Israel

»Reißt euch zusammen!«

Staatspräsident Reuven Rivlin Foto: Flash 90

Mit ungewöhnlich drastischen Worten hat Israels Präsident Reuven Rivlin am Donnerstag die Regierung ermahnt, sich in der Corona-Krise auf die Sacharbeit zu konzentrieren. »Wie alle Bürger dieses Landes betrachte ich die Entwicklungen in der Knesset mit großer Sorge, da sie die ohnehin fragilen Beziehungen der Koalitionspartner erschüttern«, schrieb das Staatsoberhaupt am Donnerstag bei Twitter.

»Als Bürger und im Namen aller sage ich: Reißt euch zusammen!« Rivlin forderte: »Stoppt das Gerede von vorgezogenen Wahlen, von dieser schrecklichen Option zu dieser Zeit.« Der israelische Staat sei keine Puppe, die im Streit herumgeschubst werden könnte. »Die Bürger Israels brauchen euch fokussiert und klar, damit ihr Lösungen für diese Krise findet. Es liegt in euren Händen.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Corona-Krise hat das Land schwer getroffen. Die Infektionszahlen steigen, die Arbeitslosigkeit liegt bei mehr als 20 Prozent. Mehrfach hatten Bürger gegen den Kurs der Regierung protestiert.

NEUWAHLEN Seit der Bildung der großen Koalition aus der Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem Mitte-Bündnis Blau-Weiß des Verteidigungsministers Benny Gantz im Mai knirscht es in der Partnerschaft, etwa in der Frage des Vorgehens bei der Umsetzung der Annexionspläne im Westjordanland.

In Israel war erst Anfang März gewählt worden. Es war die dritte Abstimmung binnen eines Jahres.

Die Zeitung »Haaretz« berichtete am Mittwochabend unter Berufung auf Netanjahu nahestehende Personen, der Regierungschef habe entschieden, keinen Haushalt für das laufende Jahr zu verabschieden und eine Neuwahl für den 18. November auszurufen. In Israel war erst Anfang März gewählt worden. Es war die dritte Abstimmung binnen eines Jahres.

PROZESS Netanjahu steht nicht nur wegen der Corona-Krise unter Druck, er muss sich auch wegen Korruptionsvorwürfen in drei Fällen vor Gericht verantworten. Das Verfahren könnte ihm sein Amt kosten.

Dem »Haaretz«-Bericht zufolge ist der Premier überzeugt davon, dass noch vor dem Beginn der Beweisaufnahme im Januar eine Petition beim Obersten Gerichtshof eingereicht wird, die ihn dazu zwingen soll, zu erklären, dass er die Regierungsgeschäfte nicht fortführen kann, während er dreimal wöchentlich auf der Anklagebank sitzen muss. dpa

Tourismus

Haifa eröffnet neuen Kreuzfahrtterminal

Israel verbindet damit die Hoffnung auf eine schrittweise Erholung des Tourismussektors nach Jahren der Sicherheitskrisen

 15.05.2026

Ness Ziona

Israelisches Unternehmen will Erde mit Partikel-Technologie abkühlen

Im Mittelpunkt stehen mikroskopisch kleine Partikel aus amorpher Kieselsäure und Kalziumkarbonat. Die Stoffe sollen in die Atmosphäre eingebracht werden, wo sie einen Teil der Sonneneinstrahlung reflektieren würden

 15.05.2026

Washington D.C.

Israel und Libanon starten neue Gespräche

Eine Entwaffnung der Terrororganisation Hisbollah ist einer der Schwerpunkte. Auf beiden Seiten bestehen offenbar nur begrenzte Erwartungen an schnelle Ergebnisse

 15.05.2026

Jerusalem

Angebliche sexuelle Übergriffe: Israel kündigt Klage gegen »New York Times« an

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu: »Wir werden diese Lügen vor dem Gericht der öffentlichen Meinung und vor Gericht bekämpfen. Die Wahrheit wird siegen.«

 15.05.2026

Jerusalem

Ben-Gvir präsentiert israelische Fahne auf dem Tempelberg

Ausschreitungen und anti-arabische Gesänge während israelischen »Flaggenmarsches« – Polizei nimmt 13 Randalierer fest

 14.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Hilfsflotte sticht von Türkei aus erneut in See

Israel wirft einigen Aktivisten Verbindungen mit der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen vor

 14.05.2026

Israel

Netanjahus Gesundheit vor Gericht

Der Premier erklärt sich in Verleumdungsprozess für »topfit« – doch Widersprüche bei Angaben zu seiner Krebsbehandlung werfen neue Fragen auf

von Sabine Brandes  14.05.2026

Nahost

Drei israelische Zivilisten durch Hisbollah-Sprengstoffdrohne verletzt

In der Mitteilung der israelischen Armee war die Rede von einem schweren Verstoß der Hisbollah gegen die Waffenruhe

 14.05.2026

Westjordanland

»Peace Now«: Friedensaktivist von Siedlern im Gesicht verletzt

Der Leiter von »Peace Now«, Lior Amichai, wurde nach Angaben der Organisation von gewalttätigen Siedlern geschlagen

 14.05.2026