Tempelberg

Protestgebete und Metalldetektoren

Muslimische Gläubige beten vor den Metalldetektoren, die Israels Polizei am Eingang zum Tempelberg in Jerusalem aufgestellt hat. Foto: Flash 90

Nach dem Attentat vom Freitag, bei dem zwei israelische Grenzpolizisten von israelisch-arabischen Terroristen erschossen wurden, hat sich die Lage auf dem Tempelberg in Jerusalem noch immer nicht komplett beruhigt. Am Sonntag kam es mehrfach zu Gerangel, als einige muslimische Gläubige andere davon abhalten wollten, die Stätte zu betreten.

Beerdigungen
Am Freitagabend wurden die getöteten israelischen Grenzpolizisten Kamil Schnaan (22) und Ha’il Satawi beerdigt. Auch Sicherheitsminister Gilad Erdan kam zu den Beisetzungen. Er lobte den Einsatz von Satawi, »der damit viele Menschenleben gerettet hat«. Der 30-Jährige war erst vor drei Wochen zum ersten Mal Vater geworden.

Schnaan war der jüngste Sohn des ehemaligen drusischen Knessetabgeordneten Schachiv Schnaan. Unter Tränen sagte er, dass er seinen Sohn erzogen habe, das Land, die Leute und das Leben zu lieben. »Ich bete, dass er das letzte Terroropfer ist. Dass die Menschen endlich verstehen: Genug ist genug.«

Die Terroristen waren über das Areal des Tempelberges gekommen und auch im Anschluss dorthin geflüchtet. Es wird vermutet, dass jemand ihnen geholfen haben könnte, Waffen in die heilige Stätte zu schmuggeln. Die Polizei sperrte daraufhin das Gebiet ab, die Regierung verhängte zum ersten Mal seit Jahren ein Verbot, den Tempelberg für das traditionelle Freitagsgebet zu nutzen.

Metalldetektoren Am Sonntag ließ Israel die Stätte an zwei Toren wieder öffnen. Am Eingang wurden jedoch Metalldetektoren und Kameras installiert, die von einer Privatfirma betrieben werden. Am Montag sollten zwei weitere Tore zugänglich gemacht werden.

Trotz des inständigen Bittens des Jerusalemer Polizeichefs Yoram Halevi wollten einige Mitglieder des islamischen Waqf, der die heilige Stätte verwaltet, die neuen israelischen Sicherheitsmaßnahmen nicht akzeptieren. Sie riefen die Gläubigen auf, nicht zum Tempelberg hinaufzugehen, solange sie in Betrieb sind. Viele Muslime hielten sich daran, doch mehrere Hundert begaben sich dennoch zum Heiligtum, darunter auch der Vorsitzende des Waqf.

Andere Offizielle des Waqf organisierten ein Protestgebet vor den Metalldetektoren. Manche Teilnehmer riefen: »Im Geiste und im Blute werden wir dich verteidigen – Al Aksa!«. Der israelische TV-Kanals 2 zeigte am Sonntagabend Bilder von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und israelischen Sicherheitskräften. Ein Prediger wurde festgenommen. Insgesamt gab es zehn Verletzte.

kameras Netanjahu erklärte daraufhin, er verstehe, dass es Verärgerung wegen der Metalldetektoren gebe: »Doch die kulturellen Spannungen, die dadurch entstehen, sind gerechtfertigt, denn wir könnten uns noch einmal inmitten eines solchen Angriffes sehen. Daher sind sie nötig, wie auch die Kameras, die wir an den Masten außerhalb des Tempelberges installieren werden«, sagte der Regierungschef.

Noch am Freitag hatten sich Netanjahu und der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, in einem seltenen Telefongespräch darauf geeinigt, die Lage zu beruhigen. Netanjahu versicherte, der Status quo auf dem Tempelberg werde nicht geändert. Abbas verurteilte den Anschlag vom Freitag. Doch es gibt auch solche, die die Flammen des Hasses weiter anfachen – allen voran die Hamas im Gazastreifen.

Wien

Israel zieht ins Finale des ESC ein

Noam Bettan überzeugt mit seinem Lied »Michelle« Jury und Publikum

von Martin Krauß  12.05.2026

Jerusalem

NGO Monitor: Gerald Steinberg gibt Leitung ab

Der amerikanisch-israelische Politikwissenschaftler gründete die Organisation vor einem Vierteljahrhundert. Olga Deutsch übernimmt 2027 die Leitung

 12.05.2026

Jerusalem

Minister Chikli verweigert YouTuber Tyler Oliveira Einreise nach Israel

Das israelische Ministerium für den Kampf gegen Antisemitismus erklärt, der Amerikaner habe »hetzerische Aussagen gegen Juden« verbreitet

 12.05.2026

Massaker vom 7. Oktober

Die Hamas nutzte sexuellen Terror gezielt als Waffe

Tausende unerträgliche Videos, Fotos und Zeugenaussagen: Ein neuer Bericht der Zivilkommission zeigt, wie systematisch die Terroristen Familien erniedrigen und zerstören wollten

von Sabine Brandes  12.05.2026

Hamas-Massaker

Ex-Geisel Rom Braslavski: »Schämt Euch«!

Nachdem Premier Netanjahu seine Schuld erneut relativiert, macht der junge Mann in der Knesset seinem Unmut Luft

von Sabine Brandes  12.05.2026

Jerusalem

Knesset beschließt Sondertribunal für Hamas-Terroristen

Das Sondergericht soll sich mit den Verfahren gegen rund 300 am 7. Oktober festgenommene palästinensische Terroristen befassen

 12.05.2026

Essay

Warum ich Zionist bin

Heute ist Zionismus für viele ein Schimpfwort und gleichbedeutend mit Rassismus. Da muss eine Verwechslung vorliegen. Antizionismus ist Rassismus. Der Zionismus ist die selbstverständlichste Antwort auf zweitausend Jahre Verfolgung, Vertreibung und Völkermord

von Mathias Döpfner  12.05.2026

Israel

Luftfahrtbehörde: US-Militärflugzeuge blockieren Betrieb in Tel Aviv

US-Militärflugzeuge sorgen laut Israels Luftfahrtbehörde für Engpässe am internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. Welche Folgen das für Reisende und Flugpreise haben könnte

 11.05.2026

Brüssel

EU beschließt Sanktionen gegen Israel

Die Europäische Union hat eine politische Einigung für Strafmaßnahmen gegen israelische Siedler erzielt

von Michael Thaidigsmann  11.05.2026 Aktualisiert