-Flughafens zwischen Tel Aviv und Lod

 05.02.2026

Hauptstadtfrage

Israel und US-Botschafter drängen auf Botschaftsverlegungen nach Jerusalem

Bildungsminister Yoav Kisch und Mike Huckabee machten deutlich, dass sie die Metropole als unteilbare Hauptstadt Israels betrachten

 05.02.2026

Nachrichten

Olympia, Proteste, Beweise

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  04.02.2026

Politik

Teheran in Tel Aviv

Ein Grundstück in der Metropole gehört bis heute dem Iran. Israel darf es weder verkaufen noch bebauen

von Sabine Brandes  04.02.2026

Jerusalem

Netanjahu äußert bei Witkoff Zweifel an diplomatischer Lösung

Der Ministerpräsident macht klar, dass das Teheraner Regime aus israelischer Sicht kein verlässlicher Verhandlungspartner sei

 04.02.2026

Gaza

Hamas greift israelische Soldaten an, Reservist schwer verletzt

Das Militär spricht von einem gezielten Angriff und einem schweren Bruch der bestehenden Waffenruhe

 04.02.2026

Diplomatie

Jens Spahn reist nach Israel

Der Unions-Fraktionschef wird am Mittwoch unter anderem Gespräche in der Knesset führen

 03.02.2026