Israel

Rivlin: Weitere Neuwahl wäre »unverzeihlicher Schlag«

Staatspräsident Reuven Rivlin Foto: Flash 90

Israels Präsident hat angesichts schwerer Spannungen in der Regierung scharf vor einer vierten Neuwahl binnen eineinhalb Jahren gewarnt. Reuven Rivlin betonte am Dienstag nach Angaben seines Büros, eine Wahl inmitten der Corona-Krise sei keine Option.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Es kann nicht sein, dass wir uns damit befassen, als wäre es eine logische Möglichkeit, während wir unsere Toten zählen«, sagte Rivlin. Sollte die politische Spitze Israel eine weitere Neuwahl zumuten, »wäre dies ein harter, schmerzhafter und unverzeihlicher Schlag für das Land«.

Spannungen Angesichts starker Spannungen in der Koalition zwischen dem rechtskonservativen Likud des Regierungschefs Benjamin Netanjahu und dem Mitte-Bündnis Blau-Weiß von Verteidigungsminister Benny Gantz mehren sich Spekulationen über eine mögliche Neuwahl im November.

Die jüngste Krise entzündete sich an einem Streit darüber, ob die Regierung einen Haushalt nur für das laufende Jahr oder auch für 2021 verabschieden sollte.

Im Koalitionsabkommen war zwar eindeutig festgelegt worden, dass die Regierung einen Haushalt für 2020 und 2021 verabschieden wird. Zuletzt hatte Netanjahu, gegen den ein Korruptionsprozess läuft, diese Zusage jedoch infrage gestellt. Er erklärte dies mit der Corona-Krise. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass er mit dem Schritt verhindern will, dass Gantz im Herbst kommenden Jahres vereinbarungsgemäß das Amt des Ministerpräsidenten übernimmt.

Initiative Der reguläre Zeitrahmen für die Billigung des Haushalts endet am 25. August. Danach löst sich das Parlament nach israelischem Gesetz im Falle einer Nicht-Billigung automatisch auf, es kommt zu einer Neuwahl. Eine Initiative im Parlament soll eine Verschiebung des Stichtags auf den 3. Dezember erreichen. Ob diese Erfolg haben wird, ist aber noch unklar.

Nach langer politischer Lähmung hatten Netanjahu und Gantz erst vor drei Monaten eine gemeinsame Koalition gebildet. Israel hatte zuvor binnen eines Jahres drei Mal gewählt.

Ein Patt zwischen dem rechts-religiösen und dem Mitte-Links-Block verhinderte lange eine Regierungsbildung. Die Koalition, der noch weitere Parteien angehören, verfügt über eine Mehrheit von 73 der 120 Abgeordneten im Parlament. dpa

Jerusalem

NGO Monitor: Umbenennungen sollen Sanktionen gegen Terror-Verbindungen umgehen

Betroffen sind vor allem Organisationen, denen Verbindungen zur Hamas oder zur PFLP vorgeworfen werden. Was bedeutet dies für die Wirksamkeit von Sanktionssystemen?

 18.09.2026

Ranking

Jerusalem Post: Das sind die 50 einflussreichsten Juden weltweit

von Michael Thaidigsmann  18.09.2026

Social Media

Nach weltweiten viralen Song: Hasswelle gegen israelische Band Temper City

Der Song der israelischen Band wird zum Welthit – bis die Herkunft der Musiker bekannt wird. Dann beginnt im Netz der Boykott

von Sabine Brandes  18.09.2026

Luftfahrt

SAS streicht geplante Direktflüge zwischen Kopenhagen und Tel Aviv

Welche Begründung liefert die skandinawische Fluglinie für ihren Kurswechsel?

 18.09.2026

Terrorismus

Die Huthi bedrohen den Hafen von Eilat

Die Kontrolle über eine der wichtigsten Handelsrouten droht sich zu verschärfen – mit Folgen für Israels Seehandel, Versorgung und Lebenshaltungskosten

von Sabine Brandes  18.09.2026

Reaktion

»Wir dürfen nicht dulden, dass Ausländerkriminalität, Judenhass an der Tagesordnung sind«

Kanzler Merz sprach in Berlin über Migration und den grassierenden Judenhass im Land

 17.09.2026

Wuppertal

Brandanschlag auf Synagoge

Nach ersten Erkenntnissen handelte der polizeibekannte Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit allein

 18.09.2026 Aktualisiert

Gesellschaft

20.000 neue Olim – auch aus Deutschland

Die Jewish Agency verzeichnete im jüdischen Jahr 5786 Einwanderer aus 100 Ländern. Besonders viele kamen aus Russland, Frankreich und den USA

von Sabine Brandes  17.09.2026

Tel Aviv

Heikle Bergung eines 2000 Jahre alten Ritualbads in Israel

Mit Spezialkran und viel Fingerspitzengefühl: In Israel wird eine 25 Tonnen schwere Mikwe aus der Erde gehoben. Stahlträger halten das antike Bauwerk zusammen – die heikle Bergung gelingt unbeschadet

 17.09.2026