Kurzmeldungen

Roller, Bücher, Hitze

Nachrichten aus Israel

von Sabine Brandes  14.11.2019 09:13 Uhr

»Komm’, nicht auf dem Bürgersteig!« Foto: Sabine Brandes

Nachrichten aus Israel

von Sabine Brandes  14.11.2019 09:13 Uhr

Roller
Die Massen an Elektrorollern in den Städten stellen ein immer größeres Sicherheitsrisiko dar. Beim Fahren auf dem Gehweg gefährden sie Passanten, beim Rasen auf den Straßen oft sich selbst. Jetzt führt Tel Aviv die Regel ein, dass Leih-Scooter der drei in der Stadt aktiven Firmen Bird, Lime und Wind Kennzeichen führen müssen. Bis zum 15. Dezember sollen alle Vehikel umgerüstet sein. Damit will die Verwaltung Verkehrssünder dingfest machen und mit hohen Strafen belegen. Mithelfen sollen die Bürger, die aufgerufen werden, Rowdys auf den Straßen zu fotografieren und der Stadt zu melden. Vor allem das Fahren auf Gehwegen soll auf diese Weise unterbunden werden. Schon jetzt kostet dieses Vergehen 250 Schekel (rund 65 Euro) – falls man geschnappt wird.

Bücher
Die Nationalbibliothek Israels (NLI) und Google haben mitgeteilt, dass 120.000 Bücher aus der Sammlung in Google Books online gestellt werden. Es ist die erste Zusammenarbeit dieser Art. Alle Bücher, bei denen das Urheberrecht abgelaufen ist, sollen bei der Aktion nach und nach online gehen. 45 Prozent der Werke sind in Hebräisch, Jiddisch, Ladino und anderen Sprachen der jüdischen Welt verfasst, die restlichen unter anderem in Deutsch, Russisch und Arabisch. Die Bücher werden derzeit in klimatisierten Containern von Jerusalem nach Rotterdam transportiert, wo sich das Digitalisierungszentrum von Google befindet. Insgesamt soll der Prozess zwei Jahre dauern.

Hitze
Während sich viele Europäer in den Herbst- und Wintermonaten den Sommer wieder herbeiwünschen, leiden die Israelis dieser Tage unter einer extremen Hitzewelle. Die Temperaturen fallen während der Mittagszeit kaum unter 30 Grad Celsius. »Es ist ein meteorologisches Phänomen, das Luft aus Saudi-Arabien in unsere Gefilde bringt«, erklärt das Wetterinstitut Meteo-Tech. Es blockiere die Kaltluft, die Israel normalerweise zu dieser Zeit aus Mitteleuropa erreichen würde. Zwar gebe es im November nahezu jedes Jahr ein bis zwei Tage, die überdurchschnittlich heiß sind, doch diese Welle dauert bereits seit zwei Wochen an. Die letzte Hitzewelle dieser Art gab es im November 2010. Damals waren Feuer im Carmelgebirge ausgebrochen, bei denen 44 Menschen starben. In der nächsten Woche, gibt Meteo-Tech an, soll es jedoch wieder kühler werden.

Videos
Das Bildungsministerium unter Interimsminister Rafi Peretz hat Videos von seiner Website gelöscht. Die Clips sollen ein positives Körperimage fördern und richten sich an die LGBTQ-Gemeinde. Sie waren im Juli gepostet worden, nachdem Peretz durch Aussagen zur hoch umstrittenen Konversionstherapie für Homosexuelle in die Schlagzeilen geraten war. Die Videos drehen sich unter anderem um Themen wie »An wen wende ich mich, wenn ich Angst wegen meiner Sexualität habe« oder »Soll ich meinen Eltern sagen, dass ich schwul bin«. Die Produktionsfirma kritisierte die Löschung scharf. Auf Anfrage entgegnete das Ministerium, dass die Filme nach Beratungen mit professionellen Beratern wieder hochgeladen würden. Ein Datum nannte es jedoch nicht.

Babys
Es ist ein Rekord. In nur 48 Stunden half ein freiwilliger Sanitäter des Rettungsdienstes Magen David Adom, der 24-jährige Issachar Weiss, drei Babys bei Hausgeburten auf die Welt zu bringen. Der ersten Mutter half er in Givatajim. Bei der Frau hatten die Wehen in der Wohnung eingesetzt, und das Baby war schon auf dem Weg. Es folgte ein kleiner Junge in Bnei Brak. Auch diese Mutter hatte es nicht rechtzeitig ins Krankenhaus geschafft. Der dritte Neuzuwachs kam in Tel Aviv auf die Welt. »Eine Hausgeburt ist etwas sehr Ungewöhnliches«, sagte der geschäftige Helfer anschließend. »Ich mag es nicht, doch wenn es geschieht und alles gut läuft, ist es wundervoll.« Er freue sich über den Rekord und sei auch ein bisschen stolz. Alle Mütter und Babys sind wohlauf.

Auszeichnung
Ein israelisches Restaurant hat es unter die 25 besten der Welt geschafft. »Uri Buri« in Akko gilt entsprechend der Liste »Traveller’s Choice 2019« von TripAdvisor als herausragend. Chefkoch Uri Jeremias bietet seine besondere Küche aus Galiläa nach dem Motto »aus dem Meer auf den Tisch« bereits seit vielen Jahren in der Hafenstadt an. »Wundervolles aus dem Meer mit klugen und schmackhaften Kombinationen. Bestell’ das Test-Menü und genieße die Speisen, wie sie auf den Tisch kommen«, schreibt TripAdvisor. Andere ausgezeichnete Restaurants sind: Epicure in Paris, The Black Swan im britischen Oldstead, The Jane in Antwerpen und El Celler de Can Roca in Girona, Spanien. Sabine Brandes

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