Friedensprozess

Netanjahu-Geheimtreffen mit Saudi-Kronprinz?

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman leitete ebenfalls am Sonntag ein virtuelles Treffen der G20-Gruppe. Foto: imago images/Xinhua

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Medienberichten zufolge am Sonntag gemeinsam mit Mossad-Chef Yossi Cohen Saudi-Arabien einen Besuch abgestattet und sich dort mit Kronprinz Mohammed Bin Salman getroffen. Das Treffen habe in Anwesenheit von US-Außenminister Mike Pompeo in der Hafenstadt Neom am Roten Meer stattgefunden, berichtete die »Times of Israel« am Montag unter Berufung auf den Tweet eines israelischen Beamten.

Saudi-Arabien bestritt allerdings am Montag, dass ein solches Treffen stattgefunden habe. Der saudische Außenminister Prinz Faisal bin Farhan schrieb mit Blick auf die Medienberichte bei Twitter: »So ein Treffen gab es nicht. Die einzig anwesenden Regierungsvertreter waren amerikanisch und saudi-arabisch.«

PRIVATJET Die israelische Delegation habe sich fünf Stunden lang auf saudischen Territorium aufgehalten. Pompeo erklärte am Montag, er habe ein »konstruktives« Treffen mit dem saudi-arabischen Kronprinzen abgehalten. Die Anwesenheit Netanjahus erwähnte er allerdings nicht. Ein Twitter-Nutzer hatte bemerkt, dass ein Privatjet zwischen Tel Aviv und Neom einen Flug unternommen hatte, was Spekulationen über ein geheimes Treffen auslöste.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Netanjahu hatte eine ursprünglich für Sonntagabend geplante Sitzung seines Corona-Kabinetts verschoben – zum Ärger seines Verteidigungsministers und designierten Nachfolgers Benny Gantz. Laut »Times of Israel« twitterte daraufhin ein Mitarbeiter Netanjahus: »Gantz spielt Politik, während der Premierminister Frieden schließt.« Der Verteidigungsminister war offenbar bereits im Sommer nicht von Netanjahu über dessen Bemühungen informiert worden, Friedensabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain zu schließen.

IRAN-DEAL Bereits in den vergangenen Jahren gab es immer wieder Berichte über inoffizielle Beziehungen zwischen Israel und Saudi-Arabien. Als im August verkündet wurde, dass die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel die Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen eingeleitet hätten, verzichtete die Regierung in Riad darauf, das Abkommen zu kritisieren. Zudem genehmigte das Königreich die Nutzung des saudischen Luftraums für israelische Flüge in die Emirate.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Saudi-Arabien sieht Israel als möglichen Partner gegen den Iran und dessen Drängen nach Atomwaffen. Ebenfalls am Sonntag sandte Netanjahu eine Botschaft an den designierten US-Präsidenten Joe Biden, in der er vor der Rückkehr zu dem 2015 mit dem Iran geschlossenen Nuklearabkommen warnte. »Wir müssen an einer kompromisslosen Politik festhalten, um sicherzustellen, dass der Iran keine Atomwaffen entwickelt«, sagte der israelische Regierungschef.

Biden, der sein Amt am 20. Januar antreten wird, sagte, er würde dem Abkommen wieder beitreten unter der Bedingung, dass der Iran es wieder einhalten und sich verpflichten werde, »es zu stärken und auszuweiten und gleichzeitig wirksamer gegen andere destabilisierende Aktivitäten des Iran vorzugehen«. mth

Archäologie

Antike Schleuder-Kugel entdeckt

Die 2200 Jahre alte Kugel aus Blei wurde bei Ausgrabungen in der israelischen Stadt Jawne südlich von Tel Aviv gefunden

 08.12.2022

Jerusalem

Zwei Ministerämter für Arie Deri

Im Rahmen der Regierungsbildung unterzeichnet der Likud Abkommen mit ultraorthodoxen Parteien

von Sabine Brandes  08.12.2022

Bildung

Ziviles Aufbegehren

Bürgermeister und Schulleiter stellen sich gegen ultrarechten Einfluss

von Sabine Brandes  08.12.2022

Shireen Abu Akleh

Klage in Den Haag eingereicht

Al Jazeera bringt den Tod der Journalistin vor den Internationalen Strafgerichtshof

von Sabine Brandes  07.12.2022

Forschung

Genetischer Blick ins Mittelalter

Experten untersuchten DNA von Juden in Erfurt

von Sabine Brandes  06.12.2022

Westjordanland

Hochrangiges Mitglied des Islamischen Dschihad festgenommen

Der Mann wird verdächtigt, an terroristischen Aktivitäten beteiligt gewesen zu sein

 05.12.2022

Jerusalem

Unnötige Provokation

Die Vorhaben zu Rückkehrrecht und Konversion irritieren viele Juden in aller Welt

von Sabine Brandes  05.12.2022

Nachrichten

Besuch, Rakete, Schwindler

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  04.12.2022

Analyse

Wenig Hoffnung

30 Jahre nach den Osloer Abkommen tobt eine neue Terrorwelle

von Sabine Brandes  01.12.2022