Israel

Schwarzes Gift an Israels Stränden

Verendeter Babywal am Nitzanim-Strand im Süden des Landes Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Große Mengen von Teer sind an Israels Küste angeschwemmt worden. Auch Tierkadaver wurden gefunden, darunter ein zehn Meter langer Babywal am Nitzanim-Strand im Süden des Landes. Es wird angenommen, dass die Umweltverschmutzung durch das illegale Ablassen von Öl aus Tankern im Mittelmeer verursacht wurde.

Die israelische Natur- und Parkbehörde gab an, dass es sich bei dem Finnwal um ein Jungtier handele. Ausgewachsene Meeressäuger dieser Art werden im Mittelmeer bis zu 20 Meter lang. Bislang ist noch nicht erwiesen, dass der Wal an den Folgen der Verschmutzung starb. Doch Umweltverbände gehen davon aus, da weitere Tierkadaver und mit Öl verschmutzte Tiere angespült wurden, darunter Schildkröten und Vögel. Auch der Leiter der Behörde, Shaul Goldstein, hält das Ablassen von Öl aus einem oder mehreren Schiffen für wahrscheinlich.

Schäden Bislang seien Teer und Öl an der Küste von Nord nach Süd an insgesamt 16 Orten gemeldet worden, erklärte das Umweltministerium am Donnerstagabend. Besonders starke Schäden werden an den Stränden der Hafenstadt Haifa sowie am Küstenstreifen etwas weiter südlich, in Dor, Habonim und Gedur gemeldet.

»Tiere entlang der Küste und Menschen, die am Strand Sport machten, sind zu Schaden gekommen.«

Revital Goldschmidt (Umweltforschungszentrum Haifa)

Dort wurden auch Schildkröten und Vögel gefunden, die mit Öl verschmutzt waren. Angestellte der Schildkröten-Rettungsstation in Michmoret gaben an, dass sie bislang drei Tiere aufgenommen haben, die von der Verschmutzung geschädigt wurden.

Die Leiterin des Umweltforschungszentrums in Haifa, Revital Goldschmidt, forderte das Umweltministerium auf, die Quelle des Öls sofort zu identifizieren. »Tiere entlang der Küste und Menschen, die am Strand Sport machen wollten, sind zu Schaden gekommen – noch bevor wir untersuchen, was geschehen ist.« Angeblich wurde ein extrem starker Ölgeruch gemeldet. Es müsse sofort eine Untersuchung eingeleitet werden, forderte Goldschmidt.

HELFER Umweltministerin Gila Gamliel (Likud) wies nach israelischen Medienberichten den Vorsitzenden des Marineschutzes innerhalb ihres Ressorts an, eine sofortige Reinigung der Strände zu veranlassen. Auch die Non-Profit-Organisation EcoOcean schickte ihre freiwilligen Helfer an die Küste, um den Teer zu beseitigen und nach Tieren in Not Ausschau zu halten.  

In der Vergangenheit waren geringe Mengen von Teer an den Stränden Israels keine Ausnahme. Doch seit der Einführung von strikteren Bestimmungen und dem Verbot, dass Schiffe ihr überflüssiges Öl ins Meer ablassen, verschwand es von der Küste. Bis jetzt. Naturschützer befürchten, dass in den kommenden Tagen durch die heftigen Winterstürme noch mehr von dem schwarzen Umweltgift angeschwemmt wird.

Terroranschlag

Rückholflüge aus den Emiraten haben begonnen

Aktion beginnt nach der Beilegung eines Streits über Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen von Dubai

von Sabine Brandes  05.10.2026

Luftfahrt

Rücktritt von Transportministerin Regev gefordert

Oppositionspolitiker wollen, dass Miri Regev wegen des »Flydubai-Desasters« Verantwortung übernimmt und ihren Posten räumt

von Sabine Brandes  05.10.2026

Fußball

Irischer Fitness-Trainer wirft Israel Spuckattacke vor

Irland gegen Israel war eine Nations-League-Paarung, die seit der Auslosung für viel Unruhe gesorgt hat. Beim Rückspiel gibt es nun Vorwürfe zu einem extrem unsportlichen Verhalten

 05.10.2026

Shelly Meyer

Kommentar

Wer tatsächlich vom »Judenfetisch« profitiert

150 Juden in Berlin haben mit einem Offenen Brief die Linkspartei unterstützt - das sind etwa 0,4 Prozent der Berliner jüdischen Stimmen. Doch sie könnten für die breite Öffentlichkeit kaum wertvoller sein

von Shelly Meyer  04.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Terror

Held von Flug FZ1073: Jetzt spricht erstmals der Flydubai-Pilot

Der bei dem Messerangriff in einer Flydubai-Maschine von Dubai nach Tel Aviv verletzte Flugkapitän äußert sich zu den Vorgängen im Cockpit. Er berichtet auch, was ihm Mut gegeben hat

 02.10.2026

Nahost

Flydubai-Drama: Auch VAE-Vertreter spricht von Terror

Aus Israel kam schon früh die Einschätzung, dass es sich bei dem Vorfall um einen Anschlagsversuch handelte. Nun äußert sich ein emiratischer Regierungsvertreter ähnlich

 02.10.2026

Kibbuz Nahal Oz

Drei Jahre nach dem Hamas-Angriff entsteht die Kollektivsiedlung neu

Der 7. Oktober 2023 hat eine tiefe Wunde in die israelischen Gemeinden entlang des Gazastreifens gerissen. Mittlerweile ist der Wiederaufbau in vollem Gange – mit gemischten Gefühlen

von Andrea Krogmann  02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026