Justiz

Proteste gegen Israels neuen Gesundheitsminister

Der ultraorthodoxe Politiker Yaakov Litzman Foto: Flash 90

Die Ernennung von Jakov Litzman zu Israels Gesundheitsminister hat Zorn bei der jüdischen Gemeinschaft von Australien ausgelöst. Israels Polizei hatte im August eine Anklage gegen Litzman empfohlen, weil dieser eine Kinderschänderin geschützt und ihre Auslieferung nach Australien behindert haben soll.

Regierungschef Benjamin Netanjahu muss das Amt des Gesundheitsministers sowie drei weitere Ministerämter, die er parallel innehatte, wegen einer Korruptionsanklage gegen ihn niederlegen.

SCHLAG In einem offenen Brief an Netanjahu bezeichnete der Vorsitzende der Zionistischen Föderation Australiens (ZFA), Jeremy Leibler, die Ernennung Litzmans am Sonntag als »Schlag ins Gesicht« und »schreckliche Botschaft an das australische Volk«.

Litzman war bisher Vize-Gesundheitsminister. Er ist Vorsitzender der ultrareligiösen Partei Vereinigtes Tora-Judentum, eines wichtigen Partners von Netanjahus rechtskonservativer Likud-Partei.

Der Frau wird in Australien sexueller Missbrauch von Mädchen in 74 Fällen vorgeworfen.

Die Polizei teilte im August mit, es gebe ausreichende Beweise gegen Litzman für eine Anklage. Litzman hat nach Polizeiangaben Druck auf Psychiater in seinem Gesundheitsministerium ausgeübt, um die Auslieferung einer charedischen Ex-Schulleiterin von Israel nach Australien zu verhindern. Sie war von Australien nach Israel geflohen, um einer Strafverfolgung zu entkommen.

MISSBRAUCH Die Frau war von 2000 bis 2008 Leiterin einer ultraorthodoxen jüdischen Schule in Melbourne gewesen. Ihr wird in Australien sexueller Missbrauch von Mädchen in 74 Fällen vorgeworfen.

Litzman soll Psychiater dazu gedrängt haben, Gutachten auszustellen, die ihre Auslieferung aus psychischen Gründen verhindern sollen. Der Fall wird noch vor Gericht verhandelt. Litzman weist die Vorwürfe zurück.  dpa

Syrien

Israels Armee: Angriffe in Syrien zum Schutz dortiger Drusen

Nach neuer Gewalt im Süden greift Israels Armee Stellungen der syrischen Regierung an. Das israelische Militär will eigenen Angaben zufolge die drusische Minderheit verteidigen

 20.03.2026

Meinung

Siedlergewalt: Eine Schande für Israel

Generalstabschef Zamir und Rabbi Lichtenstein haben recht: Die Exzesse gegen Palästinenser im Westjordanland müssen gestoppt werden, bevor es zu spät ist

von Ayala Goldmann  20.03.2026

Sport

Wegen Fanverhaltens: FIFA bestraft Israel

Der Fußball-Weltverband FIFA hat Israels Verband mit einer Geldstrafe belegt. Zudem muss bei den nächsten Spielen der Nationalmannschaft im Stadion ein Transparent gezeigt werden

 20.03.2026

Jerusalem

Netanjahu: »Wir schützen die ganze Welt«

Am 20. Tag des Krieges gegen den Iran äußerte sich Israels Ministerpräsident auf einer Pressekonferenz ungewöhnlich ausführlich

von Imanuel Marcus  20.03.2026

Gefahr

Israel: Iran kann kein Uran mehr anreichern

Seit 20 Tagen attackieren Israel und die USA den Iran mit schweren Luftangriffen. Dem israelischen Ministerpräsidenten zufolge hat die gemeinsame militärische Operation bereits Ergebnisse gebracht

 19.03.2026

Alltag im Krieg

Mitgehört im Bunker ...

Schlaflos in Tel Aviv: Iranische Raketen halten in den Nächten die Israelis wach

von Sabine Brandes  19.03.2026 Aktualisiert

Krieg

Araghtschi droht mit Vergeltung für Angriffe auf Infrastruktur

Irans Außenminister droht mit massiver Vergeltung, sollte Israel erneut Öl- und Gasanlagen angreifen. Araghtschi stellt auch eine weitere Bedingung für ein Kriegsende

 19.03.2026

Westjordanland

Generalstabschef Zamir: »Bevor es zu spät ist«

Zwischen Warnung und Kontrollverlust: Israels Sicherheitselite schlägt Alarm wegen ausufernder Siedlergewalt

von Sabine Brandes  19.03.2026

Philosophie

Habermas, Israel und die Juden

Eine kritische Würdigung

von Frederek Musall  19.03.2026