Wirtschaft

Rettungsspritze für EL AL

Am Boden: die Maschinen von EL AL Foto: Flash 90

Nicht einmal die Hotline funktioniert mehr. Die israelische Fluggesellschaft EL AL steht durch die Corona-Krise kurz vor dem Zusammenbruch.

Jetzt stimmte die Regierung zu, der nationalen Linie finanziell unter die Arme zu greifen. Derzeit fliegt EL AL so gut wie gar nicht mehr, außer auf einigen unregelmäßigen Strecken und Cargoflügen.

GESCHÄFTSFÜHRUNG Vor einer Woche hatte die Geschäftsführung gewarnt, dass sich das Unternehmen nicht mehr lange am Leben halten könne. »Durch die Ungewissheit in Sachen Unterstützung, die nötig ist, um die Firma in dieser Krise weiterlaufen zu lassen, hat das Unternehmen bedeutende Zweifel, dass es weiterbestehen wird«, lautete die offizielle Stellungnahme Mitte Mai.

90 Prozent der Belegschaft wurden entlassen und Pensionsanlagen angezapft.

EL AL hatte bereits im letzten Quartal 2019 dramatische Verluste hinnehmen müssen. Durch den Ausbruch des Coronavirus, der praktisch die Luftfahrt weltweit lahmlegte, hatte sich die finanzielle Lage weiter verschlimmert. 90 Prozent der Belegschaft wurden entlassen und Pensionsanlagen angezapft. Außerdem fordert die Flughafenbehörde jetzt ausstehende Gebühren für Büroräume und geparkte Flugzeuge von EL AL auf dem Gelände des Ben Gurion Airport in Millionenhöhe. Die Behörde befindet sich selbst in finanziellen Schwierigkeiten durch die ausgefallenen Flüge aus aller Welt.

Die Verhandlungen zwischen dem Unternehmen und der Regierung hatten sich schwierig dargestellt, denn EL AL forderte substanzielle Hilfen, um sich selbst zu retten. Am Sonntag stellte das Finanzministerium schließlich einen Plan vor. Dementsprechend soll EL AL ein Darlehen in Höhe von 250 Millionen Schekel (umgerechnet etwa 64 Millionen Euro) erhalten. Die Regierung bürgt für den Großteil davon.

AKTIEN Zudem wird das Unternehmen selbst Aktien in Höhe von rund 38.5 Millionen Euro zum Verkauf anbieten. Alle, die nicht von der Öffentlichkeit erworben werden, wird der Staat kaufen, heißt es aus Jerusalem. Die Tel Aviver Börse (TASE) ist bereits über die geplante Aktion informiert. Beide Entscheidungen benötigen noch die Zustimmung des Finanzkomitees der Knesset.

Derzeit ist es ausschließlich Bürgern und jenen, die eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung haben, gestattet, nach Israel einzureisen. Alle ankommenden Reisenden müssen sich nach der Ankunft umgehend in eine vierzehntägige Quarantäne in ihren eigenen vier Wänden begeben. Derzeit fliegen nur wenige Gesellschaften Israel an, darunter die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa.

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