Krise

Schnell wie der Wind

Take-away am Straßenrand: E-Roller Foto: Flash 90

Als die Straßen wegen des Coronavirus so gut wie leer waren, bestimmten zwei Farben das Stadtbild: Blau und Orange. Die Logos der Restaurant-Lieferservices Wolt und TenBis auf den Jacken der Fahrer leuchteten schon von Weitem. Jetzt will sich Gelb dazugesellen. Der Elektroroller-Anbieter Wind hat seinen Geschäftsbereich auf »Lieferungen in der Stadt« ausgeweitet.

Wegen der Corona-Krise nutzen Israelis derzeit kaum Elektroroller, und die Touristen, die mit Vorliebe aufstiegen, fehlen. Lieferservices indes boomen vor allem in Großstädten wie Jerusalem, Haifa und Tel Aviv. Ob aus dem Lieblingslokal, das nur noch Take-away anbietet, vom Supermarkt um die Ecke oder Bekleidungsläden – bestellt wurde und wird noch immer viel.

INFRASTRUKTUR Die Unternehmensleitung von Wind erkannte, dass sich das Unternehmen neu erfinden muss, wenn es die wirtschaftlichen Auswirkungen überleben will. Sie hat vor, die vorhandene Infrastruktur – Tausende von Rollern und 30 Angestellte – für den zusätzlichen Dienst zu nutzen. Bestellt jemand eine Ware, die zu groß ist, um auf einem Roller transportiert zu werden, passt sie in einen von Winds Pkws.

Fokus soll vor allem auf kleinere Läden und Hersteller gelegt werden, um die Geschäfte anzukurbeln. Israels Wirtschaft ist im ersten Quartal 2020 um 7,1 Prozent geschrumpft, der größte Rückgang innerhalb der vergangenen 20 Jahre, gab das Zentrale Statistikbüro an. Diese Wirtschaftsmisere sei gravierender als nach den Anschlägen vom 11. September und dem globalen Finanzcrash von 2008.

APP Schon jetzt haben sich Vertreter verschiedener Branchen angemeldet: Bäckereien, Apotheken, Weingeschäfte, kleinere Supermärkte und Feinkostläden etwa. Restaurants wird Wind nicht beliefern. Die Firma versichert, dass es den Kunden innerhalb von vier Stunden erreichen wird. Derzeit arbeitet das Team an einer App, mit der bestellt werden kann.

Die Mietroller-Unternehmen waren wegen des oft rüpelhaften Benehmens der Fahrer im Straßenverkehr in Verruf geraten. Viele Anwohner fordern von den Stadtverwaltungen Einschränkungen oder ein komplettes Verbot. Die Geschäftsführung von Wind aber versichert: »Unsere Fahrer müssen ein herausragendes Beispiel im städtischen Chaos sein, wenn sie die Uniform der Firma überziehen. Sie tragen Helme und fahren nur dort, wo es ausdrücklich erlaubt ist.«

Gaza

Zwei IDF-Reservisten bei Drohnenexplosion getötet

Der tödliche Vorfall ereignete sich an einem Militärposten im nördlichen Gazastreifen

 25.09.2026

Terror-Infrastruktur

Tunnelschacht und Waffen im Westjordanland entdeckt

Ermittler nahmen vier Personen fest, die sich am Fundort befanden. Sie wurden zur weiteren Befragung mitgenommen

 25.09.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

Neues deutsches U-Boot in Israel eingetroffen

Die »INS Drakon« ist das sechste U-Boot der israelischen Flotte

 25.09.2026

Dokumentation

»Völkermord: Die größte Lüge des Jahrhunderts«

Die Rede von Israels Premier Benjamin Netanjahus vor der UNO-Vollversammlung im Wortlaut

 25.09.2026

Bildung

Handys weg!

In Tel Avivs Schulen müssen Mobiltelefone künftig im Schließfach bleiben

von Sabine Brandes  24.09.2026

Politische Einflussnahme

»Katargate« bringt Netanjahu und sein engstes Umfeld unter Druck

Neue, brisante Informationen zur Affäre um mutmaßliche Verbindungen zwischen Mitarbeitern des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Katar könnten weitreichende Folgen haben

 24.09.2026

Tel Aviv

Fall eines Grenzpostens erleichterte Hamas-Angriff auf Be’eri

Einer Untersuchung zufolge war die Einheit nicht auf einen groß angelegten Überraschungsangriff vorbereitet

 24.09.2026

Jerusalem

Wahlausschuss schließt arabische Parteien und Kandidaten von Israels Wahl aus

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand ein Artikel des Kandidaten Abu Shehadeh. Darin bezeichnete er den Hamas-Angriff vom 7. Oktober als »ein wichtiges historisches Ereignis in militärischer, politischer und strategischer Hinsicht«

 24.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  24.09.2026 Aktualisiert