Armee

Seit 7. Oktober starben 921 Soldaten

Die Beerdigung von Uriel Peretz, der am 31. Dezember in Gaza starb. Foto: Flash 90

Anfang des neuen Jahres hat die israelische Armee Zahlen zu getöteten Soldatinnen und Soldaten seit Kriegsbeginn am 7. Oktober 2023 veröffentlicht. Insgesamt starben seit dem blutigen Massaker der Hamas gegen südliche Gemeinden Israels und dem daraus resultierenden Krieg 921 Soldaten. 5569 wurden verletzt.

Im Jahr 2023 seien 558 Soldaten getötet worden, 329 davon allein am 7. Oktober, so die IDF. Die Armee gab weiter an, dass 512 Soldaten bei Militäroperationen fielen und 16 bei Unfällen. Zehn weitere seien an den Folgen von Krankheiten gestorben und drei durch Terroranschläge. Weitere 17 Soldaten hätten Selbstmord begangen.

2024 war durchgehend vom Krieg bestimmt

In dem Jahr darauf, das durchgehend vom Krieg gegen die Hamas in Gaza und die schiitische Terrormiliz Hisbollah im Libanon bestimmt war, starben 363 Soldaten. Davon wurden 295 bei Operationen getötet, 23 kamen bei Unfällen ums Leben, 13 durch Krankheit und elf bei verschiedenen Terroranschlägen. 21 hätten Selbstmord begangen, heißt es vonseiten der Armee.

Der Großteil der Todesfälle, 390 insgesamt, ereignete sich im Jahr 2024 im Gazastreifen während des Kampfes gegen die Hamas dort.

In Gaza seien nach Angaben des dortigen Gesundheitsamtes bisher mehr als 45.000 Menschen getötet worden. Allerdings können diese Zahlen nicht überprüft werden, denn die Behörde wird von der Hamas kontrolliert und unterscheidet beispielsweise nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern. Israel und die USA schätzen, dass unter den Opfern etwa 17.000 Terroristen sind.

Von den 38 Selbstmorden israelischer Soldaten in den Jahren 2023 und 2024 waren elf Wehrpflichtige, sechs Offiziere und 21 Reservisten. Im Vergleich dazu gab es in 2022 nach Angaben der IDF 14 Selbstmorde, wovon keiner ein Reservist war. In den Jahren 2013, 2018 und 2020 waren die Zahlen der Suizide einstellig. Die höchste Selbstmordzahl der vergangenen 24 Jahre wurde in 2005 mit 36 ​​verzeichnet.

Tausende israelische Soldaten haben seit dem 7. Oktober 2023 ihren Kampfdienst aufgrund psychischer Probleme beendet.

Gleichzeitig teilte das Militär mit, dass Tausende israelische Soldaten seit dem 7. Oktober 2023 ihren Kampfdienst aufgrund psychischer Probleme beendet hätten.

Dies sein ein Problem, kommentierte die IDF und erklärte, dass die Reservistenarmee aufgrund des andauernden Krieges erheblich an Größe zugenommen habe. Man setze mehr Ressourcen ein, um sich dieses Problems für alle Soldaten, insbesondere Reservisten, anzunehmen.

Die IDF hat ein rund um die Uhr geöffnetes Zentrum für psychische Gesundheit eröffnet und zusätzliches Fachpersonal eingestellt, um die psychischen Auswirkungen des aktuellen Krieges zu behandeln. Soldaten können eine Hotline per Telefon oder WhatsApp kontaktieren.

Viele waren unvorstellbaren Horrorszenarien ausgesetzt

Allerdings fragen viele, ob die Armee im Bereich der psychischen Gesundheit genug unternommen hat oder unternehmen konnte. Viele Soldatinnen und Soldaten waren während des 7. Oktobers und danach unvorstellbaren Horrorszenarien ausgesetzt. Die Zahl von Frauen und Männern in der Armee, die unter posttraumatischen Belastungsstörungen leiden, ist seit diesem Tag sprunghaft angestiegen.

In diesem Krieg betrauert Israel, die mehr als 1200 Zivilisten eingerechnet, die am 7. Oktober von der Hamas ermordet wurden, bereits über 2120 Tote. Im Unabhängigkeitskrieg von 1948-1949 gab es mit mehr als 6000 israelischen Todesopfern, darunter etwa 4000 Soldaten, insgesamt die höchsten Verluste. Während des Jom-Kippur-Krieges von 1973 starben 2.650 israelische Soldaten.

Wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden, wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten, die nächste psychiatrische Klinik oder wählen Sie den Notruf unter 112. Sie erreichen die Telefonseelsorge rund um die Uhr und kostenfrei unter 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222.

Berlin

Zentralrat der Juden: Das Ende des Mullah-Regimes liegt in unserem nationalen Interesse

Zentralratspräsident Josef Schuster sieht in den militärischen Angriffen der USA und Israels auf den Iran die Chance, das Mullah-Regime endlich zu beenden

von Jürgen Prause  02.03.2026

Interview

»Dieses Regime darf keine Zukunft haben«

Der Grünen-Politiker Omid Nouripour über die Chancen auf einen Regimewechsel im Iran und die Maßnahmen, die Deutschland jetzt treffen sollte

von Michael Thaidigsmann  02.03.2026

Luftfahrt

Bericht: Israels Staatsflugzeug zum Berliner Flughafen gebracht

Wegen des Kriegs gegen den Iran: »Flügel Zions« parkt nun am Flughafen BER

 02.03.2026

Israel

El Al bereitet Rückholaktion für gestrandete Passagiere vor

Alle Flüge sind gestrichen. El Al stoppt den Ticketverkauf, um zuerst Passagiere im Ausland nach Israel zurückzubringen

von Imanuel Marcus  02.03.2026 Aktualisiert

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand

Interview

»Ich bin für die klare Haltung Deutschlands dankbar«

Israels Botschafter Ron Prosor zu deutschen Reaktionen nach den Angriffen auf den Iran, zur Sicherheitslage israelischer und jüdischer Einrichtungen sowie zu einer Nachricht zu Purim

von Detlef David Kauschke  02.03.2026

Genuss

Kultivierter Rausch

Auch an Purim greifen viele Israelis zu heimischen Boutique-Weinen – die immer besser werden. Eine Entdeckungsreise zu kleinen Weingütern, wo Winzer mit Pioniergeist den Geschmack Israels neu definieren

von Sabine Brandes  02.03.2026

Krieg gegen Iran

Trump: »Die große Welle kommt erst noch«

Der US-Präsident hat noch umfassendere Angriffe gegen das Mullah-Regime in Teheran angekündigt und schließt auch den Einsatz von Bodentruppen nicht aus

 02.03.2026

Nahost

»Im Iran ist derzeit nichts unmöglich«

Die israelische Expertin für die Islamische Republik und iranische Achse, Sima Shine, erläutert, wie es um das Regime in Tehran bestellt ist

von Sabine Brandes  02.03.2026

Nahost

An Tag 3 des Iran-Kriegs wird eine neue Front eröffnet

Die Operationen »Roaring Lion« und »Epic Fury« haben dem iranischen Regime bereits empfindliche Schläge zugefügt. In Israel kam es bei Gegenangriffen zu Toten und Verletzten

von Imanuel Marcus  02.03.2026