Proteste

Streik bei Hadassah

Am Montag ist die gesamte Belegschaft des traditionsreichen Hadassah-Krankenhauses in Jerusalem in einen offenen Streik getreten. Zuvor hatten bereits tagelang die Ärzte ihre Arbeit niedergelegt. Der Grund sind 1,7 Milliarden Schekel Schulden (etwa 350 Millionen Euro), deretwegen Gehälter und Versicherungen nicht oder nicht vollständig bezahlt wurden. »Es ist das totale Missmanagement auf unsere Kosten«, beklagte sich eine Ärztin im Armeeradio.

Ein Vertreter der Ärzte machte klar, dass kein Mediziner das Krankenhaus betreten werde, solange die Kunstfehler-Versicherung nicht eingeführt ist. Momentan funktionieren lediglich noch die Notaufnahme und der Kreißsaal, die Angestellten der anderen Abteilungen verleihen auf der Straße mit Protestschildern, Trillerpfeifen und Megafonen ihrem Unmut Ausdruck. »Wir arbeiten wie die Ameisen, doch werden nicht bezahlt«, hieß es auf einem Plakat. Ein Arzt erklärte, dass die Schichten oft 24 Stunden und länger dauerten. Am Sonntag hatte medizinisches Personal in sämtlichen Krankenhäusern des Landes aus Solidarität für zwei Stunden die Arbeit eingestellt.

Management Das Management hatte am Freitag vor Gericht einen dreimonatigen Schutz vor Gläubigern gefordert. Die Eigentümerin, »Hadassah, the Women’s Zionist Organization of America«, mit Sitz in New York hatte zugesagt, sofort rund 20 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, damit zumindest der laufende Betrieb gesichert werden könne.

Premier Benjamin Netanjahu machte fehlerhaftes Management für den Schuldenberg verantwortlich und warnte, dass »die Öffentlichkeit den Preis bezahlen« werde. »Es gibt wohl niemanden in Jerusalem, der Hadassah nicht schätzt, doch das darf nicht immer wieder passieren.« Dass es vier Jahre lang praktisch keinen Gesundheitsminister gab – und er selbst das Amt de facto innehatte –, erwähnte Netanjahu nicht.

standorte Insgesamt arbeiten an den beiden Standorten in Ein Kerem und Mount Scopus mehr als 850 Ärzte, 1940 Krankenschwestern, 1020 Sanitäter und 900 Verwaltungsangestellte. Jährlich werden dort etwa eine Million Menschen behandelt.

Der Direktor des Gesundheitsministeriums, Ronny Gamzu, befürwortet eine Verstaatlichung des Privathospitals. »Es gefällt ihnen nicht, wenn sich die Regierung einmischt«, sagte er in der Knesset, »aber wenn es eine Krise gibt, dann kommen sie und bitten um Hilfe.«

In eigener Sache

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