Israel

Rivlin verurteilt Attacke auf Araber

Strand von Kiriat Chaim Foto: Flash 90

Israels Präsident Reuven Rivlin hat am Wochenende einen Übergriff von jüdischen auf arabische Israelis in Haifa scharf verurteilt. Bei dem Vorfall vergangene Woche hatten etwa neun jüdische Israelis am Strand von Kiriat Chaim, einem Stadtteil von Haifa, auf ihre Opfer, einen Arzt und zwei Krankenschwestern, eingeschlagen.

Die drei arabischen Strandbesucher mussten im Krankenhaus behandelt werden. Nach ihren Angaben hatten die jüdischen Angreifer sie gefragt, ob sie Araber seien, und daraufhin zugeschlagen. Zwei jüdische Strandbesucher hatten sich schließlich eingemischt, die Angreifer gestoppt und einen Krankenwagen gerufen. Zwei der Verdächtigen, die in der benachbarten Kleinstadt Nesher wohnen, stehen inzwischen unter Hausarrest.

Enttäuschung Yair Elalouf, einer der beiden Juden, der bei dem Vorfall eingegriffen hatte, sagte der israelischen Online-Zeitung »ynet«, wenn sie nicht interveniert hätten, hätten die Angreifer ihre Opfer »ermordet«. Er sei enttäuscht darüber, dass mindestens 80 Menschen am Strand die Attacke beobachtet hätten, aber niemand etwas unternommen hätte.

Staatspräsident Rivlin besuchte am Sonntag die arabische Stadt Kafr Kassem in Israel. »Wir alle sind dazu bestimmt – nicht dazu verdammt –, hier in diesem Land zusammenzuleben. Wir sind nicht dazu verdammt, in dieser Art und Weise zu leben«, sagte er bei einem längerfristig geplanten Auftritt. Rivlin hatte sich unlängst gegen die Verabschiedung des umstrittenen Nationalitätsgesetzes in Israel ausgesprochen, das den jüdischen Charakter des Landes stärken soll. Mehr als 20 Prozent der israelischen Bürger sind Araber. ag

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  26.10.2026

26. Knesset

Nur noch ein Tag: Umfrage zu Israels Richtungswahl

Das Israel Democracy Institute befragte die Israelis zu ihren politischen Wünschen. Scheitert die Mehrheitsbildung, wollen die Israelis erneut wählen

von Sabine Brandes  26.10.2026

Korruptionsprozess

Der Milliardär und der Premier

Der australische Superreiche James Packer soll Netanjahu mit Luxus versorgt haben und kaufte eine Villa nebenan – nun floss mehr als eine Millionen Dollar an den Anwalt des israelischen Ministerpräsidenten

von Sabine Brandes  26.10.2026

Ben-Gurion-Universität

Israelische Studenten entwerfen Konzepte für kleine Atomkraftwerke

Sieht so die Zukunft der Energiegewinnung aus?

 26.10.2026

Jerusalem

Herzog: Trumps Einmischung in Wahlkampf hat keinen Einfluss auf Regierungsbildung

»Ich glaube nicht, dass der Präsident der Vereinigten Staaten oder irgendjemand sonst in meinen Ermessensspielraum eingreifen kann«, sagt das israelische Staatsoberhaupt

 26.10.2026

Jerusalem

Armeechef Zamir soll Befehle von Premier Netanjahu verweigert haben

Der Ministerpräsident soll eine bislang nicht näher beschriebene Militäraktion angeordnet haben, die nach Einschätzung von Sicherheitsvertretern eine neue Konfrontation mit dem Iran auslösen könnte

 26.10.2026

Wahl in Israel

Trump wirbt erneut für Netanjahu

»Wenn ihr zur Wahl geht, denkt bitte daran, dass Bibi ein herausragender Kriegsministerpräsident gewesen ist!«, schreibt Trump auf seinem sozialen Medium Truth Social

 26.10.2026

Zeitungsinterview

Ronald Lauder rechnet mit Netanjahu ab: »Er hat Politik über Frieden gestellt«

»Eines der Dinge, die Israel im Vergleich zu anderen Ländern so besonders gemacht haben, war seine echte Demokratie«, so der WJC-Präsident. »Was wir jetzt erleben, erinnert eher an eine Bananenrepublik«

 25.10.2026 Aktualisiert

Knessetwahl

Die Israel-Wahl in Zahlen

Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte, mehr als 12.000 Wahllokale und 450 Millionen Stimmzettel: Der Zentrale Wahlausschuss nennt Details zur Abstimmung am Dienstag

 25.10.2026