Erst vor wenigen Tagen wurde die Ausstellung der großen Jesaja-Rolle im Israel Museum in Jerusalem feierlich eröffnet. Besucher konnten das älteste fast vollständige Buch der hebräischen Bibel, das jemals gefunden wurde, bestaunen. Die vor mehr als 2000 Jahren geschriebene Schriftrolle war seit 1968 zum ersten Mal in der gesamten Länge von sieben Metern zu sehen.
Nun ist das Artefakt zusammen mit anderen wertvollen Kunstschätzen an einen sicheren verfrachtet worden. Das Museum ist geschlossen, gemeinsam mit anderen wertvollen Kunstschätzen haben Mitarbeiter des Museums die Schriftrolle gleich nach Beginn des Iran-Krieges in Sicherheit gebracht.
Dazu sagte Liat Benzguida-Baruch, Leiterin Ausstellung und Sammlungsbetreuung, unserer Zeitung: »Ein engagiertes Team, darunter Kuratoren, Konservatoren und Logistikexperten, arbeitete unter Notfallbedingungen, um sicherzustellen, dass jeder Gegenstand professionell behandelt und verpackt wurde, bevor er in diese geschützten Räume gebracht wurde.«
Und das Museum war vorbereitet. Es war bereits eine Prioritätenliste erstellt worden, die Werke aus allen Abteilungen und Bereichen des Museums umfasst. Diese sind nach ihrer Bedeutung geordnet, nicht nur nach wirtschaftlichen oder finanziellen Gesichtspunkten.
Archäologische Schätze, wertvolle Gemälde, Leihgaben aus dem In- und Ausland befinden sich jetzt an einem sicheren Ort. Die Lagerräume erfüllen die Anforderungen an Temperatur und Luftfeuchtigkeit für die Kunstwerke, es bestehe kein Grund zur Sorge, heißt es im Israel Museum, der größten Kultureinrichtung des Landes.
Auch andere Schriftrollen des Toten Meeres, die sonst im Schrein des Buches ausgestellt werden, seien in Sicherheit gebracht worden. »Obwohl der Schrein des Buches ursprünglich unter Berücksichtigung hoher Sicherheitsstandards entworfen wurde, sehen unsere aktuellen Notfallprotokolle die Verwendung spezieller, hochsicherer Tresore vor«, so Liat Benzguida-Baruch.
Sie hofft nun auf eine rasche Rückkehr zur Normalität und auf ein Ende des Konflikts, »damit wir die Große Jesaja-Rolle und unsere anderen Sammlungen wieder der Öffentlichkeit präsentieren können«.