Nahost

»Sehr positive Entwicklung«

Arye Sharuz Shalicar Foto: Uwe Steinert

Nahost

»Sehr positive Entwicklung«

Arye Sharuz Shalicar über offizielle Kontakte mit Oman und Israels diplomatische Offensive am Golf

von Detlef David Kauschke  15.11.2018 18:39 Uhr

Herr Shalicar, Sie waren als Berater des israelischen Verkehrsministers Israel Katz in der vergangenen Woche zu Besuch in Oman. Wie kam es dazu?
Der Minister war zu einer internationalen Verkehrskonferenz eingeladen. Er nahm an dem Treffen zugleich auch als Nachrichten- und Geheimdienstminister teil. Der Kongressveranstalter hatte die Einladung zuvor mit der Regierung in Maskat abgestimmt.

Im Mittelpunkt standen Gespräche über die Initiative »Strecken für den regionalen Frieden«. Was hat es damit auf sich?
Dies ist eine Initiative für einen Schienenweg, der den Westen und den Osten verbinden soll. Wir sprechen über eine Bahnlinie vom israelischen Haifa zu einem jordanischen Knotenpunkt, dann weiter nach Saudi-Arabien, Richtung Golfstaaten. Perspektivisch wollen wir auch den Irak einbinden. Dann geht es Richtung Indischer Ozean und darüber hinaus. Und von Haifa über das Mittelmeer nach Europa.

Wie realistisch ist das Projekt?
Wir haben es bereits mehrfach mit der US-Regierung besprochen. Nahost-Vermittler Jason Greenblatt hat öffentlich erklärt, dass er hinter diesem Projekt steht. Auch mit einigen europäischen und arabischen Ländern haben wir schon darüber geredet.

Noch vor Jahren war israelischen Bürgern die Einreise nach Oman untersagt. Im vergangenen Monat war Premierminister Netanjahu zu Gast im Sultanat, nun Verkehrsminister Katz. Ist das eine neue diplomatische Offensive?
Der Kontakt zwischen Israel und den Golfstaaten ist nicht neu. Teilweise besteht er schon seit 20 Jahren. Allerdings sind die meisten Aktivitäten bislang nicht öffentlich gewesen. Wir hatten in diesem Fall das Glück, dass über den offiziellen Besuch auch in den Medien berichtet werden konnte. Das ist ein sogenannter Gamechanger, das verändert die Lage.

Sind das Zeichen eines sich verändernden Nahen Ostens?
Ja, und diese Veränderungen sind sehr dynamisch. Doch genauso wenig, wie wir vor fünf Jahren wussten, wo wir heute stehen würden, wissen wir, wie sich die Beziehungen in den kommenden fünf Jahren entwickeln werden. Aber im Moment gestaltet sich das alles relativ positiv.

Verbindet die gemeinsame Herausforderung des Iran-Konflikts?
Ja, denn der Iran bedroht nicht nur uns, sondern auch andere Länder in der Region. Und inzwischen setzt sich die Erkenntnis durch, dass Israel nicht das eigentliche Problem ist. Vielmehr sieht man, dass wir zum Beispiel als Hightech-Nation sehr positiven Einfluss haben. Hinzu kommt, dass es in verschiedenen Ländern Führungswechsel gegeben hat. Das hat die Dynamik der vergangenen Jahre noch beschleunigt.

Mit dem Direktor für Auswärtige Angelegenheiten in Israels Ministerium für Nachrichtendienste sprach Detlef David Kauschke.

Medien

Kristin Helberg, der Hass auf Israel und der urdeutsche Wunsch nach Entlastung

Ein Kommentar von Jan Fleischhauer

von Jan Fleischhauer  10.05.2026

»Gaza-Flottille«

Israel schiebt zwei Gaza-Aktivisten ab

Der Spanier Saif Abu Keschek und der Brasilianer Thiago Ávil wurden nach der Blockade der Gaza-Flotte nach Israel gebracht – jetzt folgt ihre Abschiebung

 10.05.2026

Terror

Hisbollah greift Israel an: Mehrere Soldaten verletzt

Im Norden des jüdischen Staates werden zwei Soldaten in Krankenhäuser gebracht. Einer von ihnen ist schwer verwundet. Ein weiterer Soldat wird im Süd-Libanon getroffen

 08.05.2026

Vorwurf

»Kult-Rabbi« aus Meron verhaftet

Ein Gemeindeführer der Breslov-chassidischen Bewegung soll seine Autorität für sexuelle Übergriffe missbraucht haben

von Sabine Brandes  08.05.2026

Gesellschaft

Regierung will Rückkehrrecht ändern

Entsprechend des Entwurfs sollen künftig nur noch orthodoxe Übertritte zum Judentum anerkannt werden

von Sabine Brandes  08.05.2026

Tel Aviv

Erster Hantavirus-Fall in Israel registriert

Die betroffene Person soll sich vor mehreren Monaten während eines Aufenthalts in Osteuropa angesteckt haben

 08.05.2026

Jerusalem

Bennett verklagt Ministerin und Fernsehsender wegen Behauptungen über psychische Erkrankung

Der Oppositionspolitiker fordert laut israelischen Medienberichten Schadenersatz in Höhe von zwei Millionen Schekel (0,59 Millionen Euro)

 08.05.2026

Jerusalem/Washington D.C./Ankara

Israel und USA wollen neue Gaza-Flottille stoppen, bitten Türkei um Hilfe

Konkret geht es demnach um 15 Boote, die sich in türkischen Häfen befinden und Teil der sogenannten »Global Sumud Flotilla« werden sollen

 08.05.2026

Meinung

LMU München: Ein Abschiedsbrief an meine geliebte Alma Mater

Ein Liebesbrief aus Enttäuschung an eine Universität, die sich selbst zu verlieren droht

von Guy Katz  08.05.2026