Wirtschaft

Netanjahu unterzeichnet Gasdeal

Tamar-Gasfeld vor der Küste Israels Foto: Flash 90

Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Donnerstag einen umstrittenen Gasdeal unterzeichnet. Dabei geht es um die Aufstockung der Fördermengen in dem Mittelmeer-Gasfeld Tamar sowie die schnelle Entwicklung von drei kleineren Feldern. Mit der Förderung soll ein Konsortium aus israelischen und amerikanischen Unternehmen beauftragt werden.

Das Kabinett hatte den Deal bereits im August genehmigt, die Knesset und weite Teile der Bevölkerung waren jedoch dagegen. Mehrfach gingen Bürger auf die Straße und protestierten dagegen, dass die Naturressourcen privatisiert und an große Unternehmen verkauft werden sollten. Man befürchtete außerdem überhöhte Strompreise, wenn Privatunternehmen mit der Ausbeutung der Erdgasfelder betraut würden.

Monopol Noch am Montag hatte der Wirtschaftsausschuss der Knesset gegen den Deal gestimmt, weil dessen Mitglieder eine Monopolbildung für wahrscheinlich hielten. Netanjahu setzte sich darüber hinweg, indem er sich auf die Klausel Nr. 52 des Kartellgesetzes berief, die dem Wirtschaftsminister erlaubt, die Anti-Kartellbestimmungen zu umgehen, wenn es sich um einen Fall handelt, der die nationale Sicherheit betrifft. Und amtierender Wirtschaftsminister ist zurzeit – ebenfalls Benjamin Netanjahu.

Der Premier begründete seinen Schritt so: »Der Gasdeal ist absolut notwendig für unsere Sicherheit, denn wir wollen nicht nur ein einziges Kraftwerk haben, das beschossen werden kann.« Ohne den Gasdeal sei es unmöglich, zusätzliche Erdgasfelder zu erschließen.

Petition Oppositionsführer Isaac Herzog (Zionistische Union) hat bereits angekündigt, eine Petition beim Obersten Gericht einreichen zu wollen, um den Vertrag für ungültig erklären zu lassen. »Es ist ein zynischer Missbrauch der nationalen Sicherheitsinteressen, der nur bestimmten Interessen, aber nicht der Öffentlichkeit dient«, sagte Herzog.

Es ist das erste Mal in der Geschichte Israels, dass die Klausel 52 des Kartellgesetzes zur Anwendung kommt. ja

Jerusalem

Großeltern umgebettet: Theodor Herzls letzter Wille ist erfüllt

Die Überreste von Schimon und Rikva Herzl, Vorfahren väterlicherseits des Zionismus-Begründers und prägende Gestalten in Theodor Herzls Jugend, wurden von Serbien nach Israel überführt und auf dem Herzlberg beigesetzt

 06.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 06.08.2026

Gaza

IDF-Chef Zamir: Jeder Verantwortliche für die Massaker vom 7. Oktober wird zur Rechenschaft gezogen

Die Jagd auf die beteiligten Terroristen sei »eine dauerhafte und fortlaufende Aufgabe, die das Kommando mit großem Erfolg erfüllt«, sagt der Generalstabschef

 06.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 06.08.2026

Gesellschaft

Misstrauen vor der Wahl

72 Prozent der jüdischen Israelis fürchten, dass die Parlamentswahl im Oktober beeinträchtigt werden könnte

von Sabine Brandes  06.08.2026

Magdeburg/Halle

Schulze: Hallervorden-Auftritt steht für Meinungsfreiheit

Der Komiker verbreitet Verschwörungstheorien über Israel und relativiert Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine

 06.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  06.08.2026

Wahlkampf

Who’s who in Jerusalem?

Israels Parteien buhlen nicht nur um potenzielle Wähler, sondern auch um mögliche Bündnisse

von Sabine Brandes  06.08.2026

Jerusalem

Ehemalige Likud-Politiker Erdan und Edelstein gründen neue Partei

Eine konservative Alternative zu Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wollen die Gründer bieten. Haben sie Chancen auf Erfolg?

 06.08.2026