Politik

Pistole auf der Brust

Am Mittwoch will Abbas einen Antrag auf eine Resolution zu einem Palästinenserstaat zur Abstimmung vorbringen. Foto: Flash 90

Mit seinem Antrag vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Israel die politische Pistole auf die Brust setzen. Und zwar schon am kommenden Mittwoch. Dann will er einen Antrag auf eine Resolution zu einem Palästinenserstaat zur Abstimmung vorbringen.

Abbas kann womöglich auf die Unterstützung einiger europäischer Staaten zählen. Auch die USA sind in Sachen Israel derzeit nicht sonderlich wohlwollend gestimmt. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) will erreichen, dass Israel in einen engen Zeitrahmen gezwungen wird. Wird der Vorschlag angenommen, müsste sich die israelische Armee innerhalb von zwei Jahren sowohl aus der Westbank wie auch aus Ostjerusalem zurückziehen.

extremisten Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu schüttelt zu diesem Vorhaben nur vehement den Kopf. »Dann haben wir arabische Extremisten in den Vororten von Tel Aviv und im Herzen von Jerusalem«, wetterte er am Sonntag und wies jegliche Abzugsvorschläge weit von sich. Am Montag trifft er sich mit dem italienischen Premier Matteo Renzi und US-Außenminister John Kerry, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Der Amerikaner ist nach Rom geflogen, um sich mit seinen europäischen Kollegen zu beraten, die einen Palästinenserstaat unterstützen wollen. Einige Regierungen in Europa meinen, dass das Zeitfenster bis zu den israelischen Neuwahlen im März genutzt werden solle, um das Anliegen der Palästinenser vorwärts zu bringen. Auch der palästinensische Chefverhandler Saeb Erekat wird mit Kerry in Italien zusammenkommen. Angeblich befänden sich die Palästinenser zudem in Verhandlungen mit verschiedenen europäischen Staaten.

veto
Die USA hatte Anträge der Palästinenser stets mit einem Veto blockiert. Dieses Mal aber könnte es anders ausgehen, denn Washington gab bereits an, dass es einen Vorschlag mit multilateraler Unterstützung anders bewerte als eine komplett unilaterale Entscheidung der Palästinenser. Vom Antrag unbeeinflusst ist die Sicherheitskoordination zwischen der PA und der israelischen Regierung, gaben beide Seiten übereinstimmend an.

Vor seinem Abflug in die italienische Hauptstadt machte Netanjahu klar, dass er den Vorschlag der Palästinenser in keinem Punkt akzeptieren wolle. »In den vergangenen Jahren haben wird alle Versuche abgewiegelt, die Israels Sicherheit gefährdet hätten und mit einem wahren Frieden nicht vereinbar sind. Wir werden auch in Zukunft jedem Diktat widersprechen.«

Modschtaba Chamenei

Wo ist der neue Ayatollah?

Der »Oberste Führer« des Iran ist seit seiner Wahl nicht öffentlich aufgetreten. Ist er noch am Leben?

von Sabine Brandes  07.04.2026

Teheran

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Mehrere Autobahnen und Eisenbahnbrücken wurden angegriffen. Israels Premierminister Netanjahu bestätigt die Angriffe und sagt, dass die Ziele von den Revolutionsgarden genutzt würden

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Iran meldet Angriff auf Eisenbahnbrücke

Israels Militär droht mit Angriffen auf das iranische Schienennetz. Nur wenige Stunden später meldet der Iran die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke

 07.04.2026

Haifa

Vier Opfer eines iranischen Angriffs als Mitglieder einer Familie identifiziert

Die Eheleute Wladimir Gershovitz und Lena Ostrovsky Gershovitz, deren Sohn Dimitri sowie dessen Frau Lucille-Jane sind am Sonntag bei einem Raketeneinschlag in Haifa getötet worden. Die Anteilnahme im Land ist groß

 07.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  07.04.2026

Iran-Krieg

Medien: USA greifen Dutzende Ziele auf Ölinsel Charg an

Bereits Mitte März hat das US-Militär die Insel Charg im Persischen Golf bombardiert. Nun berichten US-Medien über neue Angriffe

 07.04.2026 Aktualisiert

Türkei

Schüsse vor Israels Konsulat in Istanbul – Ein Angreifer tot

Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul sind Schüsse gefallen. Einer von drei Angreifern wird nach offiziellen Angaben getötet. Was steckt dahinter?

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Bericht: Synagoge in Teheran bei israelischem Angriff beschädigt

Ein Luftangriff hat laut iranischen Angaben eine Synagoge in Teheran schwer beschädigt. Was bisher bekannt ist

 07.04.2026

Jerusalem

Nach Rassismus-Skandal: Netanjahu entlässt seinen Kabinettschef

Zvi Agmon soll sephardische Abgeordnete rassistisch beleidigt haben. Seinen Posten als Kabinettschef muss er nun räumen

 07.04.2026