U21-Fussball-EM

Respekt im Stadion

Links die Flagge mit dem Davidstern, rechts die blau-rot-weiße von Norwegen, in der Mitte ein Banner mit dem Wort »Respect«. So begann am Mittwochabend das Eröffnungsspiel der U21-Europameisterschaft im israelischen Netanya. Gastgeber Israel konnte nach einem späten Ausgleich der Skandinavier nicht den gewünschten Sieg einfahren, erarbeitete sich aber in einem spannenden Spiel den Respekt der Fans.

Tausende Zuschauer jubelten ihrer Mannschaft von den Rängen des neuen Stadions der Küstenstadt zu. In der ersten Halbzeit des Spieles der Gruppe A gaben die Norweger ihr Bestes und kontrollierten die meiste Zeit das Geschehen auf dem Platz. Doch nach der Pause schienen sich die Blau-Weißen besonnen zu haben und zeigten, was sie können. Das Match endete nach einem späten Ausgleich der Gäste mit 2:2.

Ausgleich Am selben Abend trafen in Jaffa bei Tel Aviv die U21-Teams von Italien und England (ebenfalls Gruppe A) aufeinander. Italien holte den Sieg nach einem Freistoß in der zweiten Halbzeit mit 1:0. Am Donnerstag werden in der Gruppe B Spanien und Russland gegeneinander antreten. Deutschland wird dann in seinem ersten Spiel des Turniers der Elf aus Holland gegenüberstehen.

Alle Veranstaltungen hatten planmäßig begonnen – trotz der Bemühungen diverser pro-palästinensischer Gruppen, die europäischen Teams zu einem Boykott der Meisterschaft in Israel zu bewegen. Keine Mannschaft jedoch hatte dem Drängen nachgegeben. Stattdessen hatten alle acht Teams mit ihren Delegationen die Einladung aus Israel ohne Zögern angenommen und waren schon vor dem Turnier zum Training angereist.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte bei einem Treffen mit den Teams am Wochenbeginn besonders dem UEFA-Präsidenten Michel Platini gedankt. »Mit seinem Durchsetzungsvermögen ist es gelungen, die Meisterschaft in Israel stattfinden zu lassen. Das ist der Erfolg des Turniers.«

Leidenschaft Netanjahu hatte auch die deutsche Elf in seinem Amtssitz in Jerusalem begrüßt. Er sagte: »Zusammen mit allen Israelis bin auch ich aufgeregt. Ich schaue Fußball und spiele manchmal selbst – was in meinem Alter seinen Preis hat. Es ist pure Freude und eine große Leidenschaft.«

Die Delegation des Deutschen Fußball-Bundes wird während ihres Besuches auch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besuchen und ihr besonderes Engagement für ein Projekt von Keren Hayesod in dem Jugenddorf Hadassah Neurim mit namhaften Vertretern wie Uwe Seeler, Otto Rehhagel und DFB-Präsident Wolfang Niersbach vorstellen.

Für Israel ist die politische Auseinandersetzung abgewendet. Sportlerisch aber hat die Truppe – in der Juden, Araber und Drusen spielen – riesige Hürden vor sich. In den nächsten Matches der Gruppe A trifft sie auf die Superstars aus England und Italien. Dennoch geben die Blau-Weißen die Hoffnung nicht auf und träumen von einem der ersten beiden Plätze in ihrer Gruppe, um ins Halbfinale einziehen zu können.

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